Die Motorrad-Weltmeisterschaft wird bereits seit 1949 ausgetragen. Aktuell umfasst die WM drei Klassen: Neben der Königsklasse MotoGP und der Einsteigerklasse Moto3 ist auch die Moto2 Bestandteil der Meisterschaft. Hier erfahrt ihr alles, was ihr darüber wissen müsst.
Die Ursprünge der Moto2 reichen bis zu den Anfängen der Motorrad-WM zurück. Diese startete seit dem Jahr 1949 in Leistungsklassen von 125 ccm, 250 ccm, 350 ccm und 500 ccm.
Im Jahr 2010löste die neu gegründete Moto2-Klasse die bisherige 250-ccm-Meisterschaft innerhalb der Weltmeisterschaft ab und markiert damit derzeit die zweithöchste Prototyp-Rennklasse für Motorräder.
Der Hintergrund war, dass die Prototyp-Maschinen in den Jahrzehnten zuvor immer leistungsstärker wurden, während die Kosten für Teams und Hersteller explodierten. Also entschied sich der Dachverband FIM, dem einen Riegel vorzuschieben und rief so die Moto2 ins Leben.
Mit dem Ziel, eine kostengünstige Nachwuchsklasse für die MotoGP auf die Beine zu stellen.
Intime Einblicke in die Welt der MotoGP: 'Race Week' liefert einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen. Begleitet unter anderem Pedro Acosta bei der Rückkehr in seine Heimat.
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Pedro Acosta kehrt in seine Heimat zurück
Begleite den Red Bull MotoGP™ Rookies Cup-Champion Pedro Acosta in den Tagen vor dem GP von Spanien in Barcelona.
Um die Kosten, aber auch Leistung zu begrenzen, folgt auch die Moto2 strengen technischen Regularien, die Budget, Motor, Getriebe und viele weitere Bereiche beschreiben.
Im Gegensatz zu den Superbike-Rennserien, in denen mit seriennahen Motorrädern gefahren wird, gehen in der Moto2 Prototypen an den Start, die auf Einheitsmotoren setzen.
Die Motorräder müssen zudem bestimmte Anforderungen erfüllen, so sind mittlerweile beispielsweise pneumatische Ventilsteuerung, ovale Kolben und Karbon-Bremsen verboten. Außerdem sind Teams verpflichtet, die von der FIM vorgeschriebene elektronische Motorensteuerung (ECU) und Benzineinspritzung zu nutzen.
Hinsichtlich des Getriebes sind maximal sechs Übersetzungen erlaubt, drei alternative Einstellungen pro Übersetzungsstufe sind jedoch möglich. Die entsprechenden Angaben müssen Teams bereits vor der Saison abgeben.
Federn für die Ventile, Nockenwelle, Kurbelwelle, Pleuel, Kolbenstifte und die Bremsscheiben müssen aus Stahl gefertigt sein, Motorengehäuse und Zylinderköpfe, sowie Kolben müssen hingegen aus einer Aluminiumlegierung bestehen.
Das Mindestgewicht hat sich seit der Saison 2013 ebenfalls geändert. Aktuell liegt es bei 215 kg für Fahrer und Motorrad. Die Reifen steuert Hersteller Pirelli bei.
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Die Motoren der Moto2
In den Jahren 2010 bis 2018 stellte Honda die Einheitsmotoren für die Moto2-Klasse. Hierbei handelt es sich um den Serienmotor, der in der Honda CBR 600 zu finden ist. Der Vierzylinder-Viertakt-Saugmotor wartete mit einem Hubraum von 600 ccm auf.
Seit 2019 stammen die Aggregate vom britischen Hersteller Triumph. Aktuell kommen hier Motoren mit drei Zylindern zum Einsatz, die einen Hubraum von 765 ccm aufweisen und speziell für den Motorradsport hin abgestimmt sind. Auf der Website von Triumph gibt es weitere Informationen zu den Moto2-Motoren.
Sie erreichen eine Leistung von bis zu 140 PS und das bei einer Drehzahl von bis zu 18.000 U/min. Dabei wird eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 290 km/h realisiert. Die elektronische Motorensteuerung (ECU) wird von einem von der FIM bestimmten Hersteller geliefert.
Die Moto2 ist, wie auch die Moto3, Teil des Rahmenprogramms der MotoGP-Motorrad-Weltmeisterschaft. Entsprechend gleicht der Rennkalender dem der MotoGP.
