Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse
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Castlevania: Belmont's Curse ist Metroidvania in Reinform

Castlevania: Belmont's Curse im Test: Rose Belmont jagt durch Paris, die Kämpfe sitzen und die Level fordern dich. Wir verraten dir im Tas das Metroidvania auf dem Kasten hat und wo es noch hakt.
Autor: Phil Briel (@nophilterde)
6 min readPublished on

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Castlevania. Ein Name, der in der Gamingwelt Gewicht hat. Immerhin haben die Ableger der Reihe in ihrer 40-jährigen Historie ein ganzes Genre begründet Mit Castlevania: Belmont's Curse feiert die Vampirjäger-Reihe ihr erstes neues 2D-Abenteuer seit über zehn Jahren. Entwickelt wird es von Konami und Evil Empire, dem Studio hinter den Dead-Cells-Erweiterungen. Im Test klären wir, ob die Peitsche noch knallt.
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Oh, wie schön ist Paris?

Belmont's Curse schickt dich in die französische Hauptstadt Paris. Die Stadt steht unter dem Angriff übernatürlicher Kreaturen, über den Dächern thront ein unheimliches Schloss. Du schlüpfst in die Rolle von Rose Belmont, Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades. Ihr Vater hat Dracula vor 23 Jahren besiegt und Rose will beweisen, dass sie dieses Erbe tragen kann. Dazu kommt eine persönliche Rechnung: Ihr Arm ist verflucht. Ein Erbe von Dracula, das von ihrer verstorbenen Mutter auf sie überging. Rose will Rache und gleichzeitig die Anerkennung ihres Vaters.
Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse

Die gotischen Umgebungen von Paris laden zum Erkunden ein.

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Die Handlung knüpft an Castlevania III: Dracula's Curse an und spielt 23 Jahre danach. Vorwissen brauchst du trotzdem nicht, das Spiel funktioniert für Neueinsteiger genauso wie für Veteranen. Wer die Netflix-Serie kennt, wird sich zu Hause fühlen: Der Anime-inspirierte Look und die Charakterdesigns erinnern stark daran und selbst einige bekannte Synchronsprecher:innen sind mit von der Partie. Das fühlt sich fast an wie ein Staffelstab, der an Rose weitergereicht wird.

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Erzählerisch spielt Belmont's Curse nicht in der obersten Liga. Die Story ist eher geradlinig, hat aber starke Momente und ein paar Wendungen, auch wenn sie stellenweise etwas dünn wirkt. Was trägt, sind die Figuren. Rose ist keine eindimensionale Heldin, sie ringt mit ihren Gefühlen und mit dem Druck, plötzlich im Rampenlicht zu stehen. Ihre Vertrauten wirken wie ein moralischer Kompass und die Sprecherinnen und Sprecher passen hervorragend zu ihren Rollen.
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Herausragende Kämpfe

Das Kampfsystem ist der stärkste Teil des Spiels. Rose bewegt sich leichtfüßig und mit jeder neuen Fähigkeit wird sie noch agiler und stärker. Luftdash und Enterhaken-Peitsche machen sie am Ende zu einem regelrechten Wirbelwind, der sich durch Gegnerhorden schneidet. Castlevania: Belmont's Curse ist schnörkellos, schnell und unglaublich fesselnd, wenn man das Kampfsystem erst einmal verinnerlicht hat.
Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse.

Das Kampfsystem ist die größte Stärke von Belmont's Curse.

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Die Auswahl ist riesig: sechs Waffenkategorien, rund zwei Dutzend Waffen zum Finden, dazu Relikte mit Perks und die Zauber deines Tarot-Kartendecks. Neben der klassischen Peitsche gibt es unter anderem Speere und wuchtige Handschuhe. Neue Waffentypen auszuprobieren macht jedes Mal Spaß. Die Peitsche belohnt Abstand mit mehr Schaden und war mein Favorit, dicht dahinter landete der Speer. Zauber wie Feuersäulen, Wurfkreuze oder ein Blitz, der Gegner zu Stein erstarren lässt, schaltest du nach und nach frei, oft nach den intensiven Bosskämpfen.
Genau diese Vielfalt macht die Gefechte spannend. Du wechselst dein Loadout ständig, um dich auf neue Gegnertypen einzustellen. Die Kämpfe fordern dich, bleiben aber fair und großzügige Checkpoints verhindern, dass wiederholte Tode zur Frustfalle werden. Die Bosskämpfe gegen Draculas Gefolgschaft markieren dabei klar das Highlight des Spiels. Gleichermaßen einfallsreich und intensiv, wobei jeder Bösewicht seine eigene Strategie mitbringt.
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Tarotkarten sorgen für frischen Wind

