Bike
Henrique Avancini ist ein harter Konkurrent. Wenn er im Mercedes-Benz UCI Cross-Country World Cup Rennen bestreitet, geht er mit vollem Fokus an die Sache heran und kennt kein Aufgeben. Er ist einer, der im Rennen die Verantwortung übernimmt und das Feld anführt - eine Position, die ihm gefällt und die eines beweist: Avancini ist sich seiner herausragenden Fähigkeiten bewusst!
Avancini ist der beste Bike-Athlet Brasiliens. 2020 krönte er in Nové Město seine starken Performances mit seinem ersten World Cup-Sieg. Für diesen Erfolg brauchte es zehn harte Jahre, in denen er viele Opfer bringen musste.
In "Until 18" findest du heraus, warum sich Avancini für die MTB-Karriere entschieden hat:
7 Min
Henrique Avancini
Folge dem brasilianischen XCO-Star, während er einen Rückblick auf seinen Werdegang wirft.
Das Short Track-Format XCC ist wie auf Avancini zugeschnitten. Dort konnte er bereits drei World Cup-Rennen für sich verbuchen. Der ehemalige UCI Mountainbike Marathon-Weltmeister und 17-malige National Champion startet damit als Führender der UCI-Rankings ins Jahr 2021.
Mit dem Start der neuen Saison ist er voller Selbstvertrauen und er hofft darauf, weitere Siege in den XCO- und XCC-Rennen einzufahren. Daneben stehen die Olympischen Spiele auf dem Programm. Mit den starken Leistungen der letzten Jahre kann sich Avancini damit einen weiteren Traum erfüllen.
1 Min
Henrique Avancini gewinnt sein erstes XCO World Cup-Rennen in Nové Město
Erlebe den entscheidenden Move von Henrique Avancini beim zweiten Rennen in Nové Město, der ihm den Sieg einbrachte.
Geboren, um zu fahren
Avancini wurde dazu geboren, Fahrrad zu fahren. Seinem Vater gehörte ein Bike-Shop und war maßgeblich daran beteiligt, dass Henrique im Alter von acht Jahren auf das Bike stieg. Doch seine erste Erfahrung war keine glückliche, wie Carol Avancini, seine Schwester und Physiotherapeutin, erzählt.
"Ich habe von meinem Vater gelernt, wie man ein Bike fährt, und habe mein Wissen mit Henrique geteilt. Es war ein Desaster. Bei seinem ersten Versuch ließ ich ihn alleine fahren, hatte aber vergessen, ihm zu zeigen, wie man die Bremsen benutzt. So landete er in den Rosen-Büschen."
Doch Avancini ließ sich von diesem kleinen Unfall nicht beirren und er stieg bald genug wieder aufs Bike. Es war der Anfang einer Reise, bei der er auf zwei Rädern die Welt erobern sollte.
"Auch nach diesem Vorfall wollte er wieder aufs Bike, also versuchte er es ein weiteres Mal. Unsere Familie hat ihn dabei immer unterstützt und ihm bei allem geholfen, was er brauchte - egal, ob das eine spezielle Diät, wichtige Termine oder Massagen waren. Ich glaube, dass er ohne Familie nicht so weit gekommen wäre", fügt Carol hinzu.
Der große Durchbruch
Avancini fand schnell seine Balance als Radfahrer und konzentrierte sich auf seine Ziele in Mountainbike-Bewerben. Bei der Weltmeisterschaft 2007 feierte er im Cross-Country sein Junioren-Debüt, bevor er U23-Rennen in Angriff nahm und in Europa für das ISD-Team unterwegs war.
2013 ging er dann wieder nach Brasilien, um dort für den nationalen Bike-Hersteller Caloi zu fahren. Das Major-Team Cannondale Factory Racing wurde 2015 dann auf sein Talent aufmerksam. Dort fand Avancini jenes Umfeld, mit dem der mittlerweile 30-Jährige seine Karriere vorantreiben konnte. Bei Cannondale entwickelt er sein Potenzial weiterhin und erzielt immer bessere und konstantere Resultate. Verantwortlich dafür ist auch der Support seines engen Freundes und Teamkollegen Manuel Fumic.
Harte Arbeit und viele Opfer
Carol meint, dass Henrique selbst wohl nie der Ansicht war, dass er in seinem Metier ein Naturtalent ist. Er fand seinen eigenen Weg, indem er die Zähne zusammenbiss und hart für seine Erfolge arbeitete. Er pusht permanent seine Grenzen und reflektiert über seine Fähigkeiten.
"Dass wir für unsere Ziele Opfer bringen müssen, gehört zu unserer Geschichte und ich denke, dass er das zuhause gelernt hat. Er musste auf Urlaub, Geburtstagspartys, Trips mit Freunden, sogar auf Schlaf und so viele andere Sachen verzichten, um dort hinzukommen, wo er heute ist."
"Tatsächlich würde es mich aber nicht überraschen, wenn er noch weitere Erfolge einfährt. Er kann noch so viel mehr. Wenn er gewinnt, gewinnen wir alle, weil wir seine Träume teilen."
Avancini ist stolz, wenn er das Trikot seines Landes überstreift.
© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool
Ungebrochene Leidenschaft
Im Rennen spricht der Gesichtsausdruck von Avancini Bände: Er ist aggressiv, geht Risiken ein und fährt mit ungebrochener Leidenschaft. Das ist der Grund, warum er sich sowohl innerhalb als auch außerhalb Brasiliens eine große Fanbase aufbauen konnte.
Avancini weiß, dass er die harte Arbeit auch weiterhin bringen muss. Dabei geht er tiefenanalytisch vor. Er schaut sich seine vergangenen Rennen im Detail an und sucht nach Wegen, wie er sich weiter verbessern kann. Damit macht er Jahr für Jahr einen Schritt vorwärts. Nachdem der erste World Cup-Sieg nun geschafft ist, geht Avancini mit viel Selbstvertrauen in die neue Saison. Eine bessere Ausgangsposition war dem Brasilianer bisher noch nie vergönnt.
Teil dieser Story