MTB-Downhill-Training: Brook MacDonald kennt nur ein Gas - Vollgas!
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The Road Back: Brook Macdonald
Der Profi-Mountainbiker Brook Macdonald erholt sich auf wundersame Weise von einem Sturz, der ihn fast gelähmt hätte.
Gib uns einen Überblick, wie dein Training auf und abseits der Strecke aussieht.
Ich trainiere sechs Tage die Woche mit einem Ruhetag. Drei Mal in der Woche, am Montag, Mittwoch und Freitag, gehe ich ins Fitnessstudio und auf dem Bike sitze ich an allen sechs Tagen. Die Leute, die mit unserem Sport nicht vertraut sind, denken oft, dass ich mit dem Fahrrad einfach einen Hügel hinunterfahre und dazu nicht wirklich fit sein muss, aber ich kann euch versichern, dass man sogar extrem fit und stark sein muss.
Downhill-Rennen sind vergleichsweise kurz. Die Intensität ist sehr hoch, also müssen wir körperlich in Topform sein, um die hochintensiven und explosiven Phasen zu überstehen. Ein Großteil meines Trainings findet auf dem Rennrad statt, weil ein Rennrad viel gleichmäßiger läuft als ein Mountainbike. Diese Explosivität lässt sich in der Ebene einfach besser trainieren, als am Berg.
Also fährst du mit einem kompletten Rennrad-Setup?
Ja, es ist ein klassisches Rennrad-Setup, und im Laufe der Jahre habe ich es sogar richtig lieb gewonnen. Ab und zu fahre ich auch Rennen damit. Downhill ist ganz anders, weil ich gegen die Uhr fahre. Bei Straßenrennen gibt es Taktiken zu beachten und man fährt im direkten Duell gegen andere Fahrer. Das macht die Sache interessanter.
Wenn du auf dein MTB steigst, woran arbeitest du dann konkret?
An so einem Tag fahre ich sieben oder acht Runden auf einem Trail oder einer Strecke und bei diesen sieben oder acht Runden gebe ich 100 Prozent. Ich stelle sicher, dass die Bremspunkte passen, dass mein Kurvenspeed stimmt und dann verändere ich natürlich noch Kleinigkeiten am Setup. Das Einstellen ist viel schwieriger, wenn man alleine unterwegs ist, aber wenn ein Mechaniker dabei ist, kann ich ihm einfach sagen, wie es sich anfühlt und er versucht dann das Setup so anzupassen, dass es besser wird.
Ich versuche, so viel wie möglich mit dem DH-Bike zu trainieren und dabei konzentriere ich mich besonders auf die bereits erwähnten Schlüsselpunkte, um ein gutes Gefühl für das Rad zu bekommen und mich bei jedem Lauf zu verbessern. Um es einfach auszudrücken: Ich mache nichts Verrücktes und je einfacher, desto besser. Am Ende des Tages fahre ich einfach nur gerne schnell bergab.
Vieles von dem, was du tust, geht über klassisches Training hinaus. Was macht dich sonst noch zu einem so guten Downhiller?
Ich schätze, verrückt und ein bisschen wahnsinnig zu sein. Man muss schon ziemlich crazy sein, um diesen Sport auf dem Level zu betreiben. Downhill ist mit viel Risiko verbunden und man muss mental vorbereitet, stark und unglaublich zäh sein. Es ist schon fast absurd, was wir alles durchmachen müssen, weil es immer nur einen finalen Run gibt. Und der ist so kurz, dass man seinen Lauf vor dem Start im Kopf schon perfektioniert haben muss. Außerdem darf man nie vergessen, dass es in Sekundenschnelle vorbei sein kann, weil man es übertrieben hat, weil sich die Strecke verändert oder weil das Wetter umgeschlagen hat.
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, wie man diese Veränderungen mental angeht und sich anpasst. Das gibt es auch in anderen Sportarten -- beim Skifahren ist es zum Beispiel so. Wenn man nur einen Lauf hat, muss man einfach alles geben und seine Chance nutzen.
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