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Mit der Capcom Fighting Collection 2 kehren echte Legenden zurück
Capcom bringt mit der Fighting Collection 2 eine weitere Sammlung voller hochkarätiger Retro-Games auf den Markt. Nun könnt ihr diese Perlen auf modernen Plattformen erleben.
Bei einem so ausgedehnten Gaming-Katalog voller legendärer Spiele, wie dem von Capcom, ist es nicht verwunderlich, dass es meist zahlreiche Titel gibt, die es niemals auf aktuelle Systeme schaffen. Gerade bei so einem nischigen Genre wie Fighting-Games ist es kein Wunder, wenn die Favoriten vieler Fans gefühlt dazu verdammt sind auf ewig in der Spielhalle oder Retro-Konsolen gefangen zu sein.
Allerdings scheint es sich Capcom in letzter Zeit zur Aufgabe gemacht zu haben, diese vergessen geglaubten Spiele mit neuem Leben einzuhauchen. Bereits in der Vergangenheit haben wir unter anderem die Capcom Beat ‘em Up und Marvel vs. Capcom Fighting Collection bekommen. Hier wurden Spiele nicht nur lieblos portiert, sondern auch mit zahlreichen modernen Features wie verbesserten Trainingsmodi oder Rollback-Netcode für Online-Play erweitert.
Nun gönnt uns Capcom mit der Capcom Fighting Collection 2 noch einmal eine Ladung Klassiker, die alle die volle Bonus-Content-Packung erhalten haben.
9 Min
Arcades
Insert coin, unleash memories: dive into Japan's arcade obsession.
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Diese Spiele bietet die Collection
Insgesamt findet ihr 8 unterschiedliche Fighting-Games in der Collection, die alle zwischen 1998 und 2004 erschienen sind. Dabei ist noch relevant zu erwähnen, dass ihr auch unterschiedliche Rom-Versionen der Titel spielen könnt, die dann jeweils auch andere Balancing-Änderungen enthalten.
- Plasma Sword: Nightmare of Bilstein (1998)
- Power Stone (1999)
- Power Stone 2 (1999)
- Capcom vs SNK: Millennium Fight 2000 Pro (2000)
- Project Justice (2000)
- Street Fighter Alpha 3 Upper
- Capcom vs. SNK 2: Mark of the Millennium 2001 (2001)
- Capcom Fighting Evolution (2004)
True love makin’
Die beiden Highlights für viele Spieler:innen sind natürlich die Portierungen von Capcom vs. SNK und Capcom vs. SNK 2. Die beiden Titel zählen zu den Allstars des Fighting-Game-Genres und waren jeweils zu ihrer Zeit echte Hits in den Arcades. Capcom vs. SNK 2 erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und war seit seinem Release im Jahr 2001 ein fester Bestandteil zahlreicher Turniere.
Dabei begann die Legacy natürlich mit dem Vorgänger. In Capcom vs. SNK trafen zum ersten Mal die Charaktere der beiden namensgebenden Spieleentwickler direkt aufeinander. Die legendären Titel der beiden Dev-Studios aus Osaka waren in den 90ern bittere Rivalen um die Herrschaft innerhalb der Spielhallen. Während sich in vielen Regionen Capcom mit Titeln wie Street Fighter II und Darkstalkers durchsetzen konnte, genossen Fatal Fury, Samurai Shodown und The King of Fighters aus dem Hause SNK vor allem in Südamerika große Beliebtheit.
Capcom vs SNK: Millenium Fight 2000 wurde von Capcom entwickelt und kombinierte Fighter aus unterschiedlichen Games beider Entwickler zu einem Roster aus 37 Charakteren. Jede:r Kämper:in hat dabei eine Art Power-Level, Ratio genannt, zugewiesen bekommen. Ihr wählt ein Team, das aus maximal 4 dieser Ratio-Punkten bestehen kann. Zuvor entscheidet ihr euch zudem für einen Groove, der beeinflusst, welche System-Mechaniken euch zur Verfügung stehen. Der SNK-Groove ist ist an die frühen Teil der King of Fighters-Reihe angelehnt, der Capcom-Groove orientiert sich an Street Fighter Alpha.
