Gaming
Trackmania. Der Name steht seit nunmehr rund 17 Jahren für feinste, kompetitive Rennspiel-Action. 2003 stampfte das französische Studio Nadeo einen Arcade-Racer aus dem Boden, der sich mit seinen kurzen Rennen, waghalsigen Stunt und klaren Vorgaben stark von der Genrekonkurrenz unterschied. Am 1. Juli kehrt Trackmania als Free2Play-Ableger auf den PC zurück. Wir konnten das Game bereits ausgiebig anspielen und verraten euch, ob sich Trackmania im Jahr 2020 noch genau faszinieren spielt, wie damals.
Trackmania 2020: Fahren, bauen, teilen
Das neue Trackmania versteht sich als Remake des Kult-Klassikers Trackmania Nations aus dem Jahr 2006. Der kostenlose Racer wurde seinerzeit eigens für die eSports World Convention (ESWC) entwickelt und konzentrierte sich vollends auf kompetitive Multiplayer-Rennen samt eines umfangreichen Streckeneditors.
Die Idee hinter Nations bestand laut Ubisoft Nadeo darin, ein kreatives, kompetitives und kostenloses Rennspiel zu erschaffen, das absolut jeder spielen kann. Eine Idee, die bereits damals hervorragend ankam und auch den Grundgedanken hinter dem neuen Ableger darstellt. Trackmania ist für uns ein zeitloser LAN-Klassiker.
Im neuen Trackmania stehen die Rennen im Zentrum der Spielerfahrung. Verschiedene Fahrzeugmodelle? Kollisionen mit anderen Spielern? Bremspunkte und manuelle Schaltung? Nein danke! Hier geht es allein darum, die Freude am Rennfahren und dem Wettbewerb mit anderen Spielern bestmöglich widerzuspiegeln.
Gas geben, Bremsen, lenken – mehr braucht es nicht, um Spaß zu haben. Gegebenenfalls nochmal das Fahrzeug zurücksetzen, wenn man im Looping oder einer engen Haarnadel von der Strecke abkommt, aber das wars dann auch schon. Dieses Spielprinzip hat die Reihe seit jeher verinnerlicht und das macht im Jahr 2020 noch genauso viel Spaß, wie zu Beginn des neuen Jahrtausends.
Gleichzeitig steht der kompetitive Grundgedanke aber ebenso im Mittelpunkt. Aber eben nicht nur für Profis, sondern auch für Otto-Normal-Spieler: jeder tritt gegen jeden an, ob in den Ranglisten, Community-Turnieren oder großen Esports-Veranstaltungen.
Tägliche und wöchentliche Casual-Turniere, saisonale Ranglisten sowie verschiedene offizielle Turniere wie die Grand League & Open Grand League wird es geben, um sich mit den besten Spielern zu messen. Dafür legt man zu Beginn – ganz wie in der Vorlage - sein Heimatland, Bundesland und seine Region fest.
Die Voraussetzung für einen Esports-Titel mit einer rosigen Zukunft, erfüllt das Game jedenfalls hervorragend. Schon in unserer Testversion laufen die Server einwandfrei, das Gameplay auf der Strecke leistet sich keine Patzer und die Menüführung ist so intuitiv, dass sich Neulinge und Profis gleichermaßen zurechtfinden.
Trackmania als Live-Service-Game
Ob man sich jetzt allein an die Kampagne von Trackmania wagt oder sich direkt in den Multiplayermodus stürzt: der Wettbewerbsgedanke ist allgegenwärtig. Im Solo-Modus sammelt man, je nach gefahrener Streckenzeit, Medaillen und sichert sich so einen Platz in den Ranglisten.
Doch der Titel ist als Live-Service-Game konzipiert und wird dementsprechend in regelmäßigen Abständen um neue Seasons erweitert, die brandneue Strecken und Herausforderungen mit sich bringen. Alle drei Monate gibt’s frische Inhalte, um Spieler langfristig zu fesseln.
