Jesper Tjäder: Einer der kreativsten Freeskier im Porträt
Von internationalen Slopestyle-Triumphen bis hin zu viralen Edits und Weltrekorden - Jesper Tjäder ist DAS schwedische Freestyle-Phänomen, das Freeskiing in neue Dimensionen katapultiert.
Jesper Tjäder ist Profi-Freeskier aus Leidenschaft und er strebt unaufhörlich danach, ans absolute Limit und darüber hinaus zu gehen. Bekannt für seine einfallsreichen und supermodernen Videos und Edits, versucht Tjäder in allen Bereichen seines Lebens, die Grenzen auszuloten und neue Perspektiven zu eröffnen.
Auch nach zehn Jahren Profi-Karriere überrascht der 28-Jährige immer wieder mit verblüffenden Tricks und Combos, die uns Normalsterbliche in purer Bewunderung und Ehrfurcht vor den Bildschirmen staunen lassen. Aber auch sein Kampfgeist ist nach wie vor ungebrochen, was die zahlreichen Podiumsplatzierungen auf der ganzen Welt beweisen.
Geboren und aufgewachsen in Östersund -- eine Stunde von Åre, dem Top-Skigebiet Schwedens, entfernt -- stand Tjäder bereits in jungen Jahren auf Skiern. Er gewöhnte sich schnell an das Sportgerät und verliebte sich sofort in die Kreativität und den Adrenalinrausch.
Auf den Pisten von Åre gab es immer schon viele große Features und man traf regelmäßig berühmte Athleten, von denen man sich inspirieren lassen konnte. Letztendlich war es sein Hausberg und die Menschen dort, die diese sportliche Leidenschaft in dem jungen Tjäder entfachten. "Ich glaube, die Skikultur hier oben in Jämtland hat mich zu einem so guten Skifahrer gemacht", erklärt er.
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Skifahren und das Filmen seiner Tricks gingen für Tjäder immer schon Hand in Hand. Er begann bereits früh, seine eigenen Videos zu produzieren und sie ins Internet zu laden. Dieses kontinuierliche Festhalten seiner Fortschritte und neuesten Tricks sollte der Ausgangspunkt seiner Karriere sein.
"Die schwedische Skisport-Website freeride.de war super wichtig für mich. Dort hat meine Liebe für das Produzieren von Videos begonnen", sagt er.
Ich konnte es kaum glauben, als ich einen Anruf von Jon Olsson bekam. Ich wurde eingeladen zu einer Session mit einem Helikopter und machte den krassesten Sprung, den ich je gemacht, geschweige denn gesehen hatte.
Tjäders großer Durchbruch kam, als er noch ein Teenager war. Die schwedische Freeski-Legende Jon Olsson stolperte eines Tages über eines seiner YouTube-Videos, bei dem er den Dub-12 zeigte -- einen Trick, den nur eine Handvoll Menschen beherrschen. Olsson griff sofort zum Hörer und klingelte bei dem jungen Tjäder durch. Sie verabredeten sich zu einem gemeinsamen Jam und drehten einen Clip.
"Es war verrückt", erinnert sich Tjäder. "Ich konnte es kaum glauben, als ich einen Anruf von Jon Olsson bekam. Ich wurde eingeladen zu einer Session mit einem Helikopter und machte den krassesten Sprung, den ich je gemacht, geschweige denn gesehen hatte.
Nachdem das Video veröffentlicht wurde, änderte sich alles. "Ich wurde in den professionellen Teich des Freeskiing geworfen und bekam meine erste Sponsoren. Von da an ging alles super schnell."
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Breaking the Internet
Vom einen auf den anderen Tag wurde er vom lokalen Freeskier zum internationalen Slopestyle-King, der sich mit seinen kreativen Tricks und seinem Drang, die Grenzen des Freeskiings auszuloten, schnell einen Namen machte. Und es dauerte nicht lange bis zu den ersten großen Auszeichnungen. 2011 wurde er zum IF3 Rookie of the Year und zum Best Rail Skier of the Year gekürt. 2012 gewann er den Park Shredder of the Year-Award. Zwei Jahre später belegte er den dritten Platz im FIS Freestyle World Cup und wurde European Freeski Open Champion.
2015 war ein weiteres denkwürdiges Jahr für den schwedischen Überflieger, der mit seinen Performances enorme Aufmerksamkeit erregte. Beim Freeskiing-Event "Nine Knights" entschied sich Tjäder für einen Sprung über ein riesiges Gap zwischen zwei Kickern. Alle waren sich einig: Das Gap zu überspringen ist unmöglich!
Aber Tjäder hörte nicht auf sie, schaltete seine GroPro ein und legte los. Beim ersten Mal machte er einen einfachen Air über das Gap. Beim letzten von drei Trys zauberte er dann einen massiven Double Backflip über das Gap. Das Video ging viral und festige Tjäders Namen an der Spitze des Freeskiing.
Jesper hat diese seltsame Fähigkeit, absolut verrückte Sachen auf seinen Skiern zu machen. Er rutscht ein bisschen in der Gegend herum und denkt sich dabei diese krassen Tricks aus.
Als wäre das Video nicht schon genug gewesen, legte der Schwede ein paar Monate später mit "Unrailistic" nach. Direkt aus seiner eigenen Fantasie entsprungen, erschuf er einen Spielplatz aus unvorstellbaren Rails. Dabei mixte er technisch anspruchsvolle Tricks auf traditionellen Park-Features mit unglaublich originellen Features wie einem Trampolin und einer Schaukel.
