Marco Odermatt beim Super-G Race im FIS Alpin Ski Weltcup in Beaver Creek, USA am 2. Dezember 2021.
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Alpine Skiing

Von Zurbriggen bis Odermatt: Die besten Schweizer Skifahrer aller Zeiten

Die Ski World Cup Rennen in Adelboden und Wengen sind der perfekte Anlass, um sich einen Überblick zu verschaffen: Wer sind die fünf besten eidgenössischen Alpinskifahrer aller Zeiten?
Autor: Andi Spies
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Mit sieben Siegen im Gesamtweltcup ist die Schweiz nach Österreich und vor Norwegen die zweiterfolgreichste Nation im FIS Ski World Cup. Das ist kein Wunder, schliesslich ist die Schweiz eine traditionsreiche Wintersportnation mit unzähligen fantastischen Hängen und erstklassigen Skigebieten im Herzen der Alpen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben die Eidgenossen dementsprechend viele Top-Skifahrer hervorgebracht. Das erschwert die Suche nach den fünf besten eidgenössischen Skiathleten. Aber für eine relativ objektive Wertung gibt es das Ski-DB Super Ranking.
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Pirmin Zurbriggen (*4. Februar 1963 in Saas-Almagell)

Pirmin Zurbriggen ist ohne Zweifel der grösste aller Schweizer Skistars. Er beherrschte sämtliche Alpin-Disziplinen und wird von so manchem Schweizer als der weltweit beste Skifahrer betrachtet, der jemals eine Skipiste hinabfuhr. Marcel Hirscher beispielsweise hat keinen Abfahrtssieg zu verzeichnen – Zurbriggen ist einer von nur fünf Skifahrern, die in allen fünf Disziplinen mindestens einmal im Weltcup gewinnen konnten. Der Walliser ist zudem der einzige Skifahrer, der in einer Saison (1986/87) nicht nur die Gesamtwertung im FIS SKI World Cup, sondern auch vier der fünf Disziplinenwertungen gewann: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Kombination. Insgesamt verzeichnet der Allrounder einen Olympiasieg, vier WM-Titel, vier Siege im Gesamtweltcup, elf weitere Siege in Disziplinenwertungen und 40 Weltcupsiege.
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Didier Cuche (*16. August 1974 in Le Pâquier)

Was lange währt, wird endlich gut: Didier Cuche hatte zu Beginn seiner Karriere 1998 Olympiasilber im Super-G geholt, galt aufgrund ausbleibender Siege danach aber als „ewiger Zweiter“. Erst mit über 30 Jahren hagelte es Erfolge. Cuche holte vier WM-Medaillen, darunter Gold im Super-G 2009. Zwischen 2006 und 2011 gewann er viermal den Abfahrtsweltcup sowie jeweils einmal die Disziplinenwertung in Super-G und Riesenslalom. Sechsmal siegte er auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel.Cuche hält die Rekorde als ältester Sieger eines Weltcuprennens in den Disziplinen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom, zudem ist er der älteste Weltcupsieger überhaupt: 37 Jahre und sechs Monate war er alt, als er in der Saison 2011/12 in Crans-Montana (SUI) den Super-G gewann. In Erinnerung geblieben ist er auch mit seinem „Ski-Salto“ nach erfolgreicher Fahrt im Zielbereich: Bindung lösen, Ski mit Schwung durch die Luft wirbeln, mit der Hand fangen!
Didier Cuche @Kitzbühel

Didier Cuche @Kitzbühel

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Michael von Grünigen (*11. April 1969 in Schönried)

Michael von Grünigen ist ein echter Riesenslalomspezialist. In seiner Lieblingsdisziplin holte „MvG“ 23 Weltcupsiege, zweimal WM-Gold (1997 und 2001) sowie je einmal Bronze bei einer WM und Olympischen Spielen (1998). Viermal sicherte er sich die Riesenslalom-Disziplinenwertung. Nicht ganz so gut lief es im Slalom: 1996 holte er im Stangenwald von Sierra Nevada WM-Bronze, und zweimal verpasste er den Weltcupsieg als Zweiter nur knapp – ausgerechnet beim Heimrennen in Wengen! Eine besondere Herausforderung bewältigte er, als er mit 30 Jahren seine Schwungtechnik umstellen musste: Als in der Saison 1999/2000 der neue Carvingstil im Weltcup aufkam, blieb MvG erstmals seit 1994 ohne Sieg. Daraufhin passte er seine Fahrweise an, gewann in der darauffolgenden Saison WM-Gold in St. Anton und feierte bis zu seinem Karriereende 2003 noch viele weitere Erfolge.
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Peter Müller (* 6. Oktober 1957 in Adliswil)

