Fitness

Die 7 härtesten Triathlons der Welt

© Livigno
Um an diesen Sport-Events teilzunehmen, brauchst du die Nerven und die Fitness eines griechischen Gottes. Der erfahrene Triathlet Nick Busca stellt die härtesten Iron-Races der Welt vor.
Autor: Nick Busca / Henner Thiesveröffentlicht am
Einer der größten Erfolge eines Triathleten ist es, einmal an einem Ironman teilzunehmen und diesen auch zu beenden. Aber sobald du die Ziellinie überquert hast – oder zumindest wenn alle Schmerzen und die Müdigkeit verschwunden sind – fragst du dich: „Was kommt als nächstes?“
So beginnt die Suche nach der nächsten Herausforderung. Ein neues Rennen muss her, eine neue Disziplin, ein anderer Ironman – vielleicht sogar ein Ultra-Triathlon, ein Rennen, bei dem die TeilnehmerInnen wahlweise über die halbe oder die volle Ironman-Distanz ganze Gebirge bezwingen müssen.
Was auch immer du suchst, hier sind die härtesten Iron-Races der Welt auf einen Blick!

1. Norseman, Norwegen

Der ultimative Weckruf beim Noresman in Norwegen.
Der ultimative Weckruf beim Noresman in Norwegen.
Wann: August
Der Norseman ist 2003 zum ersten Mal ausgetragen worden und war damit der allererste Ultra-Ironman, der jemals stattfand. Um eines der berühmten Finisher-T-Shirts zu erhalten, musst du um 5 Uhr morgens in den kalten norwegischen Gewässern (10°C im Jahr 2015) vom Deck eines Bootes springen, dann über 180 km einen Höhenunterschied von 3.800 m mit dem Rad überwinden, um anschließend 42 km mit einem Höhenunterschied von 1.432 m zu laufen.
Das Rennen wird nicht unterstützt, daher müssen die Athleten für Notfälle und unter extremen Bedingungen alles mit sich führen. Schließlich dürfen nur die schnellsten 160 Athleten unter den 250 Startern die Ziellinie erreichen. Brutal, aber episch.

2. Israman, Israel

Wann: Januar
Mit einem Bad im Roten Meer bei Wassertemperaturen von 23°C und Lufttemperaturen von 20°C könnte man denken, der Israman wäre ein Spaziergang im Park. Aber nein! Zunächst weist der Radabschnitt eine vertikale Steigung von 2.000 m in der halben Strecke auf, und dann offenbart der harte Teil der Strecke seine wahre Brutalität: ein zermürbendes Bergplateau über der Eilat-Gebirgskette, mit kalten Seitenwinden und Frontwinden über die gesamte Länge von 60 km. Es ist wahrscheinlich einer der dunkelsten Orte, an denen du in deinem Leben je Rad fahren wirst.
Darüber hinaus wirst du von der stillen und gespenstischen Wüste an der Grenze zwischen Israel und Ägypten umgeben sein, umgeben von Soldaten, die mit Gewehren ausgerüstet sind und deren Panzer an der Straße parken. Und wenn du dann das Fahrrad hinstellst, ist dein Rennen noch längst nicht vorbei: Es wartet ‚nur’ noch ein 10 km Bergab-Lauf auf dich. Spätestens dann sind deine Oberschenkel am Ende.

3. Bearman, Frankreich

"Bearman" ist eines der neusten Ultra-Rennen und schon jetzt ein Klassiker.
"Bearman" ist eines der neusten Ultra-Rennen und schon jetzt ein Klassiker.
Wann: September
Der Bearman ist eines der neuesten Events der Ultra-Rennstrecke, kann aber bereits zu den härtesten gezählt werden. Die Etappe dieses Rennens in den französischen Pyrenäen um Amélie-Les-Bains wird all deine Energie in Anspruch nehmen, um dich auf über 5.000 m nicht komplett fertig zu machen. Auch der Lauf wird dich mit einer vertikalen Steigung von 2.000 m an deine Grenzen bringen. Neben der üblichen Ausrüstung für einen Triathlon müssen die Athleten auch Fahrradlichter für den Sonnenuntergang, sowie Stirn- und Körperlampen für den Lauf und ein Mobiltelefon mitbringen.

