Brook Macdonald seen during filming of Dream Track at Woodstock Farm, Motueka, New Zealand on January 30, 2022.
© Graeme Murray/Red Bull Content Pool
MTB

MTB-Downhill-Training: Brook MacDonald kennt nur ein Gas - Vollgas!

Für Brook MacDonald ist harte Arbeit das A und O, besonders im Training. Hier beschreibt er, wie er seinen Körper auf Downhill-Racing vorbereitet.
Von: Scott Kara
5 min readPublished on
Brook MacDonald ist wohl einer der unerschrockensten Athleten unserer Zeit! Besonders, wenn es darum geht, mit dem Bike so schnell wie möglich über steile und haarsträubende Trails hinunterzurasen. Die zu bewältigenden Pfade sind dabei teilweise so steil, dass beim Anblick sogar manche Bergziege den Kopf schütteln würde. MacDonald stellt sich ihnen dagegen in unvergleichlicher Manier mit seinem Downhill-Bike -- und das höchst erfolgreich!
Dabei ist der Neuseeländer wahrscheinlich einer der entspanntesten und sympathischsten Rider im Mercedes-Benz UCI Downhill Mountainbike World Cup. Seine freundliche Art täuscht jedoch gerne über die Härte, Entschlossenheit und den selbst eingestandenen "Wahnsinn" hinweg, der sich hinter seinem fröhlichen Auftreten verbirgt.

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Diese pure Entschlossenheit half ihm in der Vergangenheit auch, einen schweren Crash im Jahr 2019 zu überwinden, der beinahe seine Karriere beendet hätte. MacDonald brach sich bei einem Sturz bei den World Championships im besagten Jahr zwei Rückenwirbel. Nachdem er Herausforderungen wie das Wiedererlernen des Gehens bewältigen musste, ist er nun wieder zurück im Sattel. 2021 bestritt der 30-Jährige sogar die gesamte Weltcup-Saison.

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Natürlich begleiteten ihn aber immer noch Zweifel, ob er wieder mit Downhill-Racing zurechtkommen würde, und so baute MacDonald Anfang des Jahres mit der Unterstützung des Australiers Remy Morton einen Downhill-Track in Neuseeland. Die Strecke sollte testen, ob sein Körper imstande war, wieder Downhill-Rennen auf allerhöchstem Niveau zu bestreiten. Außerdem will er um keinen Preis der Welt aufhören, die Grenzen des Sports auszuloten, der ihm bis heute so viel Freude und Kraft gegeben hat.
"Der Bau dieser Strecke ist für mich die größte Errungenschaft in der Zeit seit meinem Unfall. Ich habe nicht mehr wirklich daran geglaubt, wieder anständige und furchteinflößende Jumps machen zu können."
Im Video darunter erlebst du MacDonald auf seiner Traumstrecke:
Wie im Video über sein "Dream Track"-Projekt unmissverständlich zu sehen ist, hat MacDonald im Training nicht nachgelassen. Er trainiert nach wie vor hart und mit vollem Einsatz!
Hier erfährst du mehr über das Downhill-Training von Brook MacDonald:

Gib uns einen Überblick, wie dein Training auf und abseits der Strecke aussieht.

Brook Macdonald: Ich trainiere sechs Tage die Woche mit einem Ruhetag. Drei Mal in der Woche, am Montag, Mittwoch und Freitag, gehe ich ins Fitnessstudio und auf dem Bike sitze ich an allen sechs Tagen. Die Leute, die mit unserem Sport nicht vertraut sind, denken oft, dass ich mit dem Fahrrad einfach einen Hügel hinunterfahre und dazu nicht wirklich fit sein muss, aber ich kann euch versichern, dass man sogar extrem fit und stark sein muss.

Brook Macdonald: Downhill-Rennen sind vergleichsweise kurz. Die Intensität ist sehr hoch, also müssen wir körperlich in Topform sein, um die hochintensiven und explosiven Phasen zu überstehen. Ein Großteil meines Trainings findet auf dem Rennrad statt, weil ein Rennrad viel gleichmäßiger läuft als ein Mountainbike. Diese Explosivität lässt sich in der Ebene einfach besser trainieren, als am Berg.

Brook MacDonald mit einem Medizinball im Fitnessstudio in Wellington im April 2019.

Fitnessübungen sind wichtig für den Aufbau von Kraft und Beweglichkeit

© Brad Hanson

Also fährst du mit einem kompletten Rennrad-Setup?

Brook Macdonald: Ja, es ist ein klassisches Rennrad-Setup, und im Laufe der Jahre habe ich es sogar richtig lieb gewonnen. Ab und zu fahre ich auch Rennen damit. Downhill ist ganz anders, weil ich gegen die Uhr fahre. Bei Straßenrennen gibt es Taktiken zu beachten und man fährt im direkten Duell gegen andere Fahrer. Das macht die Sache interessanter.

Wie steht es mit bergauf fahren?

Brook Macdonald: Auf dem Rennrad gerne! Auf dem Mountainbike ist das etwas härter, aber beim Bergauffahren wird man definitiv stärker.

Wenn du auf dein MTB steigst, woran arbeitest du dann konkret?

Brook Macdonald: An so einem Tag fahre ich sieben oder acht Runden auf einem Trail oder einer Strecke und bei diesen sieben oder acht Runden gebe ich 100 Prozent. Ich stelle sicher, dass die Bremspunkte passen, dass mein Kurvenspeed stimmt und dann verändere ich natürlich noch Kleinigkeiten am Setup. Das Einstellen ist viel schwieriger, wenn man alleine unterwegs ist, aber wenn ein Mechaniker dabei ist, kann ich ihm einfach sagen, wie es sich anfühlt und er versucht dann das Setup so anzupassen, dass es besser wird.

Brook Macdonald: Ich versuche, so viel wie möglich mit dem DH-Bike zu trainieren und dabei konzentriere ich mich besonders auf die bereits erwähnten Schlüsselpunkte, um ein gutes Gefühl für das Rad zu bekommen und mich bei jedem Lauf zu verbessern. Um es einfach auszudrücken: Ich mache nichts Verrücktes und je einfacher, desto besser. Am Ende des Tages fahre ich einfach nur gerne schnell bergab.

Brook Macdonald auf dem Bike in seiner Heimat Neuseeland.

High-Intensity und Explosivität stehen an der Trainings-Tagesordnung

© Scott Sinton

Vieles von dem, was du tust, geht über klassisches Training hinaus. Was macht dich sonst noch zu einem so guten Downhiller?

Brook Macdonald: Ich schätze, verrückt und ein bisschen wahnsinnig zu sein. Man muss schon ziemlich crazy sein, um diesen Sport auf dem Level zu betreiben. Downhill ist mit viel Risiko verbunden und man muss mental vorbereitet, stark und unglaublich zäh sein. Es ist schon fast absurd, was wir alles durchmachen müssen, weil es immer nur einen finalen Run gibt. Und der ist so kurz, dass man seinen Lauf vor dem Start im Kopf schon perfektioniert haben muss. Außerdem darf man nie vergessen, dass es in Sekundenschnelle vorbei sein kann, weil man es übertrieben hat, weil sich die Strecke verändert oder weil das Wetter umgeschlagen hat.

Brook Macdonald: Eine der größten Herausforderungen besteht darin, wie man diese Veränderungen mental angeht und sich anpasst. Das gibt es auch in anderen Sportarten -- beim Skifahren ist es zum Beispiel so. Wenn man nur einen Lauf hat, muss man einfach alles geben und seine Chance nutzen.

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