1.500 Läufer:innen stellten sich in Cuxhaven der Herausforderung durch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Statt Asphalt warteten Schlick, Priele, Sandbänke, knöcheltiefes Wasser und eine Flut, die mit jeder Minute näher rückte.
Für eines der Highlights des Tages sorgten Florian Neuschwander und David Schönherr. Während die Flut langsam näher rückte, lieferten sich die beiden auf der neuen Kurzstrecke ein Duell durch Schlick, Priele und kräftige Herbststurmböen. Nach 8,3 Kilometern im Watt setzte sich Neuschwander durch und holte den Sieg auf der erstmals ausgetragenen Kurzdistanz.
Florian Neuschwander, Gewinner der Kurzstrecke, sagte nach seinem Lauf: "Der Hinweg mit dem starken Gegenwind war brutal und hat richtig Kraft gekostet. Auf dem Rückweg wurde es etwas leichter, aber insgesamt war es trotzdem super anstrengend – und genau das macht den Reiz aus."
Bei den Frauen holte sich Marie Heymann den Sieg auf der Kurzdistanz. Auf der Langstrecke dominierten Deike Keilers-Burkhardt bei den Frauen und Eric Ole Völkening. Glückwunsch!
Die Bedingungen machten kurzfristig eine Anpassung des Streckenverlaufs notwendig. Statt bis zur Insel Neuwerk führte die Route zur eigens errichteten Wendepunktmarke „Neu-Neuwerk" inklusive Miniatur-Leuchtturm. Das Grundprinzip blieb jedoch unverändert: ein Wettlauf gegen die Gezeiten.
Der Red Bull Wattlauf ist weit mehr als ein Laufrennen. Orientierung, Renneinteilung und mentale Stärke sind hier genauso entscheidend wie Tempo und Ausdauer. Mit jedem Kilometer verändern sich die Bedingungen, während die Nordsee den Takt vorgibt.
Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten machten die diesjährige Ausgabe zur bisher vielleicht härtesten. Auf dem Hinweg kämpften die Teilnehmer:innen gegen kräftigen Gegenwind, bevor auf dem Rückweg Rückenwind für völlig neue Dynamiken sorgte.