Tim Johnson rennt mit seinem Bike einen Hügel hinauf
© Greg Mionske / Red Bull Content Pool
MTB

Ist Cyclocross der perfekte Wintersport für Biker?

Die Antwort darauf lautet: Ja! Und sie gilt für Mountainbiker wie Rennradfahrer gleichermaßen. Hier findest du heraus, warum …
Autor: Ben White / Astrid Heinz
5 min readUpdated on
Cyclocross? Ist das nicht diese seltsame Sache, die in Belgien besonders beliebt ist? Mit Fahrern, die dreckig, aber glücklich ihre Bikes schultern müssen, um Hindernisse zu bewältigen? Ja, all das trifft auf Cyclocross zu. Es ist aber auch eine hervorragende Möglichkeit, um dich für die kommende Saison richtig stark zu machen!
Wout van Aert schultert sein Bike...

Wout van Aert schultert sein Bike...

© Kristof Kramon

Du bekommst es mit einem Hybrid zwischen Rennrad- und Mountainbike-Racing zu tun - und das bei irrsinnig hoher Intensität. Auch das Bike bringt dabei ganz besondere Modifikationen mit sich: Reguläre Rennradlenker treffen hier auf Mountainbike-Bremsen, nicht zu vergessen auf die dünnen, aber genoppten Laufräder. Der Sport fand in Europa seinen Anfang, als sich die professionellen Asphalt-Racer auch im Winter fit halten wollten - wo wir schon bei unserem ersten Punkt wären...

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1. Cyclocross macht dich fit

Ganz gleich, ob Enduro-, Downhill- oder Roadracing: Um schnell zu sein, musst du vor allem eines sein, nämlich fit. Cyclocrosser mögen vielleicht lustig aussehen, wie sie ihre Bikes schultern, um Hindernisse zu überwinden, aber sie sind echte Aerobic-Maschinen.
Paul Herygers, Filip Meirhaeghe perform during Red Bull Tout Droit in Damme, Belgium on January 9th, 2016

Neue Herausforderungen bewältigen

© Bavo Swijgers/Red Bull Content Pool

Während der Rennen, die rund eine Stunde lang dauern, gibt es nur eine Geschwindigkeit: Vollgas. Cyclocross besteht aus einer Reihe an Laktat-induzierender Sprints, die dich schnell an neue Grenzen bringen werden.
MTB cross-country pro rider Simon Andreassen races a cyclocross race as winter training.

Simon Andreassen beim Red Bull Velodux

© David Robinson/Red Bull Content Pool

Cyclocross hilft dir dabei, die physischen Anforderungen eines Enduro-Stage-, Downhill- oder Crit-Rennens zu imitieren. Willst du also über den Winter noch stärker werden, holst du dir hier den optimalen Fitness-Boost.

2. Du lernst mit Matsch umzugehen

Als Mountainbiker darf man keine Berührungsängste mit Dreck haben. Manche kommen mit dieser Tatsache gut zurecht, andere weniger. Wenn du deine Shredding-Skills im Matsch verbessern willst, dann ist Cyclocross das Mittel der Wahl!
Wout van Aert

Wout van Aert

© Kristof Ramon

Cyclocrosser sind oft im tiefsten Matsch unterwegs – mit schmalen Reifen und einer Herzfrequenz knapp unter dem Maximum. Sie wissen, mit schlechten Bedingungen umzugehen und genau das könnte dein Vorteil beim nächsten MTB-Rennen sein!

3. Es ist zeiteffizient

Ob mit dem Straßen- oder dem Mountainbike: Gutes Training ist eine zeitintensive Sache. Vor allem dann, wenn man weite An- und Abreisen bewältigen muss. Für eingefleischte Biker ist das freilich kein Hindernis, aber einen Plan B zu haben, ist immer gut.
Cyclocross verschafft dir Vorteile, aber auch jede Menge Schmerz...

Cyclocross verschafft dir Vorteile, aber auch jede Menge Schmerz...

© Kristof Ramon

Cyclocross-Rennen dauern meist nur rund eine Stunde und die Veranstaltungen finden meistens in der Nähe von Städten statt. Außerdem sind sie auch für Zuschauer ein echtes Spektakel, falls du Freunde und/oder Familie mitnehmen willst.

