Skateboarding
Spencer Hamilton Interview
Der neue Pro aus Ottawa setzt auf gesunde Ernährung für besseres Skating.
4 Min
Spencer Hamilton Vancouver
Spencer Hamilton Vancouver
Spencer Hamilton ist Kanadier durch und durch; geboren ist er in Ottawa, mittlerweile lebt er in Vancouver. Auf der einen Seite hält er Protestschilder gegen den Saatgutkonzern Monsanto in die Luft, auf der anderen verhilft er dem Fakie Bigspin zu neuen Möglichkeiten. Der relativ frischgebackene Pro von Expedition ist ein außergewöhnlicher Typ Mensch. Hamilton hat einen Drei-Jahres-Plan und ist überzeugter Vegetarier, der seine Einstellung zum Essen aber niemandem aufzwingen möchte. Im Gegenteil: Wenn ein Freund im Restaurant ein ordentliches Steak ordert, kann es durchaus passieren, dass er nach einem Bissen fragt oder sich gar selbst eins bestellt. Hamilton meint: „Manchmal ist es ein Genuss“.
Was hast du die letzte Zeit so getrieben, an irgendwas gearbeitet?
Das große Projekt ist das kommende Expedition Video. Der Shop aus Ottawa für den ich fahre, feiert 20jähriges Bestehen und bringt am 29. August ein Video raus.
Wie heißt der Shop?Top of the World und das Video wird „Aspect Ratio“ heißen.
Du bist seit Anfang 2013 Pro, wie hat sich dein Leben geändert?Es kommen eine Menge Leute zum gratulieren und finanziell geht es mir natürlich auch ein kleines bisschen besser. Ich bilde mir darauf nichts ein, aber es ist schon ein langgehegter Traum, der da in Erfüllung gegangen ist.
Auf deinem ersten Pro Model war ein Statement gegen den Saatgutkonzern Monsanto. Sollten auch andere Pros über Themen sprechen, die sie bewegen? Sei es auf ihren Boards oder in Interviews?Absolut. Ich sage nicht, dass es ein Muss ist, sich irgendwelchen Bewegungen anzuschließen, aber für mich persönlich ist das wichtig. Ob man andere Pros dazu ermutigen sollte? Am Ende des Tages muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber ich denke, viele haben ja etwas zu sagen. Skater haben so viel Freizeit… Ich finde es toll, dass so viele Skater musikalisch sind! Man braucht einen Ausgleich zu dem, was man die ganze Zeit macht.
Du achtest auf deine Ernährung und versuchst so lokal und biologisch zu essen, wie möglich …
Ja, aber es geht nicht darum perfekt zu sein, jedem sind unterschiedlich Dinge wichtig – auf manches kann und will man nicht verzichten. Im Bezug auf Essen gibt es aber viele einfache Dinge, die man beachten kann und die zusammengenommen sehr viel ausmachen.
Fühlst du dich besser, wenn du auf deine Ernährung achtest, hilft es deinem Skating?
Oh, absolut. Auch Erholungsphasen nach dem Skaten sind eine Selbstverständlichkeit.
Du kommst ja sehr viel rum, wo gibt es das beste Essen?Ohne jemanden verletzen zu wollen: Um ehrlich zu sein, denke ich in Vancouver oder Kalifornien. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es dort das beste Essen. Auf Reisen läuft es meist auf Basics wie Brot und Käse hinaus.
Dein Pro Model ist draußen, was kommt als nächstes? Wo siehst du dich in zwei oder drei Jahren?Vielleicht würde ich gerne ein Café oder ein Restaurant betreiben, in dem alles zusammenkommt. Kaffee und eine Menge frisches Zeug, einfach gute Qualität. Es würde meinen Style widerspiegeln: Musik, Kunst an der Wand, alles nach meinem Geschmack. Ein bisschen vom Land, ein bisschen von der Stadt, ein bisschen von der Erde – eine gute Mischung. Ich war eben in Downtown Vancouver Skaten, mit all den Gebäuden und Menschen, jetzt laufe ich die Promenade entlang, schaue aufs Wasser und gleich sehe ich Bäume. Ich möchte ein Restaurant, das diese Vielfältigkeit auf den Punkt bringt.