Liam Lawson führt Alexander Albon, Carlos Sainz, George Russell, Kimi Antonelli und Lance Stroll während des F1 Grand Prix von Monaco auf dem Circuit de Monaco am 25. Mai 2025 in Monte-Carlo, Monaco.
© Peter Fox/LAT Images/Red Bull Content Pool
F1

Es wird eng: Das sind die besten Straßenkurse der Formel 1!

Spektakulär, gnadenlos und völlig unberechenbar - Straßenkurse bringen die Formel 1-Piloten an ihre Grenzen. Finde heraus, was einen guten Kurs von einer legendären Strecke unterscheidet.
Autor: Paul Keith / Clemens Burghofer
10 min readUpdated on
Kein Spielraum für Fehler und packende Manöver auf engstem Raum – auf den berüchtigten Straßenkursen der Formel 1 entscheiden oft Millimeter über Sieg oder Niederlage sowie über Crash oder Triumph. Doch was hebt eine Strecke von den anderen ab? Lies weiter, um herauszufinden, was einen Straßenkurs ausmacht, und entdecke die besten Straßenrennen der F1.

Was ist ein Straßenkurs?

Ein Straßenkurs ist eine Strecke, die auf öffentlichen Straßen angelegt ist und auf der sich die Piloten durch eine städtische Umgebung schlängeln, wobei Absperrungen, Zäune und minimale Auslaufzonen die Grenzen der Strecke definieren. Auf den engen Straßen gibt es keinen Platz für Fehler, und das Können der Fahrer ist entscheidend. Jahrzehntelang war Monaco das Vorbild, aber Singapur hat bewiesen, dass das Format auch in den belebtesten Städten funktionieren kann.
Auf Strecken wie dem Albert Park Circuit, dem Las Vegas Strip Circuit und dem Jeddah Corniche Circuit werden öffentliche Straßen mit eigens dafür gebauten Abschnitten gemischt, um schnellere und flüssigere Strecken zu schaffen. Während sie die unbarmherzigen Mauern und die provisorische Infrastruktur traditioneller Straßenkursen beibehalten, verfügen sie oft über längere Geraden und höhere Kurvengeschwindigkeiten, was den Anspruch der modernen Formel 1 auf Spektakel und Überholmöglichkeiten widerspiegelt.

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Sie veranschaulichen, wie sich die Straßenkurse von der klaustrophobischen Herausforderung in Monaco zu Hochgeschwindigkeits-Hybriden entwickelt haben, die immer noch das gleiche Risiko bergen.
Sergio Perez von Oracle Red Bull Racing auf der Strecke während des Trainings vor dem Großen Preis von Monaco auf dem Circuit de Monaco am 26. Mai 2023 in Monte-Carlo, Monaco.

Die legendäre Kultstrecke in Monaco.

© Getty Images/Red Bull Content Pool

Straßenkurse vs. permanente Rennstrecken

Der allererste Grand Prix wurde 1906 auf öffentlichen Straßen rund um Le Mans in Frankreich ausgetragen. Im Jahr 1907 wurde in Brooklands bei London die erste eigens gebaute Rennstrecke der Welt eröffnet, und seitdem fährt die Elite des Motorsports sowohl auf Straßenkursen als auch auf permanenten Rennstrecken. Die besten Rennstrecken vereinen die Eigenschaften von beiden: Die "Bus Stop"-Schikane in Spa-Francorchamps ist ein Beweis dafür, dass sie früher eine öffentliche Straße war.
Jedes Format hat seine eigenen Vorteile: Tribünen erleichtern den Fans die Sicht, während feste Boxen- und Garagenanlagen sowie ein hochwertiger Rennbelag den Teams optimale Bedingungen bieten. Auf der anderen Seite bringen Straßenkurse den Motorsport mitten ins Herz der Stadt und schaffen mit ihrer atemberaubenden Kulisse eine einzigartige Atmosphäre und ein unvergleichliches Eventgefühl.
Max Verstappen aus den Niederlanden fährt den (1) Oracle Red Bull Racing RB18 auf der Strecke von Miami auf dem Miami International Autodrome am 08. Mai 2022 in Miami, Florida.

