Gaming
Kaum eine Spielereihe hat die Gaming-Welt so nachhaltig geprägt wie Grand Theft Auto. Seit 1997 schickt Rockstar Games Spielerinnen und Spieler in offene Städte voller Chaos, schwarzem Humor und Verbrecherkarrieren. Mit GTA 6 steht bereits der nächste große Wurf in den Startlöchern. Zeit, vor dem GTA-6-Release am 19. November 2026 einen Blick zurück auf die Historie der Reihe zu werfen und alle Haupt-Ableger zu ranken. Los geht's.
01
Grand Theft Auto
- Release: 28. November 1997
- Plattformen: PC, PS1, Game Boy Color
- Besonderheit: Der Ursprung der gesamten Serie, entstanden aus einem cleveren Spieldesign-Zufall
Beginnen wir dort, wo alles seinen Ursprung fand. Der Teil, mit dem alles begann. Mit hakeliger Steuerung und minimalistischer Top-Down-Perspektive ist das originale Grand Theft Auto aus heutiger Sicht kaum mehr als eine Fußnote der Spielgeschichte. Und doch legte genau dieses Spiel das Fundament für eine der größten Franchises überhaupt. Das erste GTA war zwar noch weit von der Qualität moderner Ableger entfernt, zeigte anno 1997 aber bereits eindrucksvoll, welchen Weg die Reihe gehen würde. Dabei setzte der Ableger aus spielerischer Sicht neue Maßstäbe.
Die Möglichkeit, praktisch jedes Fahrzeug zu stehlen und rücksichtslos durch die Stadt zu rasen, war 1997 eine kleine Revolution. Ohne dieses erste Experiment gäbe es weder Liberty City noch Los Santos, wie wir sie heute kennen.
02
Grand Theft Auto 2
- Release: 13. Februar 1999
- Plattformen: PC, PS1, Dreamcast, Game Boy Color
- Besonderheit: Erstes Reputationssystem der Serie und deutlich verbesserte Kamera-Technik
GTA 2 schlägt die Brücke zwischen dem experimentellen Erstling und dem großen Sprung, den die Reihe mit GTA III gemacht hat. Das neue Gang-Reputationssystem gab Missionen erstmals echten Kontext, während technische Verbesserungen wie Speicherpunkte und eine stabilere Kamera das Spielgefühl spürbar aufwerteten.
Trotzdem bleibt GTA 2 klar in der Top-Down-Perspektive verhaftet und wirkt aus heutiger Sicht sperrig. Für die Entwicklung der Serie war es dennoch ein wichtiger Zwischenschritt, ohne den die späteren 3D-Teile anders ausgesehen hätten.
03
Grand Theft Auto III
- Release: 23. Oktober 2001
- Plattformen: PS2, Xbox, PC, macOS, iOS, Android
- Besonderheit: Der Titel, der Open-World-Gaming in 3D neu definiert hat
Es steht außer Frage, wie GTA 3 im Jahr 2001 nicht nur das Genre der Open-World-Games, sondern auch die Spielelandschaft für immer verändern sollte. Dass Grand Theft Auto III in unserem Ranking nicht weiter oben landet zeigt einfach deutlich, welch immensen Sprung die Serie nach dem Sprung in die dritte Dimension noch gemacht hat.
GTA III war 2001 ein Erdbeben. Kein anderes Spiel bot eine derart große, freie und lebendige 3D-Stadt, in der Spielerinnen und Spieler einfach tun und lassen konnten, was sie wollten. Liberty City legte damit den Grundstein für das, was Open-World-Games bis heute ausmacht und markiert damit bis heute einen Grundriss, an dem sich viele Konkurrenten orientieren.
Aus heutiger Sicht wirken jedoch viele Mechaniken etwas angestaubt: klobige Steuerung, karge Fahrzeugphysik, ein stummer Protagonist namens Claude. Trotzdem bleibt der historische Stellenwert unantastbar, ohne GTA III sähe die gesamte Open-World-Landschaft heute anders aus.
04
Grand Theft Auto IV
- Release: 29. April 2008
- Plattformen: PS3, Xbox 360, PC
- Besonderheit: Rockstars düsterste und charakterstärkste Erzählung mit Niko Bellic im Zentrum
GTA IV hat, genau betrachtet, einiges besser gemacht als der Nachfolger mit der Zahl Fünf im Titel. Und doch schwimmt Grand Theft Auto IV bis heute etwas unter dem Radar, wenngleich Rockstar mit dem vierten Hauptteil der Serie einen deutlich düstereren Ton anschlug als man es bis heute aus GTA gewohnt ist (oder vielleicht auch gerade deswegen).
Weniger Slapstick, weniger Popkultur, mehr Tragödie. Niko Bellic zählt für viele Fans bis heute zu den am besten geschriebenen Open-World-Protagonisten überhaupt. Zumindest, wenn man mal die Held:innen aus Red Dead Redemption außen vor lässt. Seine Geschichte um Rache, Schuld und den amerikanischen Traum trägt das gesamte Spiel.
