Keyart aus Halo: Campaign Evolved
© Halo Studios
esports

Halo: Campaign Evolved ist ein gelungenes Remake eines zeitlosen Klassikers

25 Jahre nach dem Release des Original-Shooters schickt Halo Studios den Master Chief mit Unreal Engine 5 zurück auf den Ring. Wir sagen dir, warum sich das Remake trotz kleiner Schwächen lohnt.
Autor: Phil Briel (@nophilterde)
6 min readPublished on

Über den Autor

Halo ist zurück! Mit Halo: Campaign Evolved erweckt Microsoft einen echten Klassiker des Shooter-Genres zu neuem Leben und bringt den Master Chief dabei sogar erstmals auf eine PlayStation-Konsole. Das Ergebnis ist ein hervorragendes Remake eines absoluten Meisterwerks, das dank Unreal Engine 5 in ganz neuem Glanz erstrahlt, aber nicht ganz ohne Schwächen bleibt.
01

Halo ist zurück

Kein Spiel hat die erste Xbox-Generation so geprägt wie Halo: Combat Evolved. Bungie definierte anno 2001 neu, wie sich Ego-Shooter auf der Konsole anfühlen können und legte den Grundstein für eines der größten Franchises der Branche. Mit Halo: Campaign Evolved bringt Halo Studios genau dieses Spiel zurück. Komplett neu gebaut auf Basis der Unreal Engine 5, diesmal auch erstmals auch für PlayStation 5. Wahnsinn, das wäre noch vor 10 Jahren undenkbar gewesen.
Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Halo: Campaign Evolved ist ein waschechtes Remake geworden

© Halo Studios

Wichtig zu wissen: Das ist kein einfaches Remaster wie in der Master Chief Collection, sondern ein von Grund auf neu entwickeltes Remake. Du erlebst wieder die komplette Kampagne rund um Master Chief, Cortana und die geheimnisvolle Ringwelt Halo, jetzt aber mit modernerer Technik und spürbaren Gameplay-Anpassungen. Dafür jedoch ohne den kompletten Multiplayer-Part. Schade.

Das Original Red Bull

Red Bull Energy Drink

Red Bull Energy Drink
02

Was ist neu in Halo: Campaign Evolved?

Wichtig zu wissen: An der Story des ersten Halo-Ablegers ändert sich nichts, dafür aber einiges am Spielgefühl. Du kannst jetzt beispielsweise sprinten, was in den teils sehr weitläufigen Levels eine spürbare Erleichterung ist. Kleine Zielmarkierungen helfen dir zusätzlich dabei, dich auf dem Ringplaneten zurechtzufinden. Hinzu kommt eine brandneue Third-Person-Perspektive, wenn du keine Lust auf eine Ego-Ansicht hast.
Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Neu im Remake ist eine Third-Person-Perspektive

© Halo Studios

Auch das Schadenssystem wurde angepasst: Neben deinem Schild regeneriert sich jetzt auch deine Lebenskraft, ähnlich wie in Halo 2. Heilpakete braucht es dadurch nicht mehr, sie wurden komplett gestrichen. Die Waffen wirken spürbar wuchtiger, dein Sturmgewehr hat zwar weniger Munition im Magazin, dafür aber mehr Durchschlagskraft.
Das Leveldesign selbst wurde zwar komplett neu gebaut, bleibt inhaltlich aber nah am Original. Das bedeutet: Du bekommst die ikonischen Schauplätze, die du kennst, inklusive einiger eintöniger Innenbereiche, die es damals schon gab. Wer sich mehr Mut zur Veränderung gewünscht hätte, wird hier nicht komplett bedient.

Mehr Waffen, mehr Chaos

Das ursprüngliche Waffenarsenal von Halo: Combat Evolved war von 25 Jahren... überschaubar. Campaign Evolved gleicht das aus, indem es neun zusätzliche Waffen aus späteren Serienteilen ins Spiel holt, darunter die Maschinenpistole aus Halo 2, das Nadelgewehr und die Brennstabkanone. Auch Energieklingen besiegter Gegner kannst du jetzt aufsammeln.
Neu ist zudem, dass du feindliche Ghosts kapern und an bestimmten Stellen sogar einen Wraith selbst steuern kannst. Die Flood wurden ebenfalls überarbeitet: Die Kämpfe gegen die Alien-Parasiten laufen zügiger ab, und mit der Tank-Form aus späteren Spielen gibt es sogar einen neuen Gegnertyp.

Drei neue Bonusmissionen

Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Frischer Bonus-Content sorgt für neue Eindrücke

© Halo Studios

Neben der Hauptkampagne bekommst du drei brandneue Missionen, die ein Jahr vor den Ereignissen von Halo spielen. Master Chief kämpft hier gemeinsam mit Sergeant Johnson zunächst durch ein Forschungsschiff der Allianz, später auf einer neuen Planetenoberfläche und schließlich in einer kurzen Weltraumsequenz.
Die Bonusmissionen bringen frische Charaktere, neue Dialoge und stärkere Brute-Gegner mit ins Spiel, erzählen aber keine besonders mitreißende Geschichte. Mit rund zwei bis drei Spielstunden sind sie ein netter Zusatz, fühlen sich im Vergleich zur Hauptkampagne aber eher wie Beiwerk an.
03