Der Nachfolger, Capcom vs. SNK 2: Mark of the Millennium 2001 nahm dieses Konzept und drehte noch einmal richtig auf. Ihr wählt nun immer bis zu drei Fighter für euer Team aus einer Auswahl von 48 spielbaren Charakteren. Auch die Anzahl der verfügbaren Grooves wurde verdreifacht. Sowohl Capcom, als auch SNK, haben nun drei unterschiedliche Spielvarianten zur Auswahl. C, A und P orientieren sich an Street Fighter Alpha und Street Fighter III. S, N und K spielen sich ähnlich wie The King of Fighters oder Samurai Shodown.
Neu ist auch, dass der Titel Capcom-typisch auf sechs Buttons zur Eingabe setzt, während Teil 1 analog zu vielen SNK-Spielen nur vier Knöpfe genutzt hat.
Solltet ihr wie Red Bull-Profi MenaRD in den letzten Wochen Zeit in das neue Fatal Fury gesteckt haben, werdet ihr auch ein paar der darin vorkommenden Charaktere wieder in Capcom vs. SNK 2 finden. Also der perfekte Moment noch einmal zurück zu blicken, wenn euch der aktuelle Teil der Reihe gefällt.
Capcoms Party-Prügler
Wer Capcom nur von ihren klassischen Fighting-Games kennt, der wird von Power Stone und dessen Nachfolger überrascht werden.
Anstatt sich in klassischer Seitenansicht zu verprügeln, bewegt ihr euch in Power Stone durch offene 3D-Arenen. Dabei erinnert die Action etwas an die später erscheinenden Spiele der Super Smash Bros.-Serie: Mit einfachen Angriffen, Special Moves und Items ist es euer Ziel, die Lebenspunkte eures Kontrahenten auf Null zu reduzieren. Während eines Matches erscheinen zudem die Power Stones, welche dem Spiel seinen Namen verliehen haben. Werden diese eingesammelt, verwandelt sich euer Charakter und bekommt Zugriff auf seine Super-Moves. Insgesamt sind in Power Stone 10 unterschiedliche Kämper:innen spielbar. Der Titel ist ein lockeres Fighting-Game, das man auch als Gelegenheitsspieler genießen kann.
Den Party-Aspekt hebt aber vor allem der zweite Teil von Power Stone noch einmal mehr hervor. Nun kann man sogar zu viert eine Arena unsicher machen und das Spiel setzt wesentlich mehr auf Stage-Hazzards, was für zusätzliches Chaos sorgt. Damit ist Power Stone 2 bei vielen Spieler:innen nicht so gut angekommen wie sein Vorgänger. Aber gerade in einer größeren Gruppe lohnt es sich auf jeden Fall einmal, diese vergessene Perle des Capcom-Katalogs nachzuholen.
Noch mehr Sprite-Fighter
Wer aber doch eher etwas Spielen mag, das sich bekannt anfühlt, für den hat die Capcom Fighting Collection 2 noch weitere Sprite-basierte Games parat.
Street Fighter Alpha 3 (in Japan: Street Fighter Zero 3) hat bereits in anderen Collections seinen Weg auf aktuelle Gaming-Systeme gefunden. Neu ist hier, dass die Variante mit dem Beinamen “Upper” spielbar ist. Diese ist 2001 in den Spielhallen erschienen und hat danach noch einen Release auf dem Sega Dreamcast erfahren. Neu sind 6 zusätzliche Charaktere (Dee Jay, Evil Ryu, Fei Long, Guile, Shin Akuma und T. Hawk) und ein paar Gameplay-Änderungen, wie das Entfernen der Infinites, welche Fighter ausführen konnten, die den Spielstil V-ISM nutzten. Ironischerweise war Street Fighter Alpha 3 Upper durch diese Anpassung der Game-Balance weniger populär als seine Original-Version.
