Klar, dass sich auch diverse Formate mit Rap beschäftigen – sei es in Form eines kurzweiligen Talks, In-Depth-Interviews oder Nerd-Analysen. Damit ihr den Überblick behaltet, präsentieren wir euch an dieser Stelle die acht besten nationalen und internationalen Rap-Podcasts.
Das Essential für alle, die nicht schon im Mutterleib mit „Fremd im eigenen Land“ respektive „Die da?!“ großgezogen wurden. Moderatorin Visa Vie und Journalist Jan Wehn quatschen sich in 25 kurzen Folgen durch ein Vierteljahrhundert deutsche Rap-Geschichte. Im Fokus jeder Episode steht dabei der wichtigste Song aus dem jeweiligen Jahr: Von „Reimemonster“ über „Easy“ bis „Kokaina“ versorgt das Duo seine Hörer mit interessanten Nerdfacts über die akustischen Meilensteine des Deutschrap und hat manchmal sogar Wortbeiträge der dazugehörigen Rapper in petto.
2. ALL GOOD
Und gleich noch mal Jan Wehn. Im Podcast des HipHop-Online-Magazins ALL GOOD führt er Interviews, die sich angenehm vom gleichgeschalteten Promotalk in den Formaten anderer Rap-Medien-Vertreter unterscheiden. In den gut eine Stunde langen Gesprächen geht es selten um aktuelle Veröffentlichungen, dafür um alles andere. Jan Wehn spricht mit Fatoni über das Zugfahren, lässt sich von Prinz Pi sein Designverständnis erklären und quatscht mit Casper oder Moses Pelham über alte Zeiten und ihre musikalische Sozialisation.
Im Sommer 1999 wurde aus einer Untergrundbewegung die wichtigste Jugendkultur des Landes – Deutschrap hatte seinen ersten großen Hype. Im Podcast “Summer of 99” von Red Bull Radio geht Journalist und Bestseller-Autor Jan Wehn auf eine Zeitreise – mit Gästen wie Jan Delay, Trettmann, Nina MC, Afrob, Fatoni, Mia., DJ Friction (Freundeskreis), Brixx, Falk Schacht und vielen mehr.
4. Schasabi
Alle sieben Tage lassen Falk Schacht und Jule Wasabi für den Bayrischen Rundfunk die Rap-Woche Revue passieren. Ganz egal, ob es dabei um Gossip oder harte Fakten geht. Dabei ist das Duo sich bei Fragen wie „Hat Rap ein Drogenproblem?“, „Darf KC Rebell Autotune benutzen?“ oder „Müssen junge Rapper Kool Savas kennen?“ nicht immer ganz einig. Auch, weil Falk Schacht sehr viel und Jule Wasabi sehr wenig Ahnung hat. Aber gerade das macht Sendung auf eine seltsam Art und Weise so hass- und liebenswert zugleich.
4. Machiavelli
Rapnerds, Politiknerds und Debattierfreund*innen geben sich die Hand, wenn Vassili Golod, Jan Kawelke und Gäste wie Megaloh, Yassin, Sookee, Salwa Houmsi und Maxim K.I.Z eben über Rap und Poltik sprechen. Besonders spannend sind aber die Treffen mit der Berufspolitik, wenn etwa Martin Schulz und Gregor Gysi auf Augenhöhe ins Gespräch einsteigen. Gut recherchiert und meist auch noch lehrreich, ohne zu nerven.
Auch Staiger mischt im Podcast-Game mit und hat sich dafür einen jungen Sidekick geholt. Gemeinsam mit Rapper Mauli wird in „Die wundersame Rap-Woche“ ebenfalls auf das Geschehen der vergangenen sieben Tage zurückgeblickt. Die beiden ziehen dabei über alles und jeden her und üben im Vergleich zur weichgespülten Clickbait-Konkurrenz auch mal Kritik. Das ist oft sehr lustig, manchmal aber auch ein bisschen respektlos – und vermutlich genau deshalb so gern gehört.
