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RIN im Raptalk: 7 Fakten über sein neues Album „Nimmerland“

© Red Bull Rap Einhundert
Heute erscheint „Nimmerland“, das neue Album von RIN. Wir liefern euch, direkt aus RINs erstem großen Video-Interview für Red Bull Rap Einhundert, ein paar spannende Details über das Album.
Autor: Red Bull Musicveröffentlicht am
Im ersten großen Video-Interview seiner Karriere hat RIN anlässlich von „Nimmerland“ mit Jan Wehn exklusiv für unseren brandneuen Channel Red Bull Rap Einhundert über die Motivation hinter seiner Musik, das Konzept von „Nimmerland", die Produktion und über die Künstler, die ihn in der Zeit seit „EROS“ am meisten inspiriert haben, gesprochen. Wir liefern euch, pünktlich zum Release und direkt aus dem 100-Minuten-Talk, ein paar spannende Details und Fakten über das Album, den Entstehungsprozess und einzelne Tracks.

1. Nerdication

„Ich bin ein Nerd! Ich liebe es zu nerden – wenn ich etwas entdecke, was ich geil finde, dann muss ich alles wissen, was es darüber zu wissen gibt und am besten auch noch etwas, was keiner weiß“, erzählt RIN im Interview – und das Nerdtum beschränkt sich nicht nur auf Mode, Musik oder sonstige popkulturelle Errungenschaften, sondern bezieht sich auch auf die technischen Umstände, unter denen Songs entstehen. Also hat RIN sich in Sachen Raumklang, Signalfluss, Frequenzbänder, Mixing und Mastering richtig reingekniet und mittlerweile ein eigenes Studio eingerichtet, um das bestmögliche aus seiner Musik herauszuholen zu erzielen.
So klingt das Ergebnis:

2. RIN hat „Alien“ komplett alleine produziert

Aufmerksame Fans dürften schon wissen, dass RIN sich schon seit längerem nicht mehr einfach nur aufs Rappen konzentriert. So steuerte er bereits das Flöten-Sample zur Produktion von „Dior 2001“ bei. Auch die auf „Up In Smoke“ zu hörende Kalimba geht auf die Kappe von RIN. Mit „Alien“ hat er das erste Mal einen kompletten Song alleine produziert, bei dem Minhtendo nur noch in Sachen 808 ein bisschen Hand anlegen musste.

3. Die Geschichte hinter den Producer-Tags von Minhtendo und Alexis Troy

Wenn ein Producer etwas auf sich hält, dann hat er natürlich auch ein Producer-Tag, eine Art Signature Sound oder Keyphrase, das zu Beginn einer jeden Komposition erklingt und gleich mal klar macht, wessen Klängen man hier lauscht. Auf „Nimmerland“ hört man gleich zwei dieser akustischen Duftnoten: „Minh-Minh-Minh macht voll die Hits!“ war ursprünglich nur ein spontaner Joke während einer Aufnahmesession, wurde dann aber kurzerhand zum Producer Tag von Minhtendo umfunktioniert, während das Zitat „This is the world that you know!“ ab jetzt auf Produktionen von Alexis Troy hinweist und, Filmfans dürfte es bereits aufgefallen sein, aus „Matrix“ stammt.

4. RIN hat zum ersten Mal Features auf einem Album

Weder auf „EROS“ noch auf „Planet Megatron“ fanden sich Gastbeiträge anderer Rapper oder Musiker. Der Grund ist simpel: „Ich kann jetzt hier an diesem Punkt stehen und sagen, dass das die Arbeit von meinem Team und mir war“, sagt RIN. „Ich wollte Features erst an einem Punkt machen, an dem man weiß, wer ich bin und ich einen gewissen Stand habe. Jetzt kann ich mit Leuten zusammenarbeiten, weil ich das will und nicht weil ich deren Reichweite brauche.“ Im Laufe des Jahres hörte man ihm schon auf den Alben von Ufo361 und Luciano, auf „Nimmerland“ veredeln Bilderbuch („Mein absolutes Traumfeature!“) den als Outro fungierenden Titeltrack „Nimmerland“ mit einem richtigen Mucker-Moment, während Bietigheim-Bissingen-Buddy Bausa den Retro-Refrain von Echt aus den späten 90ern ins Jetzt transferiert, während Luciano und Sido auf dem Remix zu „Vintage“ den Schulterschluss der Generationen vollziehen.

5. Er schreibt Adlibs wie Texte

Auf „Nimmerland“ hört man die absurdesten Adlibs von „Space!“ bis „Glitzer, glitzer“ – um nur mal ein paar Beispiele aus „Fabergé“ zu nennen. Der Grund? „Ich bin inzwischen oft von Adlibs gelangweilt, die einfach das wiederholen, was man gerade gerappt hat“, sagt RIN. „Adlibs können einen Song auf ein anderes Level bringen oder total langweilig machen. Deshalb gehe ich sie inzwischen wie einen Text an.“

6. „Alles vintage!“

Das Albumcover macht deutlich: RIN ist ein Kind der späten 90er und frühen 2000er – nur logisch, dass man das auch auf dem Album hört. Musikalisch geht es quer durch die CD-Regale und Tauschbörsen – von Echt bis Nirvana, von Jay-Z bis Kool Savas, von Kanye West bis Kid Cudi. Aber in den Texten finden sich immer wieder auch Verweise auf Fernsehserien wie „Jackass“ oder „One Piece“. Apropos: Die Muskvideos sind durchzogen von Referenzen auf Filme wie „Kids“ oder „La Haine“. RIN feiert das Spiel mit den unterschiedlichsten Zitaten seiner Jugend. „Ich liebe es, dass mittlerweile eine richtige Kultur der Interpretation meiner Songs entstanden ist.“

7. Die Bedeutung des Albumtitels „Nimmerland“

Übrigens ist auch der Albumtitel eine Referenz auf die 90er Jahre, nämlich den Film „Hook“ von Steven Spielberg, eine erwachsenere Adaption des Klassikers „Peter Pan“. „In ‚Hook‘ ist Peter Pan zu alt geworden und hat vergessen, wie man fliegt und dass er jemals im Nimmerland war“, erklärt RIN. „Ich will das gar nicht eklig aufbauschen, aber ich wollte für meine Generation dieses eine Album erschaffen und diesen Moment festhalten, während ich selber gerade noch jung genug bin, um zu fliegen. Dieser ganze Kampf mit dir selbst, mit dem Leben und dem Erwachsenwerden war das Thema das Albums.“
Du willst alles, wirklich alles über „Nimmerland“ wissen? Das komplette, 100-minütige Interview von RIN mit Jan Wehn findet ihr HIER auf unserem brandneuen Youtube-Channel Red Bull Rap Einhundert – und sonst nirgends!