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Feuer und Eis: Wie Evenepoel und Lipowitz als Duo funktionieren
Mit einer Doppelspitze rollt Red Bull - BORA - hansgrohe zur Tour de France 2026. Ungleich - aber getragen von einer Dynamik, die beide befreit fahren lässt?
Relationship Status: Es ist kompliziert… Nur eines von vielen Narrativen, die durch die Radsport-Bubble schwirren. Zurückzuführen auf den Tag, als Red Bull - BORA - hansgrohe die beiden Maillot Blanc-Träger der letzten beiden Jahre in einem Rennstall vereint hat.
Hier Remco Evenepoel, Grand Tour-Sieger und Gold-Medaillenträger. Womöglich der Einzige, dessen Aura auf einem Bike selbst der Eiffelturm nicht sonderlich schmälern kann. Dort der alterstechnisch keine 250 Tage jüngere Florian Lipowitz. Auf die Ankunft seines belgischen Teammates reagierte der Tour-Dritte anders als viele, die es ausschließlich durch die Brille der klassischen Team-Hierarchie sehen. Anders, als es Logik und Meta im Radsport sonst vorgeben.
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Tour de France-Kapitän: Auf wen setzt Red Bull - BORA - hansgrohe bei der Tour 2026?
Obwohl jeder für sich Ambitionen und Form für eine Top-Platzierung mitbringt, starten Florian Lipowitz und Remco Evenepoel als gleichberechtigte Doppelspitze für Red Bull - BORA - hansgrohe in die Tour de France. Über die Konstellation, die dem deutschen Top-Team abermals den Weg aufs Podium ebnen soll, hat John Wakefield (Director of Coaching) folgendes sprachliches Bild kreiert:
Remco und Flo - das ist Yin und Yang. Feuer und Eis. Zwei Gegenpole, die einander nicht bedrohen, sondern befreien.“
Evenepoel vs Lipowitz: Die beiden Co-Kapitäne im Vergleich
Premiere als Führungsduo: Lipo und Evenepoel bei der Katalonien-Rundfahrt!
© Maximilian Fries / Red Bull Content Pool
Remco Evenepoel
Florian Lipowitz
Jahrgang 🗓️
2000
2000
Spitzname 🎭
Kannibaal van Schepdaal
Lipo oder Lipoflitz
Nation 🌍
Belgien
Deutschland
Frühere Sportart 🔄
Fußball
Biathlon
World Tour-Debüt 🚴♂️
2019
2023
Top-Platzierung Tour de France 🇫🇷
3. Platz (2024)
3. Platz (2025)
Top-Platzierung Vuelta 🇪🇸
1. Platz (2022)
7. Platz (2024)
Top-Platzierung Giro d'Italia 🇮🇹
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Warum Florian Lipowitz anders tickt als viele Top-Fahrer
Um die obige Metapher in Gänze zu verstehen, mitsamt der Befreiung, die John Wakefield mit Blick auf „Lipo“ sieht, musst du jedoch wissen, wie Florian Lipowitz funktioniert. Und zwar anders, als nahezu jeder der Top-Klassementfahrer im Peloton.
Wer ihm in einer Fußgängerzone begegnet, käme nicht sofort auf die Idee, dass hier einer der Rising Stars der Szene steht. Mit seinem Babyface, den großen Augen und der etwas scheuen Haltung wirkt er eher wie jemand, der gerade sein Abitur gemacht hat und sich dann fragt: What’s Next?
Ruft zufällig das nächste Rennen mit Red Bull - BORA - hansgrohe, dann verwandelt sich Lipo. Zu einem Typ, der am Berg attackiert, wenn es niemand erwartet. Daneben aber bleibt er der zurückhaltende junge Mann von der Schwäbischen Alb, der den Sport nie betrieben hat, um Aufmerksamkeit oder Follower zu bekommen. Er ist - mehr oder weniger - dort reingerutscht, wo das Spotlight am hellsten scheint.
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Wie kann Lipowitz von Evenepoel profitieren?
Dass seine Social Battery hiervon eine achtwöchige Auszeit brauchte, sagt viel über den Menschen hinter Flo Lipowitz aus. Genauso, dass die Ankunft von Evenepoel im Team eher einem Geschenk als einem Status- oder Imageverlust gleichkommt.
Der zweite Teil der Tour de France-Doppelspitze gilt seit jeher als brillanter Zeitfahrer, aber spätestens seit den Sommerspielen 2024 als Volksheld in Belgien. Wohlgemerkt in einem Land, das Radfahrern derart feiert wie Brasilien seine Fußballer.
Es ist gut, wenn Remco mehr im Fokus der Medien steht und ich mich ein bisschen zurückhalten kann. Mir nimmt das viel Druck.“
Überall, wo er auftaucht - Pressekonferenzen, Medientage, Teamvorstellungen - zieht Remco das Blitzlichtgewitter an wie ein Magnet. Ein Mann mit 1,3 Millionen Followern auf Instagram, mit einer Vita, die sich liest wie eine Erfindung: einst hochtalentierter Nachwuchsspieler bei Anderlecht, ehe ein Beckenbruch seine Fußballkarriere beendete und das Rennrad zu seiner neuen Welt machte.
Solange alle Augen auf den Belgier gerichtet sind, kann Flo Lipowitz das tun, was er am besten kann: in Ruhe arbeiten. Unbeobachtet. Im Schatten des größten Blitzableiters, den er sich hätte wünschen können. „Ob Remco oder ich, ist egal. Wenn einer bei der Tour de France vorne ist, können wir uns für den anderen freuen und als Team stolz sein“, macht der 25-Jährige klar.
POV: Wer diese Aussagen hört und beide während des Trainingslagers am Teide beobachtet hat, der merkt: Eine in vielerlei Hinsicht so ungleiche Doppelspitze kann bei der Tour de France zusammenfinden.