Pierre-Michel Lasogga (rechts)
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Fußball

Ailton, Sarpei & Co.: Diese Fußballer machten im Trash-TV Schlagzeilen

HSV-Torjäger Pierre-Michel Lasogga hat seit kurzem seine eigene Soap. Vor ihm wirkten auch schon viele andere Fußballer in Trash-Sendungen mit.
Von: Christian Knoth
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Einige Fußballprofis machen nicht nur mit ihren Leistungen auf dem Platz Schlagzeilen. Sie geben sich nebenbei in Trash-Formaten die Ehre, in denen sie sich von einer ganz anderen Seite zeigen. Aktuelles Beispiel: Die Fußball-Soap „Die Lasoggas“, in der ihr exklusive Einblicke in das Leben von HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga und seiner Familie erhaltet.

Lasogga will mit Vorurteilen aufräumen

Der 26-jährige Lasogga, der den Hamburger SV in dieser Saison zurück in die Bundesliga schießen will, reiht sich mit seiner Soap in eine Liste von Fußballern ein, denen es anscheinend nicht gereicht hat, als Fußballer auf sich aufmerksam zu machen. Die Gründe für die Teilnahme an einem Trash-Format sind wohl verschiedene. Lasogga spielt derzeit erfolgreichen Fußball, befindet sich im besten Fußballer-Alter und hat es daher finanziell wohl kaum nötig, eine solche Soap über sich selbst abdrehen zu lassen. Womöglich hatte der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler einfach nur Lust, mit einigen Vorurteilen gegenüber sich und seiner Familie aufzuräumen und der Öffentlichkeit zu zeigen, was für ein Mensch er wirklich ist. Gegen die zusätzliche Publicity hat er sicher auch nichts.
Für die meisten Fußballer, die sich dafür entscheiden, sich bei Trash-Formaten zur Schau stellen zu lassen, gibt es aber nur einen Grund: Die Kasse nach der bereits beendeten Sportlerkarriere klingeln zu lassen! Fernsehsender zahlen den Prominenten gutes Geld für die Teilnahme an Trash-TV Shows wie „Dschungelcamp“ oder „Promi Big Brother“. Anders wäre wohl auch kaum zu erklären, wieso wir beispielsweise die folgenden ehemaligen Fußball-Stars neben eher unbekannten „Z-Promis“ zu sehen bekommen.

David Odonkor

Als Fußballer hatte David Odonkor seine erfolgreichste Zeit bei seinem Ausbildungsverein Borussia Dortmund. Mit dem BVB wurde er 2002 Deutscher Meister. Vier Jahre später gehörte er zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft, die bei der Heim-WM 2006 den dritten Platz holte. Darauf folgte der Wechsel nach Spanien zu Betis Sevilla, wo Odonkor fünf Jahre blieb. Weitere Stationen waren Alemannia Aachen und der ukrainische Klub Hoverla Uzhhorod, ehe der pfeilschnelle Außenbahnspieler im Sommer 2013 seine Fußballschuhe an den Nagel hing.
Mit dem Ende seiner Karriere als Fußballer verschwand Odonkor allerdings nicht von der Bildfläche. Der heute 34-Jährige nahm bereits an zahlreichen Trash-Formaten teil. 2015 gewann er die RTL II-Show „Promi Big Brother“ und räumte damit 100.000 Euro Preisgeld ab. 2017 folgte ein dritter Platz bei der RTL-Show „Dance, Dance, Dance“, bei der Odonkor gemeinsam mit seiner Frau Suzan übers Parkett hüpfte. Auch bei der Promi-Ausgabe von „Das große Backen“ auf SAT.1 war Odonkor schon am Start. Neben dem vielem Trash mag man meinen, dass der einstige Flügelflitzer, der mal beinahe beim deutschen Rekordmeister Bayern München gelandet wäre, keine Zeit mehr für Fußball hätte. Denkste! Der B-Lizenz-Inhaber arbeitet seit einigen Jahren im Amateurbereich, aktuell ist er Trainer des Landesligisten SpVgg Bad Pyrmont.

