It's all good: Bozza und Badmómzjay nach zwei Takeover-Runden
© Woody Woodsn
Music

Kilian & Jo: Hinter den Kulissen bei Badmómzjay vs. Bozza

Das Duo spielte eine tragende Rolle bei der Red Bull Soundclash Studio Edition: Sie haben die Takeover-Parts von „Woher“ und „Checkst du!?“ produziert. Wie genau läuft das?
Autor: Red Bull Rap 100
3 min readveröffentlicht am
Schon zum zweiten Mal fand nun die Red Bull Soundclash Studio Edition statt – kleiner und intimer als sonst, aber genauso kreativ! Aber so eine Show muss gut vorbereitet werden, bevor Badmómzjay und Bozza sich gegenseitig ihre völlig neuen Battle-Parts präsentieren.
Maßgeblich daran beteiligt war das Produzententeam Kilian & Jo – das Duo kennt ihr schon von ihrer Arbeit mit Majan oder den Jugglerz und von unserer Red Bull Beat Challenge. Wir haben uns von Kilian – der in der Show auch die Keyboards gespielt hat – erklären lassen, wie genau sie mit Bozza & Badmómzjay gearbeitet haben und was daran so außergewöhnlich war.
Kilian, was genau war euer Job bei „The Takeover“?
Kilian: Unsere Aufgabe war, zu den beiden Original-Songs jeweils den neuen Part zu produzieren, auf den der Gegner beim Takeover rappt. Wir haben von Badmómzjay und Bozza Stichworte bekommen, wie sie sich das vorstellen – Bozza wollte es eher rockig, Jordy (Badmómzjay, Anm. d. Red.) sehr trappig. Daraufhin haben wir uns mit Christian Prommer in den Red Bull Music Studios Berlin getroffen, um mit diesen Stichworten zu arbeiten – da gab es ja viel Raum für Interpretation. Wir haben also zwei Parts produziert, die gut zu den Originalen passen, und anstatt großer Feedback-Runden waren beide direkt down damit. Also haben wir nur noch an den Übergängen zwischen Original und den neuen Parts gearbeitet.
Als nächstes haben wir uns getroffen, um die Produktionen live mit der Band umzusetzen, mit Keys, Drums und Bass. Zusammen mit Jordy, Bozza und Christian Prommer gab es die ersten Proben, die eigentliche Show wurde dann später gefilmt.
Beim Red Bull Soundclash Studio Edition – The Takeover
Die Takeover-Band mit Gitarre, Drums und Keys
Was war besonders wichtig, damit es mit der Band gut funktioniert?
Wir wussten, dass wir gerne eine kleine Besetzung haben wollten, damit der Fokus auf den Artists bleibt. Aber beim Produzieren haben wir daran erst mal gar nicht gedacht, sondern einfach versucht, die Wünsche der Künstler*innen umzusetzen. Erst im Nachhinein ging es darum, wie man es mit der Band umsetzt, die Christian Prommer zusammengestellt hatte.
Wie ging es nach der Aufnahme weiter?
Wir hatten ja vorher schon alles fertig produziert. Nach der Aufnahme sind wir aber noch mal rangegangen und haben die Live-Instrumente richtig in den Beat eingearbeitet.
Beim Red Bull Soundclash Studio Edition – The Takeover
Takt32 richtet Badmómzjay noch eben die Ohren für den großen Clash
Wie unterscheidet sich so ein Projekt von eurer gewohnten Arbeitsweise als Produzenten?
Jeder Künstler ist da komplett anders. Viele suchen sich ja auch einfach fertige Beats aus. Aber eigentlich war das gar nicht so ungewohnt, denn oft kommen Artists ja mit einer Vorstellung ins Studio, mit einem Sample oder einer stilistischen Vorliebe. So war das hier auch. Wir haben sozusagen mit einem leeren Blatt Papier angefangen, auf dem nur „Rock“ oder „Trap“ stand. Und die Original-Tracks hatten wir natürlich als Orientierung.
Hat sich das ein bisschen wie ein Remix angefühlt?
Nein, finde ich nicht. Bei einem Remix nimmt man ja meistens ein Element aus dem Original, das Acapella, einen Sound, irgendwas, und arbeitet damit weiter. Hier haben wir aber tatsächlich nichts übernommen.
Das Duo: Kilian & Jo
Das Duo: Kilian & Jo
Jetzt mal unter uns: Wann haben Badmómzjay und Bozza zum ersten Mal die neuen Texte gehört?
Das war tatsächlich erst bei der richtigen Aufnahme! Die Reaktion muss ja echt sein und nicht fake. Wir als Produzenten und Musiker kannten alles schon vorher, aber die beiden Artists kannten die Takeover-Parts bis zum letzten Moment nicht, weder den Text noch die Musik. Was man da sieht, ist also real!
Und zuletzt: Was sagst du, wer hat gewonnen?
Ich würde sagen: beide. (grinst) Ich muss ehrlich sagen, es war krass, als die beiden ihre Parts ausgepackt haben. Auch für uns Musiker.