Eine Frage ist allgegenwärtig, egal ob unter DJ-Kollegen oder in der Welt der unzähligen Foren und Facebook-Gruppen: Was zum Himmel muss ich tun, um endlich an ein Club-Booking zu kommen? Als wir uns mit dem Kölner DJ und Produzenten BRANDON getroffen haben, stand neben Tipps zum Equipment und zum Skill Set eines DJs dieses Thema natürlich weit oben auf dem Zettel.
Auf der Suche nach der Antwort formuliert der 24-Jährige die Frage kurzerhand leicht um. Worauf achten Veranstalter und wie macht man diese als Künstler auf sich aufmerksam? Der Resident-DJ des Strabi Festivals nennt drei Faktoren, basierend auf einer erfolgreichen Social Media-Präsenz.
Aufbau einer Community
Ja, ihr habt richtig gelesen! Die Basis ist in Wirklichkeit das, was wir eigentlich sowieso täglich benutzen. Facebook, Instagram und Co. haben auch das DJ-Dasein in den letzten Jahren verändert. Was man sich aber sofort wieder aus dem Kopf schlagen kann: X-beliebige Partyflyer auf eine halb-leer stehende Seite posten. Beim Blick auf Brandons Facebook-Profil fällt beispielsweise schnell auf, dass er seine Fotos oft mit lustigen Captions verbindet.
„Es geht nicht darum, zwanghaft den Clown zu spielen, aber so eine Seite sollte die Persönlichkeit eines Künstlers widerspiegeln und die Leute zur Interaktion anregen. Im besten Fall ist das Social Media-Profil die Set-Card, die einen ins Blickfeld eines Veranstalters bringt“, betont der gebürtige Amerikaner, der zu drei Posts pro Woche rät. Professionelle Fotos eurer Auftritte stehen im Einklang mit Video-Content, regelmäßige Podcasts oder anderen Giveaways. Nicht vergessen: Ihr seid Musiker, keine Blogger. Die Mischung macht es aus!
Musikalische Identität
Talent und ein ausgewogenes Skill Set bringen euch höchstens bis kurz vor die Tür eines angesagten Clubs. Nur wer mit der Zeit seine eigene, unverwechselbare Musik-Identität aufbaut, kann sich als Künstler etablieren. Gewiss schadet es nicht, wenn man als DJ genreübergreifend auflegen kann.
„Am Ende muss die Leidenschaft zu eurem persönlichen Musikgeschmack erkennbar sein. Auch in den Mixen, die ihr auf Streamingportalen hochladen wollt“, sagt Brandon, der zu Jahresbeginn den DJ-Contest auf dem Mainfloor im Boothaus (Köln) durch ein reines G-House-Set - ein basslastig sowie düster angehauchter Elektro-Sound - gewinnen konnte.
Business Networking
Wie lässt sich eine Künstler-Seite effektiv nutzen, wenn die Follower-Zahlen nicht gleich durch die Decke schießen? Brandons Tipp: „Auf Facebook gibt es dutzende Gruppen. Beispielsweise die House Fans-Gruppe mit über 6000 Mitglieder, wo ihr aktiv diskutieren und interagieren könnt. Sich Veranstaltern zu präsentieren und direkt mit anderen DJs zu connecten, die man schon mal im Club gesehen hat, ist das A und O.“
Ein 25 bis 30 Minuten langes Mixtape stellt eine aussagekräftige Bewerbung da. Und mit ein wenig Glück springt dann zumindest schon ein Warm Up-Gig im Club heraus. Vielleicht plant man auch zusammen eine eigene Party-Reihe in einer kleineren Location und lädt DJs ein, die einem wiederum helfen, in andere Clubs zu kommen. „Warm Ups solltet ihr nicht zu locker nehmen, können der Türöffner für andere Gigs sein. Wer hartnäckig bleibt und entsprechend Kontakte knüpft, wird in der Regel irgendwann belohnt“, ist sich Brandon sicher.
Ihr habt schon ein eigenes Mixtape, einen Track oder generell Fragen? Dann schreibt doch den DJ aus Köln einfach mal bei Facebook an. BRANDON freut sich auf eure Tracks und Nachrichten!