Und wem das noch immer nicht reicht, der wird mit dem Strecken-Editor einfach selbst kreativ und schustert mit wenigen Strecken seine eigenen Pisten zusammen. Das Feature macht mitunter genauso süchtig, wie die Rennen von Trackmania. Der Umfang des kostenlosen PC-Rennspiels fällt also deutlich größer aus, als es zunächst den Anschein hat.
Trackmania Gameplay: leicht zu erlernen, schwer zu meistern
Wer schon einmal einen Trackmania-Ableger gespielt hat, findet sich auch im neuesten Serienteil schnell zurecht. Dank simpler Spielmechaniken und Steuerung feiern Neulinge aber ebenfalls schnell erste Erfolge.
Ihr fragt euch, wie befriedigend und geradezu hypnotisierend ein perfekter Run sein kann? Wir haben die Antwort. Oder besser gesagt Dennis "Massa" Lotze, Trackmania-Profi von BIG:
Neben dem optionalen Trainingsmodus machen euch die Rennen der Kampagne behutsam mit den Eigenheiten von Trackmania vertraut. Anfangs geht es ausschließlich darum, mit dem fiktiven Formel-Boliden das Ziel zu erreichen. Alles was es dafür braucht, sind die Pfeiltasten auf der Tastatur. Das war's. Alternativ lässt sich das Game aber auch mit Controller steuern, doch bereits die Tastensteuerung erfüllt seinen Zweck vorbildlich.
Doch relativ schnell zieht der Schwierigkeitsgrad an – zumindest, wenn ihr eine Goldmedaille einfahren wollt. Während Bronze meist mehrere Fahrfehler verzeiht, ist für die oberste Auszeichnung besonders im späteren Kampagnenverlauf ein perfektes Rennen nötig.
Relativ schnell merkt ihr, wie süchtig das Spielprinzip von Trackmania macht. Mit einer Bronzemedaille gibt sich so schnell niemand mehr zufrieden. Und so wagt man Anlauf für Anlauf, um eben diese eine Kurve noch schneller zu erwischen und bei dieser einen Bodenwelle keine zusätzliche Zeit zu verlieren. Ein unglaublich befriedigendes Gefühl, am Ende für seine Mühen belohnt zu werden.
Zumal euch das Game mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Die normalen Asphalt-Pisten sind kein Problem, die Dirt-Tracks sind schon ein wenig rutschiger und auf Eis? Halleluja.
Besonders knackig wird das Ganze, wenn sich die Untergründe sekündlich verändern und euch das Spiel weitere Herausforderungen wie Looping und Boost-Strecken entgegenwirft oder mitten im Höllenritt den Motor deaktiviert, während ihr zahllose Hindernisse umkurvt.
Trackmania und die Faszination des Einfachen
Trackmania dürfte ein echter Hit werden, genauso wie seine hervorragenden Vorgänger. Am süchtig machenden Spielprinzip gibt es ohnehin nichts zu beanstanden Die Fülle an neuen Inhalten durch das Live-Service-Modell und die umfangreichen Möglichkeiten des Editors sorgen dafür, dass der Titel sich über lange Zeit an der Spitze festsetzen dürfte – besonders durch den kostenlosen Einstieg.
Wer Spaß an Trackmania gefunden hat, kann die Spielerfahrung rein optional durch den Kauf einer Standard- (9,99 Euro im Jahr) beziehungsweise Club-Mitgliedschaft (29,99 Euro jährlich) zusätzlich erweitern und erhält so noch mehr Möglichkeiten.
Die Große Stärke von Trackmania liegt zudem in der Faszination des Einfachen. Hier gibt es keine Rennwagen, die sich unterschiedlich steuern. Alles im Spiel ist klar definiert und binnen weniger Rennen weiß man genau, wie sich das eigene Fahrzeug auf den Untergründen verhält oder was es mit den verschiedenen Zonen für Boost, Looping oder „Motor aus“ auf sich hat. Und diese Simplizität ist heutzutage schon erfrischend anders. Feinster Arcade-Spielspaß in Reinform.