An Peter Müller kam ab Ende der 1970-Jahre keiner vorbei, der eine Weltcupabfahrt gewinnen wollte. Zweimal sicherte er sich die „kleine Kristallkugel“ für die Weltcup-Disziplinenwertung in der Abfahrt, 19-mal landete er in seiner Karriere ganz oben auf dem Treppchen eines Downhills. Damit ist Müller hinter dem Österreicher Franz Klammer der zweiterfolgreichste Abfahrer der Geschichte. Der ganz große Einzelerfolg blieb ihm jedoch lange verwehrt: Erst 1987 gewann er in Crans-Montana den WM-Titel in der Abfahrt; 1985 und 1989 holte er Silber. 1984 und 1988 verpasste er Olympiagold knapp und wurde ebenfalls Zweiter. Zu Beginn seiner Karriere wurde ihm nachgesagt, dass er nur auf Strecken gewinnen könne, auf denen er seine Fähigkeiten als Gleiter ausspielen konnte. Diese Kritik verstummte 1980, als Müller die extrem anspruchsvolle Lauberhornabfahrt in Wengen gewann.
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Carlo Janka (*15. Oktober 1986 in Obersaxen)

Mit elf Weltcupsiegen zählt Carlo Janka zu den erfolgreichsten aktiven Schweizer Skifahrern. Allerdings liegen seine Erfolge schon einige Jahre zurück. Er erlebte seinen Durchbruch 2008 bei seiner dritten Weltcupabfahrt, als er in Lake Louise mit Startnummer 65 auf den zweiten Platz fuhr. Zwei Wochen später stand er beim Riesenslalom in Val-d’Isère erstmals ganz oben auf dem Podest. Am gleichen Ort holte er zwei Monate danach WM-Gold im Riesenslalom. Auch die folgende Saison lief glänzend: In Vancouver wurde er Riesenslalom-Olympiasieger, und nach Siegen in sechs Weltcuprennen entschied er die Weltcup-Gesamtwertung für sich. Dann jedoch der Rückschlag: Herzrhythmusstörungen nach einer Viruserkrankung sowie chronische Rückenbeschwerden verhinderten zunächst weitere große Erfolge. Erst 2015 holte er wieder einen Weltcupsieg. Janka ist weiter aktiv, konnte aber seit 2016 keinen Weltcup mehr gewinnen.
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Honorable Mention: Roger Staub (1936-1974)

Das Ski-DB Super Ranking berücksichtigt nur Erfolge von Fahrern seit der Einführung des FIS Ski World Cups 1967. Aber natürlich gab es auch davor schon erfolgreiche Schweizer Skirennläufer. Einer davon ist Edy Reinalter (1920-1962), der nach seinem Triumph bei den Olympischen Winterspielen 1948 in seinem Heimatort St. Moritz bis heute der einzige Schweizer ist, der im Slalom Olympiasieger wurde. Weitere internationale Erfolge hat Reinalter jedoch nicht zu verzeichnen – im Gegensatz zu Roger Staub. Der Mann aus Arosa landete bei den Olympischen Winterspielen 1956 in der Abfahrt zwar nur auf dem vierten Platz. Bei der Ski-WM zwei Jahre später in Badgastein holte er dann aber drei Medaillen: Silber in der Abfahrt, Bronze im Riesenslalom und Bronze in der Kombination! 1960schließlich die Krönung: Staub gewann bei den Olympischen Spielen Gold im Riesenslalom. Der Jubel kam allerdings erst spät: Der Stadionsprecher hatte nach seiner Zieleinfahrt eine falsche Zeit angegeben, so dass Staub glaubte, wieder nur Zweiter geworden zu sein. Erst nach einer Viertelstunde stand sein Olympiasieg definitiv fest!
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Marco Odermatt (*8. Oktober 1997 in Buochs)

Odermatt ist der erste Mann, der vier Kristallkugeln in einer einzigen Saison gewonnen hat, seit Skilegende Hermann Maier dies in der Saison 2000/2001 tat. Er ist auch der erste Schweizer Skifahrer, der dieses Kunststück seit Pirmin Zurbriggen in der Saison 1986/87 geschafft hat. Die französische Ski-Ikone Jean-Claude Killy gehört ebenfalls zu denjenigen, die diesen sportlichen Meilenstein erreicht haben, womit Odermatt nun zur absoluten Elite zählt.
Dreimal der Grosse Kristallglobus und Olympiasieger. Wo hört der Champion auf?
Marco Odermatt fährt beim Rennen in Sölden 2021.

Marco Odermatt beim Rennen in Sölden 2021.

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Marco Odermatt

Dominant, diszipliniert, unaufhaltsam – Marco Odermatt fährt Ski mit einer Präzision, die unter maximalem Druck zur Höchstform führt.

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