Toni Palzer ist mit seinem Specialized S-Works Tarmac SL7 in den Bergen unterwegs.
© Helge Roeske
Bike

Rennrad-Typen im Überblick: so findest du das richtige Rennrad

Rennrad ist nicht gleich Rennrad – wir zeigen dir die verschiedenen Typen und erklären die Unterschiede.
Von: Ludwig Bestler
5 min readPublished on
Schmale Reifen, gebogener Lenker: das sind die beiden Merkmale, die alle Rennräder gemeinsam haben. Das wars dann aber schon wieder. Denn: Beim genaueren Blick auf die verschiedenen Modelle erkennt man deutliche Unterschiede. Mittlerweile gibt es für jedes Terrain das passende Rennrad. Langdistanz, Berge, Sprint, Speed, Gelände oder Bahn: die Liste der Einsatzbereiche ist lang, die Modellvielfalt riesig. Dementsprechend groß ist das Verwirrungspotential. Wir haben zusammen mit unseren Athleten einen Ratgeber zusammengestellt, der einen Überblick zu den einzelnen Rennrad-Kategorien gibt – und dir hilft, das passende Rennrad für dich zu finden.
Die unterschiedlichen Rennrad-Kategorien im Überblick:
  • Marathon-Rennrad
  • Aero-Rennrad
  • Zeitfahrrad & Triathlonrad
  • Gravelbike
  • Cyclocrosser
  • Bahnrad
  • Allrounder
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Marathon-Rennrad

Ötztaler Radmarathon: idyllische Szenerie, brutaler Kampf

Ötztaler Radmarathon: idyllische Szenerie, brutaler Kampf

© Jürgen Skarwan

Sogenannte Marathon-Rennräder oder auch Komfort-Rennräder sind auf lange Distanzen und Komfort ausgelegt. Sie zeichnen sich durch eine Rahmengeometrie aus, die eine entspannte Sitzposition ermöglicht. Im Detail bedeutet das: das Steuerrohr fällt länger aus, das Oberrohr dagegen etwas kürzer. In der Folge sitzt man aufrechter und kompakter, der Rücken wird weniger beansprucht. Des Weiteren haben Marathon-Rennräder sehr gute Dämpfungseigenschaften. Das Sitzrohr, die Sitzstreben und die Gabel sind so konstruiert, dass sie Straßen-Unebenheiten und Vibrationen bis zu einem gewissen Grad abdämpfen können.
Neben den Rahmenbesonderheiten zeichnen sich Marathon-Rennräder durch ganz bestimmte Komponenten aus. Sie sind etwa standardmäßig mit breiteren Reifen ausgestattet, die bessere Dämpfungseigenschaften haben als schmälere Modelle. Gängig ist hier eine Breite von 28 Millimetern. Den Komfort am Lenker kann ein dickeres Lenkerband erhöhen. Typisch für Marathon-Rennräder ist auch eine Übersetzung mit hohen Gängen. So kannst du lange oder steile Anstiege mit einer kraftsparenden hohen Trittfrequenz bewältigen.

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Kompakt: die Besonderheiten eines Marathon-Rennrads
  • Dämpfung: die Carbonmatten und das Rahmendesign sind so gestaltet, dass sie Straßenunebenheiten erfolgreich abdämpfen können.
  • Langes Steuerrohr: das Steuerrohr fällt bei Marathon-Rennrädern länger aus, damit die Sitzposition aufrechter und komfortabler ist.
  • Breite Reifen: an einem Marathon-Rennrad sind meistens Reifen montiert, die breiter sind als 25 Millimeter.
  • Leichte Übersetzung: neben der Kompakt- oder Semikompakt-Kurbel ist eine Kassette mit 28er-, 30er oder sogar noch größerem Ritzel montiert. Damit kommt man leichter über die Berge.
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Aero-Rennrad

Kate Courtney und Chloé Dygert bei einem Fotoshooting für das Red Bulletin.

Schnell, schneller, Aero-Rennrad.

© Joe Pugliese

Mit einem Aero-Rennrad solltest du schnell unterwegs sein. Es bietet dir nämlich erst einen richtigen Vorteil, wenn du jenseits der 35 km/h-Marke unterwegs bist. Bei höheren Geschwindigkeiten sorgen aerodynamisch geformte Rohrquerschnitte (zum Beispiel in Tropfenform oder mit Kammtail-Design) für einen geringeren Luftwiderstand. Hinzu kommen integrierte Züge, Laufräder mit hohem Profil und aerodynamisch geformte Lenker, dank derer Aeroräder noch windschlüpfriger werden. Die Sitzposition ist sportlich – also gestreckt und durch eine große Überhöhung zwischen Lenker und Sattel definiert. Damit hohe Geschwindigkeiten möglich werden, ist an Aerorädern eine Übersetzung für die Ebene montiert, die im Umkehrschluss für steile oder lange Anstiege weniger geeignet ist. Aeroräder sind klar auf flache sowie schnelle Strecken und sprintstarke Fahrer ausgerichtet.
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Zeitfahrrad & Triathlonrad