Hans Sarpei

Kultkicker Hans Sarpei, um den vor einigen Jahren ein riesiger Hype in den sozialen Medien entstand, kam in seiner Karriere auf 190 Einsätze in der 1. Bundesliga. Der 36-malige Nationalspieler von Ghana spielte unter anderem für Bayer 04 Leverkusen und den FC Schalke 04. Mit S04 gewann Sarpei 2011 den DFB-Pokal und erreichte im gleichen Jahr das Champions League-Halbfinale. Beim unvergesslichen 5:2-Erfolg bei Inter Mailand im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse war der Außenverteidiger über die komplette Spieldistanz am Ball. 2012 zog Sarpei dann einen Schlussstrich und beendete seine Karriere als Fußballer.
Aber auch für Sarpei war das nicht das Ende seiner TV-Laufbahn. 2015 nahm er an der RTL-Show „Let’s Dance“ teil und tanzte sich mit Profi-Tänzerin Kathrin Menzinger bis ins Finale, das die Beiden dann auch noch für sich entscheiden konnten. Außerdem trainiert Sarpei mittlerweile schon seit einigen Jahren in der Fußball-Doku „Hans Sarpei - Das T steht für Coach“ gemeinsam mit anderen prominenten Amateurteams aus Deutschland. Aktuell läuft die sechste Staffel der Sendung.

Diese Ex-Fußballer zog es ins Dschungelcamp

Die wohl erfolgreichste Trash-Show im deutschen Fernsehen ist das Dschungelcamp, das fast schon Kult geworden ist und jedes Jahr im Januar auf RTL ausgestrahlt wird. Ekelhafte und herausfordernde Dschungelprüfungen, Trash-Talk en masse und zwei Moderatoren, die sich ständig über alle Kandidaten lustig machen: Wer hier mitmacht, weiß, dass er mehrere Wochen lang vom TV-Publikum verspottet wird. Aber das scheint viele ehemalige Fußballer überhaupt nicht zu stören.
Der erste Fußballer, der sich ins Dschungelcamp wagte, war Jimmy Hartwig (64) im Jahr 2004. Der frühere deutsche Nationalspieler, der mit dem HSV dreimal Deutscher Meister wurde und 1983 den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte, erreichte den vierten Platz. 2008 zog der 534-malige Bundesligatorwart Eike Immel (58) ins Dschungelcamp ein. Der ehemalige Keeper vom BVB und vom VfB Stuttgart, mit dem er 1992 die Deutsche Meisterschaft holte, wurde Fünfter. Für Immel war die Teilnahme am Dschungelcamp nicht seine einzige Präsenz im deutschen Trash-TV. Auch bei einer Ausgabe des „Perfekten Promi Dinners“ auf VOX war er mit von der Partie. Dem Fußball ist Immel übrigens als Berater seines Heimatvereins Eintracht Stadtallendorf (Regionalliga Südwest) treu geblieben.

Wandervogel Ailton und Thorsten „Kasalla“ Legat

Auch der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig (2004) Ailton nahm schon einmal am Dschungelcamp (2012) teil. Für den früheren Stürmer des SV Werder Bremen und des FC Schalke 04, der nach seiner erfolgreichsten Zeit bei unzähligen Vereinen auf der ganzen Welt aktiv war, reichte es nur zum sechsten Platz. Heute ist Ailton 45 Jahre alt und spielt seit fast fünf Jahren nicht mehr aktiv Fußball. 2016 wollte es dann Thorsten „Kasalla“ Legat (50) unbedingt schaffen, der erste Fußballer zu werden, der das Dschungelcamp gewinnt. Der 243-malige Bundesligaprofi (Schalke 04, VfL Bochum, VfB Stuttgart, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt) musste sich aber schließlich mit Platz drei zufrieden geben. Aber auch, wenn es nicht zum Sieg reichte: Für Legat war das Dschungelcamp der Start in eine echte Trash-TV-Karriere. Seitdem ist er regelmäßig in Unterhaltungsformaten im TV zu sehen.

Ein Weltmeister und ein weißer Brasilianer

Bis heute hat es kein Fußballer geschafft, sich im Dschungelcamp auf den Thron zu setzen. 2017 versuchte sich mit Thomas „Icke“ Häßler sogar ein Weltmeister von 1990, sich den Sieg zu holen. Der heutige Trainer des Landesligisten Berlin United landete aber nur auf Rang vier. Der 52-jährige Häßler nahm auch schon an Let’s Dance und an der VOX-Spielshow „Ewige Helden“ teil. Auch dieses Jahr durfte im Dschungelcamp kein Fußballer fehlen. Der langjährige Zweitligaprofi Ansgar Brinkmann, auch bekannt als „Der weiße Brasilianer“ vom Radiosender „1LIVE“, packte aber frühzeitig seine Sachen und erlebte die Entscheidungstage im Camp gar nicht erst mit.
Fußballer im Trash TV - es scheint eine never ending Story zu sein. Das Dschungelcamp 2019 steht ja bereits in den Startlöchern. Ob nach Ailton, Häßler, Legat & Co. der nächste ehemalige Fußball-Star ins Camp einzieht?