Ein weiterer Titel, der unter Genre-Fans ebenfalls nicht sonderlich beliebt ist, ist Capcom Fighting Evolution (in Japan: Capcom Fighting Jam). Der Titel war der Versuch von Capcom ein Crossover-Game mit ausschließlich eigenen Charakteren zu produzieren. Unter den 21 spielbaren Charakteren findet man darum auch, neben dem Neuzugang Ingrid, welche exklusiv für dieses Spiel designt wurde, Kämpfer:innen aus Street Fighter II, Street Fighter III, Street Fighter Alpha, Darkstalkers und Red Earth. Das Gesamtpaket wirkte lieblos, da viele Sprites einfach aus ihren Ursprungsspielen kopiert wurden. Es ist natürlich dennoch ein wichtiger Teil der Capcom-Fighting-Geschichte, aber eindeutig der schwächste Titel dieser Sammlung.
Von Star Wars und Schulmädchen
Die letzten beiden Spiele der Sammlung heben sich dadurch vom Rest der Collection ab, dass sie im 3D-Look daherkommen, aber im Gegensatz zu Power Stone dennoch klassische 2D-Fighter sind. Auch wenn es die Option gibt, in die Tiefe auszuweichen.
Project Justice ist auch unter dem Namen Rival Schools 2 bekannt und spielt an einer japanischen Highschool. Spielerisch erwartet euch hier ein Team-Fighter, wobei eure beiden Partner primär für synergistische Team-Up-Attacks genutzt werden. Das Gameplay erinnert mit seinen Chain-Combos, Launchern und Air-Combos etwas an die Marvel vs. Capcom-Titel.
Plasma Sword: Nightmare of Bilstein ist ebenfalls ein Nachfolger und ist unter dem Namen Star Gladiator 2 in Japan erschienen. Die Spielereihe ist dadurch entstanden, dass Capcom ursprünglich ein Fighting-Game zum Sci-Fi-Platzhirsch Star Wars entwickeln sollte. Das erklärt unter anderem warum der Hauptcharakter von Plasma Sword, Hayato, ein grünes Lichtschwert als Waffe benutzt.
Diese Spiele fehlen uns noch
Capcom macht in letzter Zeit einen verdammt guten Job darin ihren gesamten Fighting-Game-Katalog für ein modernes Publikum verfügbar zu machen. Und selbst wenn man meinen könnte, dass mit den diversen Collections nun so gut wie alle Titel abgedeckt wurden, fehlen uns leider noch ein paar Spiele für die komplette Sammlung.
Zum einen wäre es natürlich schön, wenn wir auch die ersten Teile von Plasma Sword und Project Justice spielen könnten. Sowohl Star Gladiator, als auch Rival Schools, wäre eigentlich perfekt für die Fighting Game Collection 2 geeignet gewesen, aber so müssen wir einfach darauf hoffen, diese beiden Spiele ein anderes Mal serviert zu bekommen.
Der Kult-Anime Jojo’s Bizarre Adventure hat mit Heritage for the Future einen 2D-Fighter von Capcom spendiert bekommen. Zuletzt war dieser für die Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen. Seitdem gab es leider keine Portierung des Titels. Neben exzellenten Animationen und großartigen Sprites bietet das Fighting-Game rund um die Stardust Crusaders auch einen der unfairsten Charaktere der Genre-Geschichte: Den Vogel Petshop.
Mit der zuletzt erschienenen Marvel vs. Capcom Fighting Collection wurden eigentlich alle Spiele von Capcoms Versus-Reihe archiviert. Die aktuellen Titel der Serie, Ultimate Marvel vs. Capcom 3 und Marvel vs. Capcom Infinite, sind ja ohnehin auf allen Plattformen verfügbar. Ein Spiel fehlt allerdings noch: Tatsunoko vs. Capcom ist ausschließlich in den Arcades und auf der Nintendo Wii erschienen. Sehr schade, da das Game eine spannende Charakterauswahl und großartiges Gameplay bietet.
Bleibt zu hoffen, dass wir also Spiele wie Tatsunoko vs. Capcom, Jojo’s Bizzare Adventure: Heritage for the Future und die fehlenden Vorgänger von Plasma Sword und Project Justice noch in einer Capcom Fighting Collection 3 zu sehen bekommen. Wünschenswert ist es, da alle zuletzt erschienenen Sammlungen aus dem Hause Capcom absolute Liebesbriefe an das Genre und seine Fans waren.
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