Stellst du Max Verstappen ein schnelles Auto an den Start, dann weißt du, was er damit anstellen wird. Gibst du ihm ein schnelles Auto UND eine Fan-Masse in Orange, dann ist der Niederländer nicht mehr zu stoppen - der Große Preis von Österreich 2021 war dafür der beste Beweis. Unzählige holländische Fans reisten in die Steiermark, um ihren Helden zu feiern. Der Star von Red Bull Racing Honda dankte es ihnen, indem er während des Rennens seine ganze Dominanz ausspielte, ein perfektes Rennen mit schnellster Rennrunde fuhr und seine Führung in der Gesamtwertung ausbaute.
Runde neun der Formel 1-Saison 2021 war eher eine Machtdemonstration, als ein wirkliches Rennen. Max war in allen drei Phasen des Qualifyings der Schnellste, womit er seine dritte Pole in Folge holte. Sobald am Red Bull Ring dann die Lichter ausgingen, fuhr er in einer eigenen Liga und sicherte sich so seinen fünften Sieg in der laufenden Saison. Er führte am Start, er führte in der frühen Safety-Car-Phase, er führte in jeder einzelnen Runde und er fuhr daneben noch die schnellste Rennrunde ein - wie angekündigt: eine Machtdemonstration. 9 Rennen von 23 haben die F1-Piloten bereits geschafft. Verstappen führt in der Gesamtwertung ganze 32 Punkte vor seinem Rivalen Lewis Hamilton, der den Österreich-GP auf Platz vier beendete.
Nach dem Rennen ließ sich Verstappen von den Fans gebührend feiern - 132.000 besuchten den Red Bull Ring im Laufe des Wochenendes. Neben ihm auf dem Podium standen der Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, der es auf den zweiten Platz schaffte, und McLaren-Youngster Lando Norris. Gerade letzterer zeigte mit seinem dritten Podiums-Finish in dieser Saison und einem Front-Row-Start nach dem Qualifying, dass er in dieser Saison noch viel vorhat.
Es war ohne Zweifel klar, für wen die Fans am Red Bull Ring jubelten...
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Verstappens Sieg plus die acht Punkt von Team-Kollege Sergio Pérez, der sich nach einem komplizierten Rennen Platz 6 holte, sorgen dafür, dass Red Bull Racing den Vorsprung auch in der Konstrukteurswertung auf 44 Punkte auf Mercedes aufbaut.
Verstappens volles Haus
Vor einer Woche holte Verstappen beim Großen Preis der Steiermark seinen Sieg von der Pole, musste die schnellste Rennrunde aber an Lewis Hamilton abgeben, der kurz vor Ende noch einmal neue Reifen aufzog.
Spulen wir eine Woche vor, fährt der Niederländer so viel Zeit auf seine Konkurrenz heraus, dass er 10 Runden vor Schluss ohne Gefahr noch einmal einen Boxenstopp einlegen kann, um Runde 62 zur schnellsten des ganzen Rennens zu machen. Die Zeit, die er hinlegte, war um ganze 1,5 Sekunden schneller, als die schnellsten Runden seiner Konkurrenz.
Nach dem Qualifying äußerte Hamilton schon die Befürchtung, dass Max vorne wegfahren wird - und er behielt Recht damit. Es war Verstappens 15. Sieg in der Formel 1 und sein 50. Podiums-Finish. Ganze acht Podiumsplatzierungen fuhr er in den neun Rennen dieser Saison ein!
Sobald Verstappen den Start für sich entschieden hatte, fuhr er vorne weg!
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"Es ist unglaublich, um ehrlich zu sein. Das Auto war on fire", erzählt Verstappen nach seinem vierten Sieg auf dem Red Bull Ring.
"Auf jedem Reifen-Set war das Auto wunderbar zu fahren. Das ist wirklich verrückt und ich bin begeistert darüber, wie der heutige Tag abgelaufen ist. Das hatte ich so nicht erwartet!"
"Wenn du als Favorit in das Wochenende gehst, ist es nicht gerade einfach so abzuliefern, wie es uns heute gelungen ist. Es war eine großartige Leistung von gesamten Team und natürlich von Honda - das Gesamtpaket, besonders an den zwei Wochenenden hier in Österreich, war unglaublich."
Auch die jubelnden Fans mit orangen Rauchkanonen in der Boxengasse und auf der gesamten Strecke werden dem 23-Jährigen in Erinnerung bleiben.
"Es war so verrückt heute, all die Fans hier zu sehen und alle in Orange - einfach unglaublich. Das war ein großartiger Motivationsschub."
Checos größter Gegner: der Kies
Verstappens Teamkollege Pérez startete seinen 200. Grand Prix von Startplatz drei. Mit einer eindrucksvollen Performance in Q3 am Samstag, mit der er sich zum ersten Mal auch vor die beiden Mercedes-Piloten platzieren konnte, waren die Hoffnungen auf ein Red Bull-Finish auf 1 und 2 groß. Es sollte aber nicht das Rennen des Mexikaners sein.