Verstappen auf der Strecke in Miami.

© Chris Graythen/Getty Images/Red Bull Content Pool

Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Formel 1 zeigt, dass diese Strecken mal mehr, mal weniger in Mode sind. In den 1980er-Jahren gab es Straßenrennen in Detroit, Long Island und Adelaide, und in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zog die Formel 1 auf große permanente Rennstrecken wie Shanghai, Bahrain und den Circuit of the Americas um. In den letzten Jahren kamen Miami, Jeddah und Las Vegas hinzu und der Circuito de Madring in Madrid wird dieses Jahr zur neuen Heimat des Großen Preises von Spanien.
Diese neuen Straßenkurse sind für Veranstalter attraktiv, weil sie schnell aufgebaut und wieder abgebaut werden können, so dass der Platz für den Rest des Jahres genutzt werden kann. Der Madring verspricht außerdem, das Beste aus beiden Welten zu vereinen, mit festen Einrichtungen wie der gewaltigen Monumental-Kurve und dem ersten überdachten Fahrerlager der Formel 1, aber auch mit einem Veranstaltungsgelände, das nur fünf Minuten vom Flughafen entfernt ist.
01

Der Circuito de Monaco

  • Streckenlänge: 3,33 km
  • Schnellste Runde: 1m 12,909s - Lewis Hamilton im Jahr 2021
  • Kurven: 19
Das Juwel in der Krone der Formel 1, wo sich die Elite trifft, um zu feiern: Monaco ist der Ort, an dem sich Fahrer und Fans die Klinke in die Hand geben, der Hafen sich mit Mega-Yachten füllt und die Sonne den Asphalt küsst. Zusammen mit dem Indy 500 und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist es Teil der Triple Crown des Motorsports. Zu den legendären Siegern gehören Graham Hill, Ayrton Senna und Michael Schumacher.
Als älteste, kürzeste und langsamste Strecke des modernen F1-Kalenders sind die Rennen eher prozesshaft, aber in der ersten Kurve, Ste Devote, der Fairmont Hairpin (ehemals Loews Hairpin) und der heutigen Hafenschikane, wo Alberto Ascari 1955 einen schweren Fehler machte und im Mittelmeer landete, ist oft Action angesagt.
Im Jahr 2025 versuchte die Formel 1, das Rennen mit einem zusätzlichen Boxenstopp aufzupeppen. Das hat leider nicht wirklich funktioniert und es gab schließlich nur ein Überholmanöver in einem eher vorhersehbaren Rennen. Max Verstappen sagte: "Du kannst hier sowieso keine Rennen fahren, also ist es egal, was du machst. Ein Stopp, 10 Stopps. Es war wie Mario Kart -- vielleicht kann man noch mit Bananen herumwerfen." Aber Vorsicht mit dem, was man sich wünscht: 2026 kehrt das alte Rezept zurück – und wir sind gespannt, was die nächste Generation von F1-Autos aus der Strecke herausholen wird.
02

Der Las Vegas Strip Street Circuit

  • Streckenlänge: 6,12 km
  • Schnellste Rundenzeit: 1m 33,365s - Max Verstappen im Jahr 2025
  • Kurven: 17
Nirgendwo gibt es eine größere Show als im märchenhaften Las Vegas. Der Große Preis von Las Vegas glänzt mit seiner Strecke über den Strip, vorbei an den Bellagio-Fontänen und um die Sphere. Im Vergleich dazu war er als sportliche Herausforderung eher zahm, hat sich aber von Jahr zu Jahr verbessert. Nach einem holprigen Start ins Wochenende mit einem fliegenden Gullydeckel im FP1 gewann Max Verstappen 2023 schließlich vor Charles Leclerc. Im Jahr 2024 sicherte er sich seine vierte Weltmeisterschaft und 2025 gab es ein Drama auf und neben der Strecke, als Verstappen in der Weltmeisterschaft Lando Norris verfolgte und beide McLarens nach dem Rennen dramatisch disqualifiziert wurden.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fahrer seinen WM-Titel in Las Vegas gewann: In den frühen 80er-Jahren veranstaltete die Formel 1 bereits Rennen dort, aber der erste Versuch in den 80er-Jahren glich eher einer Hochzeit im Elvis-Stil. In den Jahren 1981 und '82 fuhr die Formel 1 auf dem Parkplatz des Caesars Palace und beendete damit die F1-Saison. Immerhin wurden zwei Fahrer (Nelson Piquet und Keke Rosberg) dank eines fünften Platzes zum Champion gekrönt.
03