Die wohl stärkste Neuerung ist das Tarot-Deck, ein Geschenk von Rose' Mutter Sypha. Jede Karte ist ein Gefäß für die Kraft einer der mächtigsten Figuren von Paris, ob Freund oder Feind. Bevor du eine Seele einfangen kannst, musst du dein Ziel finden: Rose sammelt Hinweise in ihrer Umgebung, um den Gegner aufzuspüren oder im Kampf zu bezwingen. Anfangs läuft das noch recht linear ab, später wird es rätselhaft und führt dich quer über die ganze Karte. Gerade die letzten Jagden sind kreativ gebaut und bleiben im Gedächtnis.
Fängst du eine Seele ein, kannst du dich mit ihr unterhalten. Was als einsame Mission beginnt, wird fast zum Roadtrip. Denn Rose hat bald eine volle Rückbank aus Verbündeten und Gegnern, die jederzeit ihren Senf dazugeben. Das gibt der Reise Persönlichkeit und lockert die düstere Stimmung angenehm auf.
Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse

Fiese Fallen und knifflige Sprungpassagen.

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Jede Karte schaltet außerdem einen Zauber frei, vom Feuerball über das magische Kreuz bis zum Versteinerungsblitz. Dazu kommen die sogenannten Werke der Barmherzigkeit: Aufgaben, die deine Zauber verbessern, wenn du sie erfüllst. Mal sollst du einen Zauber 20 Mal einsetzen, mal 44 Skelette erledigen, mal alle Räume des Uhrenturms finden. Das motiviert dazu, Fähigkeiten zu testen, die du sonst liegen lassen würdest. Gerade in den letzten Stunden, wenn die Optionen überhand nehmen, hilft das enorm.
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Metroidvania durch und durch

Sobald du die Docks an der Seine verlässt, öffnet sich eine kompakte und gleichermaßen eindrucksvolle Variation von Paris vor dir. Es gibt kleine Tutorials, aber den Großteil entdeckst du selbst. Du kannst fast sofort in verschiedene Richtungen aufbrechen und blätterst quasi durch ein offenes Buch. Wie im Genre üblich, ist die Karte voller Geheimnisse, Abkürzungen und Rätsel, die du erst mit neuen Fähigkeiten lösen kannst.
Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse

Gerade die Bossfights zählen zu den spielerischen und visuellen Highlights.

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Das Level-Design ist herausragend. Von fallengespickten Schluchten bis zu unheimlich schönen Ausblicken wirken viele Passagen zunächst unmöglich, sind aber genau so gebaut, dass du es trotzdem versuchen willst. Fallen und Plattform-Passagen nutzen Rose' Fähigkeiten clever aus. Allerdings solltest du das nötige Quäntchen Präzision und gute Reflexe mitbringen.
Das Zurückkehren an frühere Orte macht genretypisch einen großen Teil der Spielzeit aus. Mit Luftdash und Enterhaken-Peitsche geht das schnell und es lohnt sich: Neue Bereiche, Waffen, Erweiterungen für Leben und Mana und sogar große optionale Areale warten auf dich. Bei langen Laufwegen kann das Hin und Her aber nerven.
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Ein hartes Spiele-Highlight 2026

Castlevania ist bekannt für seinen hohen Schwierigkeitsgrad und Belmont's Curse macht da keine Ausnahme. Der Bildschirmtod ist eine Spielmechanik, die in der Reihe einfach dazugehört. Präzises Springen, gutes Timing und etwas Vorsicht sind Pflicht. Das Spiel nimmt dich nicht an die Hand, ist aber meist fair. Wer sich auf diese Herausforderung einlässt, wird mit dem Erfolgsgefühl nach jedem Abschnitt belohnt.
Screenshot aus Castlevania Belmont's Curse.

Metroidvania-Fans sollten sich Belmont's Curse nicht entgehen lassen.

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Für alle, die es etwas ruhiger angehen wollen, gibt es Optionen, die die Schwierigkeit absenken. Dazu kommen dickere Konturen für bessere Sichtbarkeit und ein Farbenblindmodus. Ein komplett entspanntes Spiel wird Belmont's Curse dadurch nicht, aber der Einstieg fällt leichter und niemand muss gleich am ersten Boss verzweifeln.
Castlevania: Belmont's Curse erfindet die Reihe nicht neu, macht aber fast alles richtig, was zählt. Kampf, Level-Design und Erkundung greifen ineinander wie Zahnräder und die Tarotkarten bringen frischen Wind. Rose Belmont ist eine würdige Nachfolgerin im Erbe ihrer Familie. Die kleinen Schwächen, etwas dünne Erzählung und vereinzelte Audio- und Darstellungsfehler, ändern daran wenig.

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2 Staffeln · 7 Folgen
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