In der Moto2-Saison 2024 stehen 20 Meisterschaftsläufe auf dem Programm, das Saisonfinale bildet dabei traditionell der Grand Prix von Valencia. Mit dem Sokol International Racetrack in Kasachstan wird es in dieser Saison auch eine neue Strecke geben - insgesamt der 74. Kurs, der Teil der Meisterschaft ist.
Der Moto2-Kalender 2024 im Überblick:
Rennen
Datum
Grand Prix
Ort
1
10. März
Grand Prix of Qatar
Losail
2
24. März
Grande Prémio de Portugal
Portimao
3
14. April
Grand Prix of the Americas
Austin
4
28. April
Gran Premio de España
Jerez
5
12. Mai
Grand Prix de France
Le Mans
6
26. Mai
Gran Premio de Catalunya
Montmelo
7
02. Juni
Gran Premio d'Italia
Scarperia e San Piero
8
30. Juni
TT Assen
Assen
9
07. Juli
Grand Prix Deutschland
Hohenstein-Ernstthal
10
04. August
British Grand Prix
Silverstone
11
18. August
Grand Prix von Österreich
Spielberg
12
01. September
Gran Premio de Aragón
Alcañiz
13
08. September
Gran Premio di San Marino
Misano
14
22. September
Grand Prix of Kazakhstan
Almaty
15
29. September
Grand Prix of Indonesia
Central Lombok
16
06. Oktober
Grand Prix of Japan
Motegi
17
20. Oktober
Australian Motorcycle Grand Prix
Phillip Island
18
27. Oktober
Thailand Grand Prix
Buriram
19
03. November
Grand Prix of Malaysia
Sepang
20
17. November
Gran Premio de la Comunitat Valenciana
Valencia
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Fahrer und Teams der Moto2
Das Feld in der Moto2 ist im Jahr 2024 gut gefüllt. Insgesamt 15 Teams gehen an den Start, die jeweils zwei Fahrer stellen. Damit kommt das Starterfeld auf 30 Piloten. Mit Ersatz- und Wildcardfahrern finden sich aber deutlich mehr Namen in der Fahrerwertung.
Währen die Einheitsmotoren also von Triumpf stammen, steuern verschiedene Konstrukteure Material bei. Am häufigsten vertreten ist Kalex mit dem Moto2-Bike. Der deutsche Hersteller beliefert 12 der 15 Teams.
Zwei Teams (MT Helmets - MSi und Speed Up Racing) treten mit dem B-24 des italienischen Herstellers Boscoscuro an, das Klint Forward Factory Team startet mit dem Forward F2-Motorrad.
Die wichtigsten Fahrer der Moto2 2024:
Im Fahrerfeld der aktuellen Moto2-Meisterschaft tummeln sich einige bekannte Namen. Darunter Sieger aus der Moto3 oder Piloten, die den Red Bull Rookies Cup für sich entscheiden konnten.
Der Motorradrennfahrer Deniz Öncü vor dem indonesischen Moto3-Rennen
Zu den weiteren bekannten Namen gehören Sergio García (Platz 2 in der Moto3-Meisterschaft 2022), Jaume Masiá (Moto3 Weltmeister 2023) oder Ayumu Sasaki (Sieger des Red Bull Rookies Cup 2016 und Vize-Weltmeister der Moto3 2023).
Marcel Schrötter springt 2024 als Ersatzfahrer bei Red Bull KTM Ajo ein.
Mit Marcel Schrötter ist auch ein deutscher Fahrer im Jahr 2024 in der Moto2 aktiv. Der zweimalige Sieger der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ist in diesem Jahr jedoch nur als Ersatzfahrer aktiv und startete bislang zweimal für Red Bull KTM Ajo.
Die Moto2 geht im Jahr 2024 in ihre 14. Saison. Natürlich kürten sich im Laufe der Jahre einige Piloten zum Weltmeister. Darunter bekannte Namen, die heute ganz weit oben in der Motorrad-WM mitmischen.
In der Premierensaison 2010 sicherte sich der Spanier Toni Elías den Titel als Champion. Im Jahr darauf folgte der deutsche "Lausbub" Stefan Bradl.
Hier sind alle Moto2-Weltmeister im Überblick:
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Rekorde der Moto2
Marc Márquez hält auch heute noch einige Moto2-Rekorde