Die Story: Zurück auf den Ring

An der Handlung selbst rüttelt Halo Studios nicht. Du schlüpfst erneut in die Rolle des Master Chief, der nach der Flucht von der Pillar of Autumn auf einer gigantischen, ringförmigen Konstruktion namens Halo landet. Zusammen mit der KI Cortana findest du heraus, dass der Ring weit mehr ist als nur ein mysteriöser Ort im All, und musst dich dabei gleich gegen zwei Bedrohungen behaupten: die feindselige Allianz und die parasitäre Flood.
Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Auch die Fahrzeugsteuerung zeigt sich modernisiert

© Halo Studios

Erzählerisch bleibt Halo: Campaign Evolved damit dem Original treu, inklusive aller bekannten Meilensteine. Der Ausstieg aus der Pillar of Autumn, der Strandangriff im legendären Level und die späteren Abschnitte, in denen du gleichzeitig gegen Flood und Allianz kämpfst, sind alle wieder mit dabei, jetzt aber in aufwendigeren Zwischensequenzen inszeniert. Wer die Geschichte von 2001 kennt, erlebt hier keine Überraschungen, dafür aber eine deutlich kinoreifere Präsentation der immer noch cleveren Sci-Fi-Geschichte rund um 343 Guilty Spark und die wahre Natur der Ringwelt.
04

Gameplay im Detail: Was sich wirklich anders anfühlt

Beim Gameplay hat sich Halo Studios deutlich mehr getraut als bei der Story. Am auffälligsten ist die neue Sprint-Funktion. Vor allem in den weitläufigeren Außenarealen ist das eine spürbare Erleichterung, gleichzeitig verändert der Sprint aber auch, wie sich klassische Momente anfühlen. In der Community und bei einigen internationalen Kritikern gibt es deshalb durchaus geteilte Meinungen: Wer im Original schnell fliehen musste, wenn eine Situation zu heiß wurde, tut sich damit im Remake spürbar leichter, was einzelne Encounter, etwa gegen die Flood, etwas von ihrer Anspannung nimmt. Wer den Sprint nicht will, kann ihn allerdings über einen der versteckten Schädel wieder deaktivieren.
Auch das Fahrverhalten wurde angefasst. Der Warthog lässt sich präziser steuern und kippt seltener um als im Original, was gerade den berühmten Warthog-Run am Ende der Kampagne komfortabler, aber auch etwas weniger nervenaufreibend macht. Kleine Zielmarkierungen weisen dir zusätzlich jederzeit den Weg, sodass Verlaufen praktisch unmöglich wird. Das hilft Neueinsteigern, nimmt dem Erkunden aber auch einen Teil seiner ursprünglichen Orientierungs-Herausforderung.
Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Halo: Campaign Evolved spielt sich nach wie vor hervorragend

© Halo Studios

Die Waffen wurden zudem spürbar überarbeitet: Dein Sturmgewehr hat zwar mit 36 statt 60 Schuss weniger Magazinkapazität, dafür aber deutlich mehr Durchschlagskraft, wodurch Gegner insgesamt schneller fallen als im Original, wo sie eher wie Kugelschwämme wirkten. Auf höheren Schwierigkeitsgraden kann diese Umstellung allerdings auch zu Balancing-Problemen führen, hier wird stellenweise mehr Munition oder Deckung benötigt, als eigentlich zur Verfügung steht.
Wer das Spiel möglichst nah am Original erleben will, findet über die wiederkehrenden Schädel genügend Möglichkeiten, gezielt einzelne Neuerungen wieder abzuschalten oder die Herausforderung zu erhöhen, etwa durch ein größeres Sturmgewehr-Magazin oder einen deaktivierten Sprint.
05

Kein Multiplayer, aber Koop

Der wohl größte Wermutstropfen: Einen klassischen kompetitiven Mehrspielermodus gibt es in Campaign Evolved nicht. Stattdessen setzt Halo Studios komplett auf Koop, bis zu vier Spielerinnen und Spieler können die Kampagne online gemeinsam durchspielen, auf PS5 und Xbox ist zusätzlich lokaler Splitscreen für zwei Personen möglich. Auf dem PC fehlt dieses Feature.
Screenshot aus Halo: Campaign Evolved

Besonders im Couch-Koop ist Halo: Campaign Evolved ein Fest.

© Halo Studios

Wer klassisches Deathmatch sucht, muss weiterhin zu Halo Infinite greifen. Für Wiederspielwert sorgen dafür die zurückkehrenden Schädel, die im gesamten Spiel versteckt sind und verschiedene Modifikatoren freischalten, von reinen Purismus-Optionen bis zum kompletten Remix-Modus mit durchgemischten Waffen und Gegnern. Dennoch leibt Halo: Campaign Evolved bis heute eines der besten Koop-Games schlechthin, das sich kein Shooter-Fan entgehen lassen sollte.
06

Ein Remake, nicht nur für Fans

Halo: Campaign Evolved ist genau das Remake, das sich Fans der ersten Stunde gewünscht haben: nah am Original, aber spürbar moderner im Spielgefühl. Wer die Kampagne von 2001 liebt, bekommt hier die bislang beste Version davon, inklusive Koop-Modus, überarbeiteter Grafik und einem erweiterten Waffenarsenal. Das Fehlen eines klassischen Multiplayers und die unveränderten Schwächen im Leveldesign trüben das Bild leicht, ändern aber nichts daran, dass Halo: Campaign Evolved ein rundum gelungenes Remake eines zeitlosen Klassikers ist.