Das Warm-Up ist ein wichtiger Bestandteil jeder Clubbing-Nacht. Die Aufgabe besteht darin, den Ton für den folgenden Headliner anzugeben, dabei den notwendigen Willen mitzubringen, nicht die naheliegendsten Tracks zu spielen und es dabei dennoch zu schaffen, eine Verbindung mit dem Publikum aufzubauen.
Nicht zuletzt ist ein Warm-Up-Set aber die perfekte Möglichkeit, deine Skills zu zeigen und deine musikalische Persönlichkeit zu präsentieren. Die folgenden 10 Tipps von DJs helfen dir, ein perfektes Warm-Up auf die Bühne zu bringen.
1. Du stehst nicht ganz oben, musst aber trotzdem mit dem Publikum connecten
„Ich habe Warm-Ups gespielt, bei denen die Stimmung relativ schnell am richtigen Punkt war, also habe ich auch mehr Gas gegeben“, erzählt Drum 'n' Bass-DJ Mantra. „Ich würde nicht mit Vollgas hineinstarten, zugleich geht es aber darum, die Party in Schwung zu bringen. Für mich dreht sich alles um 'call and response', also darum, mit dem Publikum in Verbindung zu treten, egal, wie klein es auch ausfallen mag.“
2. Finde heraus, wer Headliner ist
„Ich beschäftige mich oft mit den Künstlern, die Haupt-Act sind, um herauszufinden, welchen Vibe sie transportieren. Manchmal frage ich sie auch, welche Art von Set sie spielen würden“, meint Anna Wall. „Wichtig ist, dem nächsten Künstler genug Raum zu überlassen, um gebührend aufgeigen zu können.“
3. Spiel nicht die Tracks der Headliner, bevor sie überhaupt anwesend sind
„Spiel keine Produktionen, die irgendjemandem im Line-Up gehören, außer du fragst vorher nach“, warnt der Londoner DJ Shy One. „Auch die aktuellsten und größten Tunes zu spielen, ist ein absolutes No-Go. Damit wirfst du sie so früh am Abend einfach weg. Versuch einfach, graduell ansteigend die Energie des Publikums zu erhöhen.“
4. Wähle Tracks, die zur Location und zur frühabendlichen Stimmung passen
„Verwende die richtige Musik für das jeweilige Umfeld. Manchmal brauchen die Räume die Leute, um etwas vom Sound zu absorbieren, also kann es sein, dass die Tracks während des Warm-Ups etwas härter und kälter klingen. Da braucht es Geduld“, rät das DJ-Kollektiv Make Me. „Ein gute Möglichkeit, sich an den Vibe des Publikums anzupassen, besteht darin, das Tempo niedrig zu halten und Songs zu spielen, die mitreißende Hooks haben, zu denen es grooven kann.“
5. Nimm den Gig ernst
„Die Essenz des Ganzen liegt wohl im nötigen Respekt“, meint Shy One weiter. „Nur wer den Slot respektiert, ist dazu in der Lage, während des Warm-Ups einen guten Job zu machen."
6. Spiel dich mit unterschiedlichen Herangehensweisen
„Ich genieße Warm-Up-Sets, weil ich auf unterschiedliche Art und Weise an sie herangehen kann. Erst vor kurzem spielte ich mit Forest Drive West auf einer Party in meiner Nachbarschaft – drei Stunden Warm-Up vor Sunil Sharpe“, erzählt Tasha aus London. „Es war magisch. Wir haben es geschafft, den richtigen Level aufzubauen, an den Sharpe optimal ansetzen konnte. Begonnen hat alles mit Ambient, das dann langsam in einem tiefen, funkigen Vibe übergegangen ist.“
7. Nutze den frühen Slot, um den Horizont des Publikums mit Neuem und Anderem zu öffnen
„Das Warm-Up ist eine gute Möglichkeit, um außergewöhnlichere Tracks zu präsentieren. Es ist wichtig, zu spielen, nur darfst du es dabei natürlich nicht übertreiben“, meint HAAi. „Erst kürzlich trat ich vor einem ziemlich berühmten DJ auf und wir waren uns musikalisch nicht ganz einig, weil unsere Stile doch recht unterschiedlich sind. Ich wollte keine Pseudo-Version seines Sets auflegen. Sich die eigene Individualität und Persönlichkeit zu wahren und den Mut zu haben, Neues auszuprobieren, ist in diesem Metier extrem wichtig, da du noch tiefer eintauchen kannst.“
8. Zeig etwas Zurückhaltung
„Ich muss mich manchmal echt zurückhalten und die langsameren Tracks spielen, die dabei helfen, Energie aufzubauen“, erzählt Peach. „Dabei lernst du, welche Songs, die meistens ausgelassen werden, doch noch richtige Banger sein können.“
9. Verbrauche nicht die Energie des Publikums, bevor der Headliner aufgetreten ist
„Übertreibe es nicht mit deinen Höhepunkten. Das zeugt von Respekt für den nächsten DJ“, ist sich Tasha sicher. „Ich hatte aber auch schon Partys, bei denen die Crowd von Anfang an Vollgas wollte, also ist es auch hier wichtig, mit den Leuten zu kommunizieren. Das richtige Maß an Energie ist der Schlüssel.“
10. Versuche, den Raum so einladend wie möglich zu gestalten
„Wenn du das Publikum nicht abholst, kann ein Club sehr nackt und kalt wirken. Die Rolle eines Warm-Up-DJs besteht aber darin, den Raum einladend zu gestalten und die Leute dazu zu bringen, sich für die nächsten acht Stunden selbstbewusst und wie zu Hause zu fühlen“, erklärt Mantra abschließend. „Du bist der erste Teil ihrer musikalischen Reise durch die Nacht, also willst du auch die notwendige Stimmung kreieren.“