Mal Stammtisch, mal überlange Albumrezension und mal Interviewformat: der Backspin-Podcast überträgt die Qualitäten des fast schon in Vergessenheit geratenen Hamburger Druckerzeugnisses in die Audiowelt, fachkundig und nahbar gemeistert von Kevin, Niko und gerne auch mal exquisiten Gästen.
7. Ecke Prenz
„Ecke Prenz ist eine Mischung aus Malzbier, Mutterwitz und gutem Essen, aus HipHopSoulDubLounge und Futurebeats. Das ist nicht unbedingt neu, aber immer beseelt und organisch“, sagen Breaque und V.Raeter selbst über ihren Podcast – und haben damit gar nicht so unrecht. Hier ein bisschen Randomtalk mit Bockwurst in der Backe, dort rare Raritäten aus der Plattenkiste. Macht Spaß.
8. Vor der Mio
Salwa Houmsi, nimmermüde Journalistin-DJ-Influencerin mit bestem Draht zum Deutschrap-Tagesgeschäft, trifft für das Spotify-Fomat „Vor der Mio“ die sonst eher interviewskeptischen Protagonisten der einschlägigen und oft umstrittenen Hitmacher-Playlist „Modus Mio“. Gemeinsam tauchen sie in die Welt von Luciano, Eno und Konsorten ein, erkunden Heimat und Werdegang und machen den Menschen hinter dem Marimba-Hit greifbar. Bestenfalls.
Die englischsprachige Entsprechung zum ALL-GOOD-Podcast findet sich bei „A Waste of Time“ mit dem Brüderpaar It’s The Real. Eric und Jeff Rosenthal brennen für Rap der späten Neunziger und frühen 2000er Jahre. Dementsprechend liest sich auch die Liste ihrer Gäste. Mit The LOX spüren sie dem Phänomen Ruff Ryders nach, während sie Rsonist von den Heatmakerz zu seiner Zeit mit den Diplomats in Harlem ausquetschen. Tipp: Der Live-Podcast zur Geschichte des legendären Roc-A-Fella-Labels mit zahlreichen Gästen wie Kareem „Biggs“ Burke, Kyambo „Hip Hop“ Joshua, Young Guru, Just Blaze, Freeway und Jim Jones.
10. Deine Homegirls
The girls are back in town! Josi Miller und Helen Fares sind weitgereist, vielbeschäftigt, hochmotiviert und dabei nie um einen quatschigen Spruch verlegen. So gerät ihr Podcast „Deine Homegirls“ meist ungestüm, manchmal chaotisch und immer zutiefst empathisch. Um das nötige Rap-Fundament muss man sich dabei zum Glück nie Sorgen machen, denn auch Fachkenntnis und Nerdtum … iz da.
11. Drink Champs
Seien wir mal ehrlich: In der Show von N.O.R.E. und DJ EFN geht es drunter und drüber. Aber genau deshalb trägt das„Drink Champs“-Format ja auch die Unterzeile „The most professional, unprofessional Podcast“. Wenn dann aber Gäste wie Jermaine Dupri vorbeischauen und drei Stunden über Gott und die Welt quatschen, ist das fast schon wieder egal.
12. Mogul
Einer der besten internationalen Podcasts über HipHop und seine Geschichte: Mogul ist ein Geschichtsbuch auf Steroiden. Staffel 2 befasst sich mit Rap in den Südstaaten, Gäste sind u.a. Trick Daddy, Trina, Rick Ross oder Mr. Mixx von der 2 Live Crew.
Der Podcast von Cole Cuchn nimmt sie alle auseinander. Wortwörtlich. Jede Staffel des Podcasts widmet sich einem Album und analysiert in einzelnen Episoden Stück für Stück die Songs der Platte. Erst war „To Pimp A Butterfly“ von Kendrick Lamar dran, anschließend ging es „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ von Kanye West an den Kragen. Grandios!