Screenshot aus iRacing Arcade zeigt ein Rennen der Formula GP-Klasse
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iRacing Arcade Test: Arcade-Racer mit Sim-Ambitionen?

iRacing: Der König der realistischen Sim-Racer... wird zu einem Arcade-Rennspiel? iRacing Arcade ist auf Steam gestartet. Wir haben uns für einen Test hinter das Lenkrad geklemmt.
Autor: Phil Briel (@nophilterde)
4 min readPublished on
iRacing Arcade vereint den Markennamen einer der bekanntesten Rennsimulationen der Welt mit einem vollkommen anderen Spielkonzept. Entwickelt von Original Fire Games (bekannt für das gelungene Circuit Superstars), richtet sich iRacing Arcade nicht an Hardcore-Sim-Racer, sondern an alle, die Motorsport auf entspannte, zugängliche Weise erleben möchten. Das Spiel ist Anfang März 2026 auf PC (Steam) erschienen, eine Konsolenumsetztung für PS5 und Xbox soll im Sommer folgen.
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Was steckt in iRacing Arcade?

iRacing Arcade entfernt sich von den beinharten Sm-Racing-Wurzeln des Originals. Kein ultra-realistisches Fahrgefühl, keine Setups, sondern ein Arcade-Rennspiel mit lizenziertem Motorsport-Content. Das macht den Racer zu einer Art spirituellem Nachfolger zu Circuit Superstars, das sich unter Rennspiel-Fans enormer Beliebtheit erfreut.
Screenshot aus iRacing Arcade

iRacing Arcade vereint Arcade-Gameplay mit Sim-Features

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Gefahren wird in einer Third-Person-Kamera, mit intuitive Steuerung und einem charmantem, comichaften Look mit überdimensionalen Helmen auf winzigen Fahrern. Das Spiel positioniert sich bewusst zwischen puristischem Arcade-Racer und Rennsimulation. Es gibt 14 reale Rennstrecken wie den Sachsenring oder Imola, einen simulierten Reifenverschleiß und Benzinverbrauch. Aber ohne anderen Firlefanz wie Power-ups und Co.
Der Karrieremodus ist das klare Highlight von iRacing Arcade und überrascht mit einer unerwarteten Tiefe. Ihr startet mit einem Fiat 500, arbeitet euch durch verschiedene Rennklassen bis hin zu LMDh- und Formel-1-ähnlichen Fahrzeugen und baut dabei euer eigenes Rennteam auf. Das Besondere: Zwischen den Rennen verwaltet ihr eure eigene Basis. Hier lassen sich Gebäude wie Motorenwerkstätten errichtet, die euch auf der Strecke nützliche Boosts freischalten.
Screenshot aus iRacing Arcade

Der Karrieremodus bietet erstaunlich viel Tiefgang

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Die Karriere erstreckt sich über sieben Saisons, wobei jede Saison mehr Rennen, schnellere Fahrzeuge und längere Events bietet. Ihr könnt zudem Fahrer einstellen, die für euch an Championships teilnehmen, während ihr euch auf die wichtigsten Rennen konzentriert. Dieses Progressionssystem, das Rennaction mit Team-Management kombiniert, kennt man normalerweise eher aus Rennsimulationen.
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Fahrzeuge, Strecken & Gameplay

iRacing Arcade bietet zum Release 8 Fahrzeugklassen und 14 Strecken, darunter lizenzierte Miniaturversionen echter Rennkurse wie Knockhill, Paul Ricard, Bahrain, Imola und Tsukuba. Die ähneln den realen Vorlagen hinsichtlich der Umgebung und des Layouts, fallen allerdings deutlich kompakter aus. Eine Runde ist in 30-40 Sekunden absolviert, was für flotte und kurzweilige Rennen sorgt.
Screenshot aus iRacing Arcade

Acht Fahrzeugklassen stehen derzeit zur Wahl

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Die Fahrzeuge klingen und fahren sich spürbar unterschiedlich: Der Porsche 911 GT3 Cup etwa sticht durch seinen kernigen Sound und sein präzises Handling hervor, während der Fiat 500 eher gemächlich über die Pisten tuckert, dafür Fahrfehler besser verzeiht. Die Formel-Klasse hingegen ist schon deutlich anspruchsvoller und schneller.
Was iRacing Arcade so unterhaltsam macht, sind die CPU-gesteuerten Fahrer:innen. Denn die KI-Gegner agieren bewusst unberechenbar und sorgen besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden für chaotisches Racing. Das ist zwar nicht realistisch, macht in den bewusst kompakten Rennen aber Laune. Das Fahrmodell ist zugänglich und intuitiv, ohne dabei gänzlich anspruchslos zu sein. Mit fünf wählbaren Schwierigkeitsgraden und weiteren anpassbaren Parametern wie Slipstream-Stärke und Gummiband-Effekt findet jeder Spielertyp seinen Platz.
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Fokus auf Singleplayer

Der Fokus von iRacing Arcade liegt aktuell klar auf der Singleplayer-Erfahrung um den Karrieremodus. Es gibt zwar auch einen Online-Multiplayermodus, der wirkt aber noch nicht so ausgereift, wie man es sich wünschen würde. Der Online-Multiplayer funktioniert derzeit nämlich nur über ein Code-System, bei dem ein Spieler:innen einen Raum erstellt und andere per Code beitreten können. Öffentliche Lobbies sucht ihr derzeit noch vergebens, wobei das ja noch kommen könnte. Hier lässt das Arcade-Rennspiel leider Potenzial liegen.
Screenshot aus iRacing Arcade zeigt einen Boxenstopp

Reifen- und Kraftstoffverbrauch werden realistisch simuliert

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Lokaler Split-Screen-Multiplayer ist aktuell nur in den geplanten Konsolen-Versionen vorgesehen und soll im Sommer 2026 erscheinen. Zusätzlich verspricht das Entwicklerteam Crossplay-Support, sodass virtuelle Rennfahrer:innen auf PC, PS5 und Xbox gegeneinander antreten können.
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iRacing Arcade macht Spaß

Zu einem Preis von unter 25 Euro bietet iRacing Arcade ein bemerkenswertes Gesamtpaket für Gelegenheitsspieler:innen, Familien und Motorsport-Einsteiger. Wer einen tiefgehenden Karrieremodus sucht, authentische Strecken und Fahrzeuge schätzt und dabei keinen Sim-Racing-Anspruch mitbringt, wird hier zweifellos gut unterhalten. Wenngleich der Umfang noch etwas überschaubar ausfällt.
Screenshot aus iRacing Arcade

Der charmante Comic-Look steht dem Racer ausgezeichnet

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Visuell setzt iRacing Arcade auf einen charmanten Comic-Look, der konsequent umgesetzt ist und das Spiel sofort wiedererkennbar macht. Details wie ein Ayrton-Senna-Gedenkschild in Imola oder die „Georgina"-Puppe auf der Brücke in Barber zeigen, dass das Entwicklerteam echte Motorsport-Leidenschaft in das Spiel eingebracht hat.
iRacing Arcade ist kein iRacing-Ersatz und das will es auch nicht sein. Es ist ein stimmiges, spaßiges Rennspiel für zwischendurch, das trotz der simplen Anmutung erstaunlich viel Tiefgang bietet. Perfekt zum Abschalten für zwischendurch.