Alisa Buchinger poses for a portrait during a photoshoot in Salzburg, Austria on September 5, 2018.
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Karate

Alisa Buchinger: How I fuel

Karateka Alisa Buchinger ist eine knallharte Frau, die ihren Wunschtraum, Karate-Weltmeisterin zu werden, erfüllt hat. Wie sie bei Kräften bleibt, hat sie uns im Interview erzählt.
Autor: Sophie Schattschneider
5 min readPublished on
Gerade beim Karate stell ich mir die Ernährung nicht so locker vor. Man muss ja in seiner Gewichtsklasse bleiben, oder? Wie streng ist das bei dir, Alisa?
Alisa Buchinger: Nicht mehr ganz so strikt. Ich habe eine Ernährungsberaterin aus dem Olympiazentrum, mit ihr stehe ich immer in Kontakt und bespreche, was bei mir die ganze Saison über ansteht. Früher habe ich immer ganz strikt nach Plan gegessen, weil ich da in einer anderen Gewichtsklasse gekämpft habe und da tagtäglich schauen musste, dass ich mein Gewicht halte bzw. musste ich auch dann vor Wettkämpfen oft abnehmen. Jetzt habe ich das glücklicherweise nicht mehr.
Das klingt ein bisschen stressig. Wie ist das jetzt für dich? Geht es dir damit besser?
Alisa Buchinger: Ich ernähre mich ja grundsätzlich bewusst und sehr gesund. Ich nehme auch keine Nahrungsergänzungsmittel zu mir. Ich versuche alles, was man so braucht, durch meine Ernährung abzudecken. Jetzt habe ich in der Regel eigentlich sogar meistens fünf Kilo Spazi – ich habe also fünf Kilo zu wenig. Da habe ich ein bisschen Spielraum und das ist jetzt mein optimales Kampfgewicht. Ich fühle mich jetzt am wohlsten und ernähre mich nicht mehr strikt nach Plan. Das ist auch schon eigentlich alles. (lacht)
Quotation
Wenn ich Lust auf Pizza habe und mein Körper danach verlangt, dann gebe ich ihm die auch.
Alisa Buchinger
Wie würde so ein typischer Tag bei dir aussehen? Auch wenn du keinen Plan mehr hast – wie können wir uns bei dir eine intuitive Ernährung vorstellen?
Alisa Buchinger: Naja… (lacht) leider ist es bei mir so: Ich frühstücke generell nicht. Ich weiß, das ist nicht optimal, aber ich habe mir das irgendwie so angewöhnt. Meistens trinke ich nur einen Kaffee und esse ich vor dem Training vielleicht noch schnell einen Riegel oder eine Banane. Mittags koche ich immer selber und da kommt es auch immer auf meinen Gusta an. Gerne esse ich ein Steak mit Kartoffeln und Salat oder vielleicht Nudeln oder irgendetwas Asiatisches. Ich esse sehr gerne Wok mit Gemüse, Putenfleisch und Reis. Am Abend kommt es auch darauf an, aber meistens esse ich eher etwas Kaltes. Einfach nur mal Tomaten mit Mozzarella und einem Stück Brot.

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Ist Steak mit Kartoffeln so dein All-Time-Favorite?
Alisa Buchinger: Oh ja, ein gutes Steak ist schon meine Nummer eins, muss ich sagen. Ich mag ja vieles, aber ein Steak ist da schon ganz vorne dabei!
Alisa Buchinger - Foto

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Gibt es bei dir Momente, in denen du auch einfach mal keine Lust auf gesundes Zeug oder Steak mit Gemüse hast?
Alisa Buchinger: Ja, klar! Momentan schränke ich mich nicht mehr so strikt ein, wie früher. Ich habe damals irgendwann gemerkt, dass mich diese Art zu leben unglücklich macht. Und diese Ernährungsweise hat meinem Körper mehr geschadet als geholfen. Ich habe irgendwann eher zugenommen als abgenommen und das wollte ich nicht. Mein Körper hat einfach nicht mehr das bekommen bzw. aufgenommen, was er wollte und gebraucht hat. Also habe ich angefangen nach meinem Instinkt zu essen. Wenn ich Lust auf Pizza habe und mein Körper danach verlangt, dann gebe ich ihm die auch. Ich esse natürlich nicht jeden Tag Pizza (lacht). Es ist aber wirklich nichts verkehrt an einer Pizza, das unterschreibt auch meine Ernährungsberaterin. Man sollte auf seinen Körper hören und ihm geben, wonach er verlangt und manchmal die ein oder andere Belohnung einbauen. Nach diesem Prinzip versuche ich jetzt meine Ernährung zu gestalten und das funktioniert sehr gut.
Ja, zu viele Verbote machen da wahrscheinlich auch wenig Sinn – vor allem im Spitzensport, wo die Motivation ja irgendwie der Schlüssel zum Erfolg ist, oder?
Alisa Buchinger: Genau! Alles was im Maß bleibt ist gut – sag ich jetzt mal. Das ist aber eh in jedem Lebensbereich so. Mein Körper ist gewöhnt, dass ich bewusst und gesund esse. Wenn er aber mal irgendwas etwas anderes möchte, dann kriegt er das.
Was brauchst du denn noch, um motiviert und kraftvoll zu bleiben?
Alisa Buchinger: Ich würde sagen, die Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden ist mir ganz wichtig. Ich bin ein richtiger Familienmensch und verbringe meine Freizeit gerne im Kreis meiner Vertrauten. Mit den richtigen Menschen ist es egal, wo ich bin, aber am liebsten und meistens zieht es mich in die Natur. Ich liebe Seen und auch die Berge - Hauptsache irgendetwas draußen unternehmen. Ich bin ja Hallensportlerin und komme nicht immer so viel raus, wie ich vielleicht gerne möchte. Dann ist für mich besonders wichtig, dass ich meine Freizeit an der frischen Luft verbringe.
Du bist also auch gerne außerhalb der Matte und dem Karate-Sport aktiv und powerst dich zusätzlich in anderen Bereichen des Sports aus?
Alisa Buchinger: Auf jeden Fall. Das gibt mir auch so viel Energie irgendwie. Jetzt immer mehr, ja. Früher war das oft nicht möglich. Ich habe mir früher selbst gewisse Sachen – zwar nicht verboten – aber ich habe sie einfach unterlassen. Ich wollte nicht, dass Aktivitäten außerhalb der Matte mein Training oder meine Wettkämpfe irgendwie einschränken. Mittlerweile versuche ich meinen Ausgleich auch in anderen Sportarten zu suchen. Wandern, Radfahren oder heuer habe ich angefangen Skitouren zu gehen – das taugt mir sehr. Ich versuche eine gewisse Abwechslung in meinen (Trainings-)Alltag zu bringen. Wenn alles immer nach dem gleichen Trott und Muster abläuft, fehlt irgendwann die Motivation und die Freude – das sollte nicht passieren.