Yung Kafa & Kücük Efendi: Stairway To Heaven
© Yung Kafa & Kücük Efendi
Rap 💯

Forever, forever-ever? Die Philosophie von Yung Kafa und Kücük Efendi

Man kann es sich einfach machen und YKKE als Fantasiewesen abtun, die dem schönen Leben frönen. Aber warum nicht mal genauer hinschauen, welche philosophischen Anspielungen noch so mitschwingen?
Von: Jan Wehn
3 min readPublished on
Es geht ja schon bei den Gesichtern los. Während andere Rapper ihre Identität hinter Masken oder Zensurbalken verstecken, verschwindet die Mimik von Yung Kafa und Kücük Efendi hinter vielen kleinen Pixeln. Mehr noch: Selbst, wenn diese kleinen Kästchen den Blick auf die Gesichter der beiden freigeben würden, bestünden sie nur aus Form und Farbe. YKKE sind nicht einfach nur anonym, sondern im Grunde nicht existent – und andererseits genau deshalb so real. Denn sie können alles sein, überall und nirgends.
Das war das Konzerterlebnis des Jahres! Erlebe Yung Kafa & Kücük Efendi in ihrer ersten Liveshow:
Egal ob bei ausschweifenden Reisen nach St. Tropez oder Mailand, Kuba oder Los Angeles, in surrealen Gemälden von Dali oder sonstigen Locations und Dimensionen, die ihrer oder unserer Fantasie entsprungen sind: Anstatt den Hörer in immer absurdere Unwirklichkeitswelten hinabzuziehen, kontern Kafabey und Fendi1 ihre Phantasmen mit für jeden verständlichen Alltäglichkeiten.
Natürlich zelebriert das Duo in den meisten Fällen das Good Life, bis man vom bloßen Zuhören neidisch wird. Einerseits. Aber wer genauer hinhört, vernimmt durchaus selbstkritische Zwischentöne. „Mein Psychologe sagt: ‚Das ganze Geld macht dich krank‘/Ist ja nett, dass ihr bangt“ heißt es etwa in „Hunnis“. Das ist insofern interessant, als dass hier gleich zweierlei preisgegeben wird: Einerseits ein scheinbar ungesunder Geist aufgrund von zu viel Geld und Konsum, anderseits auch das Konsultieren eines Psychologen zur schnellen Genesung.
Aber gerade, wenn es zu sehr menschelt und man sich die Jungs schon auf der Liege vorstellt, schwenken YKKE wieder in gänzlich andere Gefilde um. Das vermutlich beste Beispiel: „David Blaine“ – ein Song, der nicht nur den Namen des Illusionisten trägt, sondern sich auch inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzt: „Bitte sag mir, bin ich David Blaine oder nicht?/Bin ich ohne Ego ganz weg?/Ist das alles nur ein Spiel oder nicht?/Ist der Boden wo ich steh wirklich echt?“ Yung Kafa und Kücük Efendi sind die perfekte Illusion.

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Ganz ähnlich „Queen“, ein Song, in dem die beiden sich ebenfalls nicht nur im Titel, sondern auch im Stück selbst auf die legendäre Rockband berufen: „Is this the real life?/Is this just fantasy?“ heißt es in Anlehnung an deren Klassiker „Bohemian Rhapsody“ gleich zu Beginn, ehe das Duo wenig später „Who wants to live forever“ und OutKasts „Mrs. Jackson“ miteinander verweben. „Who wants to live forever, forever?/Forever, forever-ever?/Kafa, Fendi sterben nie.“
Und es stimmt ja: Wer nicht existiert, kann auch nicht sterben. Während Torch, Bushido, Capital Bra und all die anderen Rapper aus Fleisch und Blut irgendwann unter der Erde liegen und nur noch in ihren Songs und Videos weiterleben, sind Kafabey und Fendi1 im wahrsten Sinne des Wortes für immer.