Zeitfahr- und Triathlonräder werden – wie ihre Namen verraten – für spezielle Wettkämpfe entwickelt. Bei Zeitfahren und Triathlonrennen kämpft man alleine um die schnellste Zeit auf einer vorgegebenen Strecke. Es geht darum, hohe Geschwindigkeiten lange und gleichmäßig halten zu können. An den Rädern ist alles auf Aerodynamik ausgerichtet – noch kompromissloser als bei normalen Aerorädern. Äußerlich lässt sich das am schnellsten an dem speziellen Lenker erkennen. Dieser ist nicht gebogen, sondern gerade und mit sogenannten Extensions ausgestattet. Darauf stützt man sich während der Fahrt mit den Ellenbogen ab und verkleinert so die Angriffsfläche des Oberkörpers für den Wind. Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch ein Nachteil: durch die spezielle Haltung auf Zeitfahr- und Triathlonräder sind deren Fahreigenschaften sehr nervös, sie lassen sich schwerer kontrollieren – das erfordert etwas Übung. Und vor allem werden dabei deine Schultern und dein Rücken stark beansprucht.
Toni Palzer absolviert die erste Etappe der Tour de Suisse.

Premiere auf dem Zeitfahr-Bike für Toni Palzer

© BettiniPhoto

Was sind die Unterschiede zwischen einem Zeitfahr- und einem Triathlonrad? Grundsätzlich geht es in beiden Fällen um die gleich Art von Rad. Allerdings müssen bei offiziellen Zeitfahr-Wettkämpfen bestimmte Regeln in Bezug auf die Position des Sattels und die Einstellung der Extensions eingehalten werden. Plus: Bei einem Triathlonrad hat man die Möglichkeit, Trink- oder Verpflegungssysteme an seinem Rad anzubringen.
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Gravelbike & Cyclocrosser

Colin Strickland mit seinem Gravelbike auf den Lajitas Airport Trails in der Nähe von Terlingua.

Colin Strickland ist Spezialist für Gravelrennen.

© Sean Berry/Red Bull Content Pool

Rennräder fürs Gelände heißen Gravelbike und Cyclocrosser. Mit einem Gravelbike triffst du die richtige Wahl, wenn du das Abenteuer abseits von geteerten Straßen suchst. Dank der breiteren, oftmals auch leicht profilierten Reifen hast du die Möglichkeit, auf Schotter, Waldwegen oder weniger anspruchsvollen Trails zu fahren. Hinzu kommt eine komfortable Geometrie mit kompakter und entspannter Sitzposition. Dadurch bist du auch beim Biketravelling angenehm unterwegs. Pluspunkt Gravelbike: viele Modelle haben Ösen, an denen du Gepäcktaschen, zusätzliche Flaschenhalter oder Schutzbleche anbringen kannst. Oftmals werden auch Lenker mit Flare verbaut, die das Handling verbessern und die Montage von Lenkertaschen erleichtern. Gravelbikes sind absolut reisetauglich.
Micro-Adventure-Tipp: schnall' Dir Packtaschen an dein Bike, schnapp' dir deinen Schlafsack und starte mit deinem Gravelbike in ein kleines oder großes Abenteuer abseits des Alltags, mitten in der Natur.
Quotation
"Es ist eine Mischung zwischen Mountainbiking und Rennradfahren auf Asphalt. Verschiedenste Charakteristiken beider Sportarten werden zusammengewürfelt, um so einen Mittelweg zu finden."
Mit Zelt, Schlafsack, Stirnlampe und Zelt bist du bereit für deinen Bikepacking-Trip.

Mit Bikepacking ins nächste Abenteuer

© Rodrigo Philipps

Cyclocrosser sind im Vergleich zu Gravelbikes sportiver und noch mehr auf Geländestrecken und Hindernisse ausgelegt. An einem Cyclocrosser sind immer Reifen mit Profil montiert, die Geometrie ermöglicht meist eine etwas aggressivere Sitzposition, die bei Wettkämpfen Vorteile bringt.
Thomas Pidcock schultert sein Rad beim Cyclocross-Rennen im belgischen Ardooie.

Cyclocrosser sind für grobes Gelände gemacht.

© Charlie Crowhurst/Red Bull Content Pool

Gravelbike & Cyclocrosser im Vergleich

Gravelbike

Cyclocrosser

moderate Geometrie

sportive Geometrie

Forstwege

grobes Gelände

lange Strecken

kurze intensive Strecken

spezifisches Zubehör für Bikepacking erhältlich

wird eher puristisch genutzt

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Bahnrad

Die fünffache Bahn-Weltmeisterin Chloe Dygert in Aktion.

Bahnräder sind nicht für den Straßenverkehr ausgelegt

© Getty Images

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Allround-Rennrad

Allround-Rennräder vereinen das Beste aus allen Rennrad-Welten: sie sind leicht, steif, aerodynamisch und komfortabel – so wie das Specialized S-Works Tarmac SL7 von Toni Palzer (Red Bull - BORA - hansgrohe). Mit einem solchen Rad muss man sich nicht auf einen bestimmten Einsatzbereich festlegen, da die Rahmeneigenschaften sehr ausgewogen sind. Ob Du auf einem Profi-Bike auch das Zeug dazu hast, mal in der UCI WorldTour zu fahren, kannst du wiederum bei den Red Bull Junior Brothers beweisen.
Rennradfahrer Toni Palzer in voller Montur hebt den rechten Daumen.

Toni Palzer ist am liebsten mit einem Allround-Rennrad unterwegs

© Ralph Scherzer