Der Marina Bay Street Circuit

  • Streckenlänge: 4,93 km
  • Schnellste Runde: 1m 33,808s - Lewis Hamilton im Jahr 2025
  • Kurven: 19
Der Große Preis von Singapur, das erste Nachtrennen der Formel 1, verbindet Spektakel und Glamour mit der körperlich anstrengendsten Herausforderung der Saison, denn die Fahrer fahren bei extremer Luftfeuchtigkeit durch die Nacht. Es ist auch die einzige Strecke mit einer schwimmenden Tribüne, auf der die Autos tatsächlich unter den Fans durchfahren. Die holprige Zielgerade der Strecke sorgt für einen gewaltigen Funkenregen, und um das Ganze noch etwas aufzulockern, marschiert ab und zu eine Waranechse durch die Gegend.
Im Jahr 2023 sorgte das Rennen für einen der größten Schocks der Neuzeit, als Carlos Sainz den Sieg errang und die dominante Siegesserie von Oracle Red Bull Racing beendete - das einzige Rennen in dieser Saison, das das Team nicht gewann. Mit fünf Siegen hält Sebastian Vettel den Rekord in Marina Bay, davon drei für Red Bull Racing, und 2024 war es das letzte Rennen für Daniel Ricciardo in der F1-WM.
04

Der Albert Park Grand Prix Circuit

  • Streckenlänge: 5,28 km
  • Schnellste Runde: 1.19,813 Minuten - Charles Leclerc im Jahr 2024
  • Kurven: 14
Nimm die Straßenbahn vom Zentrum Melbournes, gleite am MCC und der Rod Laver Arena, dem Austragungsort der Australian Open, vorbei, steige am Albert Park aus und laufe über die provisorischen Pontons über den See und ins Fahrerlager. Der Große Preis von Australien ist eines der geselligsten Ziele im F1-Kalender und er war der Auftakt zur Saison 2026.
Der neue Albert Park Grand Prix Circuit ist 23 Meter kürzer und hat zwei Kurven weniger, aber die verbreiterte und neu asphaltierte Strecke bietet mehr Möglichkeiten für Überholmanöver und Rad-an-Rad-Rennen -- und das alles vor der beeindruckenden Skyline von Melbourne. Die Strecke selbst ist holprig und eng, was das Überholen schwierig macht, aber die Autos erreichen Geschwindigkeiten von 235 km/h. Das bedeutet, dass Safety Cars auf dem Albert Park Grand Prix Circuit ein häufiger Anblick sind.
05

Der Baku City Circuit

  • Streckenlänge: 6,00 km
  • Schnellste Runde: 1:43,009 Charles Leclerc im Jahr 2019
  • Kurven: 20
Obwohl er acht 90-Grad-Kurven hat, ist der Baku City Circuit in Aserbaidschan eine superschnelle Strecke mit einer riesigen Start-/Zielgeraden, die den Fahrern viele Möglichkeiten bietet, vor den Tribünen zu überholen. Die inoffizielle Höchstgeschwindigkeit liegt bei 378 km/h, die Valtteri Bottas im Williams im freien Training für den Großen Preis von Europa 2016 auf dem Baku City Circuit mit extrem wenig Abtrieb erzielte - wahrscheinlich die schnellste Geschwindigkeit, die ein F1-Auto an einem Rennwochenende erreichte.
Die Strecke hebt sich aus mehreren Gründen von anderen Rennstrecken ab, nicht zuletzt wegen der atemberaubenden Lage der alten Stadt Baku. Die Kulisse mag zwar ruhig sein, aber die Rennen sind alles andere als das: In Baku gab es jede Menge Rennchaos mit Safety-Cars, Crashs, Crashs hinter Safety-Cars, Autos, die ineinander krachten und gewagte Überholmanöver.
06