4. Viele Profis setzen im Wintertraining darauf

Wenn die Weltelite sich einem Sport verschreibt, dann weiß man, dass es Zeit ist, dem Ganzen auch selbst Aufmerksamkeit zu widmen. Viele professionelle Rider aus der Cross-Country-, Asphalt-, Enduro- und Downhill-Sparte setzen darauf und sehen darin die perfekte Möglichkeit, das Fitness-Level über die kalten Monate zu halten, wenn nicht zu verbessern.
Die Cross-Country-Athleten rund um Pauline Ferrand-Prévot, Jolanda Neff, Lukas Flückigerund Lars Forster sind alle an den Startlinien von Cyclocross-Events zu finden. Sogar der Downhill-Spezialist Wyn Masters entschloss sich bereitsdazu, beim härtesten Cyclocross-Rennen der Saison, dem Superprestige in Zohnhoven (Belgien), teilzunehmen.
Die Cyclocross-Ausschweifer beweisen ihre Allrounder-Skills auf den Bikes nicht selten auch in verschiedenen Disziplinen. Der CX-Weltmeister Wout van Aert gehört etwa auch zu den besten Fahrern in der Asphaltszene; nicht zu vergessen auf Mathieu van der Poel, der vor allem für seine Cyclocross-Erfolge bekannt ist, aber auch die Cross-Country-Szene dominiert und in der Rennrad-Szene unfassbar stark vertreten ist.

5. Deine Agilität und deine Bike-Kontrolle werden sich schlagartig verbessern

Bei Cyclocross geht es um mehr, als einfach nur Fahrrad zu fahren - du findest dich konstant sowohl auf, als auch abseits des Bikes, während du Hindernisse und verschiedenste Terrains zu überwinden versuchst. Die Strecken können Sand-, Gras-, Kies-, Asphalt-, Dirt- und Matsch-Passagen mit sich bringen, die jeweils mit eigenen Hindernissen gespickt sind und dich so dazu zwingen, mehrmals pro Runde vom Bike zu springen und dieses zu schultern.
Cyclocross verbessert deine Agilität...

Cyclocross verbessert deine Agilität...

© Bavo Swijgers/Red Bull Content Pool

Diese neuen Herausforderungen verlangen nun wieder ganz neue Skills, die dich aus deiner Alltagsroutine holen: Du musst Hindernisse zu Fuß überwinden, indem du springst, dabei dein Bike schultern und regelrechte Sprint-Starts hinlegen. Du wirst neue Facetten an dir kennenlernen und deinen Körper weiter stärken. Zudem verbessern sich deine Reaktions-Skills, nicht zu vergessen, wie oben erwähnt, deine Agilität.
Cyclocross hat dich noch immer nicht überzeugt? Dann sieh dir Yoann Barelli an, wie er mit seinem Cyclocross-Bike einen Downhill-Track shreddert:

2 Min

Bergab mit Yonann Barelli

Bergab mit Yonann Barelli

6. Es bietet dir eine gute Möglichkeit, verschiedene Trainingsroutinen miteinander zu verbinden

In der Abwechslung liegt die Würze des Lebens, wenn du also ein leidenschaftlicher Asphalt-Racer oder Mountainbiker bist, macht es ein Menge Spaß, einmal etwas Neues zu versuchen. Wenn Cyclocross nicht deine Hauptdisziplin ist, musst du dir um den Druck, gute Ergebnisse einzufahren, keine Sorgen machen. Du kannst das Chaos und die Verrücktheit dahinter voll und ganz genießen.
Wout van Aert in Koksijde, Belgien 2018

Wout van Aert in Koksijde, Belgien 2018

© Kristof Ramon / Red Bull Content Pool

Nicht zuletzt holst dir daraus auch eine neue Motivation, die dich wiederum weiter voranbringt. Viel zu oft bleibt man in derselben Routine Woche für Woche hängen, womit das Fitnesslevel deines Körpers irgendwann stagniert. Die zusätzlichen Aspekte des Cyclocross sorgen dafür, dass du dagegen vorgehst, womit du dich auch in deiner Hauptdisziplin verbesserst.

7. Cyclocross lebt von einer einzigartigen Party-Atmosphäre

Es geht nicht nur um die Schlammschlacht, den Schweiß und die Anstrengung. Das publikumsfreundliche Setting und die schnellen Rennen sorgen dafür, dass der soziale Aspekt noch einmal gesondert hervorgehoben wird. Vor allem aber verschafft diese Sportart allen Beteiligten eine Menge Spaß. "Die Atmosphäre rund um diese Rennen gleicht einer einzigen, großen Party!", analysiert Cyclocross-Pro Danny Summerhill.
Ein Cyclocross-Rider fährt beim Bilenky Junkyard Cyclocross 2013 über ein Auto.

Bilenky Junkyard Cyclocross 2013

© Matt Stanley/Red Bull Content Pool

Quotation
Die Atmosphäre rund um diese Rennen gleicht einer einzigen, großen Party.
Danny Summerhill
"So vieles im Cyclocross dreht sich um Bier und darum, eine gute Zeit zu erleben", fügt Summerhill hinzu. "Es geht genauso um das Umfeld, das Davor und das Danach, wie sich alles um das Rennen selbst dreht." Für das Publikum - und manchmal auch für die Racer - ist es nicht unüblich, Kostüme zu tragen und den Athleten während des Rennens ein Bier zuzustecken. Also, trink dir eine Dose Mut an und mach dich auf, dich selbst daran zu versuchen.