Rap 💯
Als Eno 2016 seinen ersten Song bei YouTube hochlädt, ahnt niemand, dass der Junge aus Wiesbaden schon bald ganz oben mitspielt. Ensar Albayrak, geboren im osttürkischen Kovancılar, wächst unter schwierigen Bedingungen auf – seine Familie lebt zunächst ohne gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland. Erst mit acht Jahren kann Eno zur Schule gehen. Doch was andere bremst, treibt ihn an: Fachabitur, ein paar Semester Bauingenieurwesen, eigene Business-Pläne – Eno verfolgt konsequent seinen Kurs.
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Familiäres Fundament, klarer Kopf
Er trägt seine Herkunft wie ein unsichtbares Tattoo und bleibt eng bei denen, die ihn geprägt haben. Die Familie, das Restaurant der Eltern, der große Bruder – sie geben Halt. Anders als viele Szene-Kollegen lebt Eno clean: kein Alkohol, keine Drogen. Seine Crew? Seit Kindertagen unverändert. Diese Konsequenz spürt man in allem, was er tut.
Während seines Studiums entdeckte Eno Rap für sich und begann 2016, erste Songs auf YouTube hochzuladen. Er beteiligt sich am Szeneprojekt „Von der Straße in die Charts“ von Celo & Abdi und schafft wenig später mit dem Dardan-Feature „Wer Macht Para?“ den Durchbruch: Schon nach wenigen Tagen zählt das Video drei Millionen Klicks. (Heute sind es weit mehr als zehnmal soviele.)
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Penthouse, Fuchs und Ferrari
So entdeckt Xatar den jungen Ensar und bietet ihm eine Plattform auf seinem Label Kopfticker – Eno legt sein Studium auf Eis und konzentriert sich auf die Musik. Schon sein erstes Mixtape „Xalaz“ landet 2017 in den deutschen Album-Top-40, das Debütalbum „Wellritzstraße“ sorgt dann für die ersten Singlehits mit Tracks wie „Penthouse“ und „Mercedes“. Aber sein zweites Album „Fuchs“ stellt alles in den Schatten, was Eno bis dahin erreicht hat: „Ferrari“ erobert in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz 1, bringt achtstellige Streamingzahlen, Eno sammelt Gold- und Platin-Auszeichnungen und betoniert seine Dauerpräsenz in den Charts. Spätestens ab 2019 liefert Eno konstant. Insgesamt sechs Studioalben zeigen bis dato seine Vielseitigkeit.
Eno bringt eine Sprache ins Spiel, die viele sprechen, aber wenige rappen: Türkisch, Arabisch, Deutsch – fließend kombiniert. Dazu prägnante Flows, Doubletime-Passagen, Hooks mit Wiedererkennungswert. Ob Trap, Dancehall oder poppige Ausreißer mit Ansage: Eno hält immer die Balance zwischen Straße und Streaming, zwischen Playlist und Persönlichkeit.
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D-TEC und Eno 2.0
Mit dem Erfolg steigt auch der Druck. Eine Zeit lang zieht sich Eno nach Rückschlägen bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Schlafstörungen, innere Unruhe, der Wunsch, wieder bei sich selbst anzukommen – statt Verdrängen setzt er auf Therapie und verarbeitet, was ihn umtreibt. Aus dieser Phase entsteht ein neuer Fokus.
Darauf folgt der Neuanfang: Eno verlässt Xatars Label im Guten und unterschreibt bei Universal. Das Album „D-TEC (Die Tränen eines Clowns)“ bringt 2023 einen gereiften Künstler hervor: Persönlich, reflektiert und mit klarem Blick auf die Schattenseiten der Branche. Schon der intensive Titelsong trifft damals einen Nerv – und zeigt: Eno geht kompromisslos und selbstbestimmt weiter. Jetzt erst recht.
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Business-Mind und Zukunftspläne
Parallel zur Musik baut sich Eno sein eigenes Imperium auf. Früh investiert er in Immobilien, eröffnet eine erfolgreiche Shishabar in Wiesbaden und bringt ein Mac’n’Cheese-Restaurantkonzept nach Berlin. Dabei gerät die Musik nie lange aus dem Fokus: Ende Juli 2025 erscheint die EP „Ensar Abi“, die uns den dritten Teil der „Wer macht Para“-Saga mit Dardan bringt, überhaupt einen konzentrierten Eno in Bestform – und ganz nebenbei bestimmt auch einen neuen Sommerhit. Drunter macht’s Eno nämlich nicht.
Eno ist kein Künstler der Extreme, sondern einer der Konsequenz. Vom Kind mit unsicherem Status wurde er zum Musiker mit Millionenpublikum, vom Hobbyrapper zum Unternehmer mit Plan. Seine Geschichte ist keine Marketing-Story, sondern Realität – und vielleicht gerade deshalb so inspirierend.
Wohin die Reise geht? Eno sagt nicht viel. Aber er arbeitet dran.
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