Der Jeddah Corniche Circuit

  • Streckenlänge: 6,17 km
  • Schnellste Runde: 1:30,734 Lewis Hamilton im Jahr 2021
  • Kurven: 27
Der Jeddah Corniche Circuit, der für 2026 geplant ist, ist nicht nur der schnellste Straßenkurs der Formel 1, er ist auch ein Kampf gegen die Uhr. Der Kurs wurde eingerichtet, um den Großen Preis von Saudi-Arabien auszutragen, bis der Qiddiya Speed Park Track fertiggestellt ist und seine endgültige Heimat wird. Für einen Straßenkurs ist der Jeddah Corniche Circuit atemberaubend schnell, mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 252 km/h. Mit 6,17 km ist sie die zweitlängste Rennstrecke in der Formel 1, nach der mächtigen 7 km langen Strecke von Spa-Francorchamps, wo der belgische GP stattfindet.
Außerdem ist sie ein echter Hingucker, denn die Autos fahren direkt am Roten Meer entlang. Qiddiya soll zwar bald fertiggestellt werden, doch schon jetzt steht die Strecke vor einer echten Bewährungsprobe.
07

Der Macau Guia Circuit

  • Streckenlänge: 6,11 km
  • Schnellste Runde: 2m 15,561s - Théophile Naël im Jahr 2025
  • Kurven: 24
Der furchterregende Guia-Straßenkurs gilt seit langem als Teststrecke für zukünftige Formel-1-Talente. Seit 1954 werden auf den Straßen von Macau Autorennen ausgetragen, und am Grand-Prix-Wochenende finden nun auch der Formula Regional World Cup und der Formula 4 World Cup statt. Mit einer Breite von nur 7 Metern ist der Guia Circuit viel zu schmal für die Formel 1. Deshalb wurde der Macau Grand Prix nie in den Formel-1-Kalender aufgenommen, aber er gilt nach wie vor ein wichtiges Ritual für junge Fahrer, die in der Formel 1 antreten wollen.
Zu den Rennsiegern in der F3 gehören Legenden wie Ayrton Senna, Michael Schumacher und David Coulthard. Für Fahrer in der aktuellen Startaufstellung wie Max Verstappen, Charles Leclerc und zuletzt Arvid Lindblad war die Fahrt in Macau die letzte Herausforderung vor dem Aufstieg in die F1. Es gibt nicht viele Orte, die Monaco leicht aussehen lassen, aber Macau ist einer davon. Die 6,12 km lange Strecke ist unglaublich unbarmherzig, dank eines heimtückischen Cocktails aus hohen Geschwindigkeiten, einer rutschigen Oberfläche und Leitplanken in der Nähe der Strecke, die unbewegliche Objekte bilden und auf unfassbare Kräfte treffen. Es ist wahrscheinlich der herausforderndste Straßenkurs, den es derzeit gibt, aber da es keinen Spielraum für Fehler gibt, können die Dinge sehr schnell schief gehen.
08

Das Miami International Autodrome

  • Streckenlänge: 5,41 km
  • Schnellste Runde: 1:29,708 Max Verstappen im Jahr 2023
  • Kurven: 19
Multikulturell, musikalisch und pulsierend - Miami ist die elfte Stadt, in der die F1 in den USA stattfindet, und bringt eine völlig neue Note in die Meisterschaft. Der Große Preis von Miami brachte den Glamour auf ein ganz neues Niveau, denn es drängten sich so viele Prominente in die Startaufstellung, dass kaum Platz für die Autos war. Highlights hat der Track zur Genüge zu bieten, so schlängelt sich die enge Strecke etwa um das Hard Rock Stadium, die Heimat der berühmten Miami Dolphins.
Es gab schon viele legendäre Momente: Max Verstappen jagte Charles Leclerc und gewann das Eröffnungsrennen, Verstappen gewann 2023 vom neunten Startplatz aus, Lando Norris' erster Sieg 2024 und Oscar Piastris Triumph 2025. Und in diesem Jahr war die Paraderunde, bei der die Fahrer hinter dem Steuer von lebensgroßen Lego-F1-Autos saßen, vielleicht der größte Spaß, den die Rennfahrer je hatten.