4. ICON Livigno Xtreme Triathlon, Italien

Wenn du die Höhe nicht magst, wirst du in Schwierigkeiten geraten.
Wenn du die Höhe nicht magst, wirst du in Schwierigkeiten geraten.
Wann: August
Diese italienische Veranstaltung bietet die am höchsten gelegene Schwimmdistanz aller Ultra-Tri-Events überhaupt. Die erste Etappe des ICON findet im kalten Wasser des Livigno-Sees statt – einer Bergstadt an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Hier tauchen Sportler in 1.800 m Höhe ins kalte Wasser. Die Tatsache, dass Neopren-Badekappen obligatorisch sind (und Neoprensocken und Handschuhen dringend empfohlen werden), ist ein Beweis dafür, wie kalt es ist. Die Radstrecke (195 km – 15 km mehr als ein voller Ironman) bietet 5.000 Höhenmeter, während der letzte Lauf mit 42,2 km und 3.000 Höhenmetern dem Namen des Rennens gerecht wird.

5. The Brutal, Wales

Wann: September
Der Name sagt eigentlich alles... und doch verraten die 3.000 Höhenmeter auf dem Fahrrad und die 1.349 Höhenmeter der Laufstrecke nur einen kleinen Teil der ganzen Geschichte. Das Wasser des Lake Padam kann am Renntag sehr kalt sein (normalerweise um die 15°C). Sowohl die Fahrrad- als auch die Laufstecke verlaufen durch den schönen, aber anspruchsvollen Snowdonia-Nationalpark.
Wenn dir die volle Distanz des "Brutal" nicht ausreicht, bieten die Veranstalter auch einen doppelten und einen dreifachen "Brutal" an. Wer den "Brutal" verpasst, der kann sich am "Slateman" versuchen, einem weiteren Triathlon, der durch die unversöhnliche Landschaft von Snowdonia führt.

6. Ironman Lanzarote, Spanien

An diesem Küstenabschnitt wirst du keine Sonnenliege finden.
An diesem Küstenabschnitt wirst du keine Sonnenliege finden.
Wann: Mai
Lanzarote ist im Winter ein wahres Triathlon-Mekka! Während die Trainingsbedingungen in Nordeuropa nicht besonders gut sind, bietet Lanzarote eines der härtesten Ironman-Events im Rennkalender.
Normalerweise findet das Event Ende Mai im Atlantischen Ozean statt (19°C Durchschnittstemperatur) und ist aufgrund seiner Höhenlage (2.500 m), den starken kanarischen Winden und der Hitze berüchtigt – sogar zu dieser Jahreszeit. Es hat eine Durchschnitts-Finishing-Zeit von fast 14 Stunden und eine Abbrecherquote von 11%.
Klingt gut für dich? Na dann, los!

7. Austria eXtreme Triathlon, Österreich

The land of Arnie offers one of the hardest triathlons going
The land of Arnie offers one of the hardest triathlons going
Wann: Juni
Der Austria eXtreme ist seit 2016 fester Bestandteil des Ultra-Kalenders. Das Rennen findet in der Steiermark rund um Graz statt und besticht mit einer durchschnittlichen Finisher-Zeit von 15 Stunden und 31 Minuten.
Los geht's mit einer Schwimmstrecke durch die Mur, bei 14°C und mit 2.000 m stromabwärts und 1.800 m stromaufwärts. Weiter geht's auf dem Fahrrad über 3.923 m Höhenunterschied zur Laufstrecke, wo die TeilnehmerInnen ein Höhenunterschied von 1.863 m erwartet. Dieses Rennen ist eine einzige, harte Qual.