Auch technisch war GTA IV ein Sprung nach vorn: Das neue Liberty City wirkt greifbarer, das Fahrverhalten schwerer und realistischer. Wer GTA lieber als Charakterdrama statt als reine Machtfantasie erlebt, findet hier bis heute die stärkste Version der Serie.
05
Grand Theft Auto: San Andreas
- Release: 26. Oktober 2004
- Plattformen: PS2, Xbox, PC, Xbox 360, PS3, PS4, Xbox One, Nintendo Switch, iOS, Android
- Besonderheit: Drei Städte, eine offene Landkarte und CJ als bis heute einer der beliebtesten Protagonisten der Serie
GTA: San Andreas ist der Moment, in dem Rockstar einfach zu jeder Idee Ja gesagt hat. Los Santos, San Fierro und Las Venturas plus weite ländliche Gebiete zwischen den Städten ergeben eine Spielwelt, die für ihre Zeit gigantisch war und sich bis heute riesig anfühlt.
Wenngleich sich das Entwicklerteam einem simplen Trick bediente, um die Welt größer wirken zu lassen als sie eigentlich ist: Entfernt man den Nebel, kann man vom höchsten Punkt über die gesamte Karte schauen. Gemerkt hat das seinerzeit aber niemand. Dazu kommen Gang-Konflikte, Immobilien, Fitness- und Stat-System sowie unzählige Nebenaktivitäten, die das Spiel ständig neu erfinden.
Carl "CJ" Johnson zählt außerdem zu den prägendsten Figuren der Reihe. Seine Rückkehr nach Los Santos und der Aufstieg durch die Gang-Hierarchie bleiben ein Highlight der Rockstar-Erzählkunst. Kein Wunder, dass San Andreas für viele Fans bis heute als der ambitionierteste Teil der Serie gilt.
06
Grand Theft Auto: Vice City
- Release: 29. Oktober 2002
- Plattformen: PS2, Xbox, PC, iOS, Android, macOS
- Besonderheit: Neonfarbenes 80er-Miami-Setting mit ikonischem Soundtrack und Tommy Vercetti als Aushängeschild
Ob Grand Theft Auto: Vice City nun im persönlichen Ranking vor San Andreas rangiert, ist sicherlich Geschmackssache. Für uns allerdings schon, was am einzigartigen Setting und der damit einhergehenden Atmosphäre des Spiels liegt.
Tommy Vercetti, die von Miami inspirierte Stadt und ein Radiosender-Soundtrack voller 80er-Klassiker verschmelzen zu einer der einprägsamsten Atmosphären der gesamten Serie. Von Scarface bis Miami Vice merkt man jeder Mission und jeder Szenerie an, woher die Inspiration kam. Vice City ist ein gespielter Trip in die 1980er, den Rockstar Games perfekt auf den Punkt bringt und vielleicht gerade deshalb auch so einzigartig und ikonisch.
Spielerisch bringt Vice City spürbare Verbesserungen gegenüber GTA III mit: Ein Immobiliensystem gibt der Story mehr Tiefe, die Stadt wirkt lebendiger und dichter bevölkert. Wer die Serie auf reinen Vibe reduziert, landet fast zwangsläufig bei Vice City als Sieger.
07
Grand Theft Auto V
- Release: 17. September 2013
- Plattformen: PS3, PS4, PS5, Xbox 360, Xbox One, Xbox Series X/S, PC
- Besonderheit: Drei spielbare Protagonisten und die bis heute aktive Online-Welt von GTA Online
Wenn es einen Ableger gibt, der technisch und hinsichtlich seiner Ambitionen über allen anderen Serienteilen liegt, dann ist es zweifellos Grand Theft Auto V. Das Game, mit dem sich Rockstar Games unsterblich gemacht hat. Der Titel, mit dem die Spielebranche sich als ernstzunehmendes Medium positionierte. Und das Spiel, das bis heute (auch 13 Jahre nach der ersten Veröffentlichung) weiterlebt.
Mit einem Budget von über 250 Millionen Dollar und dem Dreigespann aus Michael, Franklin und Trevor liefert GTA V das bislang kompletteste Gesamtpaket der Serie. Los Santos und Blaine County bieten enorme Abwechslung, die Missionen sind kinoreif inszeniert und trotzdem bleibt genug Sandbox-Freiheit für eigene Chaos-Momente.
Dass GTA V über drei Konsolengenerationen hinweg relevant blieb, liegt vor allem an GTA Online. Der Multiplayer-Ableger hat sich von einem zusätzlichen Modus zu einer eigenen, ständig wachsenden Welt entwickelt und sorgt dafür, dass Millionen Spielerinnen und Spieler auch über ein Jahrzehnt nach Release noch aktiv sind.