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Jesper Tjader's Unrailistic edit
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Tjäders größte Stärke war immer schon die Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Sein Part im "Supervention"-Edit im Jahr 2013 gab bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sein kreativer Geist und seine Skills zu leisten im Stande sind, aber nach dem Release von "Unrailistic" Ende 2015 verpufften auch die allerletzten Zweifel ins Nichts. In den Jahren danach entstanden weitere unvergessliche Edits und Tjäder katapultierte Freeskiing ein ums andere Mal in eine neue Dimension.
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Jesper Tjäders Loop
Der Freestyle-Skifahrer Jesper Tjäder hatte die Idee, einen Looping zu bauen, und gemeinsam mit Aksel Lund Svindal und Marcus Kleveland die Idee verwirklicht. Sieh selbst!
Beispiel gefällig? Beweisstück A: Das Loop-Rail in "Supervention 2" aus dem Jahr 2017. Beweisstück B: Der Body-Slide-to-Spin-Out in "Unrailistic 2.0" aus dem Jahr 2019 und dann natürlich noch Beweisstück C, der Feuerloop in seinem japanischen "Game Show"-Edit aus 2020. Bei den genannten Tricks benötigte der Schwede häufig über 100 Versuche. Was für manche unglaublich viel erscheinen mag, ist für den Ausnahmeathleten genau das, was es so spannend macht.
"Das Schönste an diesen Videoprojekten ist die Möglichkeit, Features und Tricks zu machen, die man bei einem Wettkampf nie machen würde. Man weiß nie, wie lange es dauert, einen bestimmten Trick zu landen -- manchmal geht es ganz schnell, manchmal dauert es Tage. Aber wenn man es endlich geschafft hat, ist es ein verrücktes Gefühl. Und genau dieses Gefühl ist es, was einen dazu bringt immer weiter zu pushen."
Eines ist nach all diesen Jahren jedenfalls klar: Jesper Tjäder tickt anders als die meisten. Aber wie kommt er auf diese verrückten Ideen? Um diese Frage zu beantworten, muss man nur einen Blick in eines seiner vielen Notizbücher werfen. Schon von klein auf hatte er immer ein Notizbuch dabei, damit er jede Idee, die ihm in den Sinn kam, skizzieren konnte. Diese Skizzen werden dann in seinen Videos in die Realität umgesetzt. Die schon fast unrealistischen Rail-Kombinationen in Unrailistic 1 und 2, die seltsamen, aber wunderbaren Formen in Game Show -- all das findet sich in den persönlichen Notizbüchern des Schweden.
Im Jahr 2021 beschloss Tjäder, dass es an der Zeit war, die besten Freeskier in seinen Kopf einzuladen. Er veranstaltete das Unrailistic Invitational in Åre, zu dem er natürlich viele seiner Kumpels einlud, die zufälligerweise zu den besten Freeskiern und Snowboardern der Welt gehören. Gemeinsam shreddeten sie dann auf den originalen Features aus dem gefeierten Edit.
Sharing is caring: Tjäder und seine Kumpels gemeinsam am Unrailistic-Park
Auch seine besten Kumpels wissen, dass Tjäder etwas Besonderes ist. Olsson, der Freeskier, der sein Talent früh erkannte, bringt es auf den Punkt: "Jesper hat diese seltsame Fähigkeit, absolut verrückte Sachen auf seinen Skiern zu machen. Er rutscht ein bisschen in der Gegend herum und denkt sich dabei diese krassen Tricks aus. Ich glaube, das hat ihm diese unglaubliche Kontrolle über sein Skifahren gegeben, von der viele Kollegen nur träumen können."
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Die beste Action von Red Bull Unrailistic
Die besten Park-Skifahrer:innen der Welt fuhren auf einem speziell angefertigten Parcours, der von Jesper Tjäders Unrailistic-Edits inspiriert war.
2022 beschloss Tjäder, seine Rail-Expertise auf das nächste Level zu heben und etwas völlig Neues zu machen. Das Ziel? Der längste Rail-Grind auf Skiern. Ob er es geschafft hat? Ja, und es waren nur 127 Versuche nötig, um den Guiness World Record zu brechen. Bei dem Rekordversuch grindete Tjäder beeindruckende 154,49 m am Rail entlang und erreichte dabei einen Top-Speed von 77 km/h.
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Das längste Rail der Welt
Schau dir an, wie der olympische Freeski-Medaillengewinner Jesper Tjäder einen neuen Weltrekord aufstellt, indem er das längste Rail der Welt fährt.
Wenn es um Tjäder und seine Skills auf zwei Latten geht, ist eines sicher: Er wird nie aufhören die Grenzen zu sprengen. Es gibt immer noch mehr Tricks zu lernen, mehr Kreativität zu entfesseln und neue Fantasien in die Realität umzusetzen. Egal, ob bei großen Contests, bei seinen bahnbrechenden Edits im Internet oder bei lustigen Tree-Runs mit seinen Kumpels zu Hause -- Jesper Tjäder geht immer ans Limit und darüber hinaus -- und wir lieben es!
Tjäder glänzt aber nicht nur im Internet bei seinen atemberaubenden Edits. Im Laufe seiner Karriere hat er einige beeindruckende Ergebnisse erzielt, darunter eine Bronzemedaille im Slopestyle bei den Spielen in Peking 2022 und eine Goldmedaille bei den X-Games im Knuckle Huck 2023. Hinzu kommen zwei Siege beim Freestyle-Bewerb Red Bull Playstreets -- unter anderem im Jahr 2023. Tjäder gewann auch den Slopestyle-Weltcup in Silvaplana 2023 und wurde Dritter im FIS Freestyle Skiing World Cup.
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Die Highlights vom Red Bull PlayStreets Finale 2023
Sieh dir die Highlights von Red Bull PlayStreets 2023 an.