In Runde 4, direkt nach dem Re-Start nach einer Safety-Car-Phase, duellierte sich Pérez mit Lando Norris um Platz zwei, bei dem er von der Strecke gedrängt wurde und im Kies landete. Norris bekam eine Zeitstrafe von 5 Sekunden, während Pérez zurückfiel. Etwas später verkehrte sich das Bild im Kampf mit Charles Leclerc. In Kurve 4 und in Kurve 6 drängte der Red Bull-Pilot den Ferrari von Leclerc von der Strecke - ebenfalls in den Kies - womit sich Checo gleich zwei Fünf-Sekunden-Strafen einhandelte.
Pérez kämpfte in der zweiten Hälfte des Rennens mit den Ferraris.
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Während das Rennen seinem Ende zuging, setzte Pérez alles daran, die 10 Sekunden gegenüber Carlos Sainz herauszufahren, um den fünften Platz am Ende zu behalten - das ging sich um sieben Zehntel jedoch nicht aus, womit er mit Platz sechs vorliebnehmen musste.
"Lando kam ohne Schaden davon, für mich war aber das gesamte Rennen ruiniert", erklärte Sergio Pérez im Anschluss.
"Charles und ich hatten sehr viel Verkehr und alte Reifen. Ich bremste so spät wie möglich, wodurch es mich hinausdrückte und es zum Kontakt kam. Das ist nicht die Art und Weise, wie ich Rennen fahren will - so fahre ich keine Rennen."
"Ich habe mit Charles gesprochen und ihm dargelegt, was meiner Ansicht nach passierte. Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich einem anderen Fahrer das Rennen ruiniert habe. Aber ich muss mir diese Vorfälle noch einmal ansehen und sie abhaken."
Obwohl sein Rennen nicht nach Wunsch gelaufen ist, konnte Pérez seinen dritten Platz in der Gesamtwertung verteidigen. 104 Punkte stehen nun auf seinem Konto. Sein unmittelbarer Gegner Lando Norris liegt bei 101.
Gaslys Wiedergutmachung, Tsunoda bezahlt den Preis
Ein weiterer Fahrer, der glücklich darüber war, auf dem Red Bull Ring eine weitere Chance zu bekommen, war Scuderia AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly. Er musste am letzten Wochenende beim Steiermark GP nach einem Vorfall in der ersten Runde seinen im Qualifying hart erkämpften sechsten Rang abgeben und das Rennen beenden, bevor es überhaupt wirklich begonnen hatte.
Das zweite Rennen in Österreich verlief deutlich besser. Ein weiteres Mal startete er von Platz sechs, jedoch auf dem weichen Reifen, womit er schon in Runde 13 an die Box musste. Mit einer Zwei-Stopp-Strategie holte er sich am Ende Platz neun und damit zwei Punkte. Auch in der Gesamtwertung liegt er nun auf Platz neun, nachdem Daniel Ricciardo auf Rang sieben endete und einen Platz in der Wertung gutmachte.
Gaslys Teamkollege Yuki Tsunoda startet einen Platz hinter dem Franzosen, nachdem er ein herausragendes Qualifying hinlegte. Aber auch er handelte sich zwei Fünf-Sekunden-Strafen ein, nachdem er zweimal die weiße Linie bei der Boxeneinfahrt überfahren hatte. Der japanische Rookie ist mit Platz 12 dementsprechend enttäuscht.
Sainz' harte Mission, Russells unbelohnter Kampf um Punkte
Ferrari ging auf Risiko, nachdem Sainz nur von Platz 11 startete. Der Spanier begann auf dem harten Reifen, in der Hoffnung auf einen langen ersten Stint. Im Rennen gelang ihm dann sogar noch mehr, nachdem er Ricciardo an einem Zeitpunkt überholte, an dem Leclerc ebendas nicht gelang. Am Ende profitierte er zudem von Pérez' Zeitstrafen, womit er starker Fünfter wurde.
Daneben sah es lange Zeit danach aus, als könnte sich George Russell im Williams seinen ersten Punkt holen, nachdem er ein starkes Qualifying fuhr und von Startplatz acht ins Rennen ging. Fernando Alonso machte alle Hoffnungen aber zunichte, nachdem er Russell 10 Runden vor Schluss noch aus den Punkterängen verdrängte.
"So nahe, und doch so fern", trauert Russell seiner Chance nach. "Wenn du dir einen Fahrer hinter dir aussuchen könntest, dann wäre das sicher nicht Fernando..."
Eine Pause, dann ein Sprint...
Was steht für die Fahrer nun nach diesem Triple-Header an? Eine wohlverdiente Pause, bevor es dann am 18. Juli zum Großen Preis von Großbritannien nach Silverstone geht. Auch hier werden tausende Fans erwartet, die an einem Ort zusammenströmen, an dem die Formel 1 1950 ihren Anfang fand.
In diesem Jahr verschafft die Formel 1 der traditionsreichen Strecke aber einen modernen Twist: Am Samstag findet dort zum ersten Mal das Sprint-Qualifying statt, bei dem das Ergebnis des 17 Runden langen Sprint-Rennens die Startreihenfolge für den GP am Sonntag festlegt. Es ist das erste von insgesamt drei Malen in dieser Saison, bei denen das neue Format zum Einsatz kommt. Damit tritt zu einer bereits faszinierenden Saison eine weitere Ebene hinzu.
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