Neben Deus Ex Mankind Divided eignen sich viele andere Games als Vorbereitung auf das Sci-Fi-Rollenspiel Cyberpunk 2077
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Cyberpunk 2077: Die besten Games als Vorbereitung

Cyberpunk 2077 erscheint im April. Noch genug Zeit also, euch auf das Sci-Fi-Rollenspiel vorzubereiten. Wir verraten euch, welche Cyberpunk-Games ihr gespielt haben solltet.
Von: Philipp Briel
10 min readPublished on
Der Auftritt des Science-Fiction-Rollenspiels Cyberpunk 2077 im Rahmen der E3 2019 war atemberaubend. Am 16. April 2020 erscheint das neue Spiel der Macher von The Witcher 3. Wir klären, mit welchen Cyberpunk-Spielen ihr euch perfekt auf das RPG vorbereitet. Wenn ihr jetzt gleich anfangt, habt ihr sie bis zum Release auch alle durch.
Das Genre des Cyberpunk versetzt euch in eine nahe Zukunft, in der es für die Menschheit nicht allzu rosig aussieht. Dabei basiert die Idee des düsteren Sci-Fi-Genres auf der Roman-Trilogie Neuromancer von William Gibson aus den 1980er Jahren. Seither ist die düstere Zukunftsvision aus der Medienwelt nicht mehr wegzudenken und bescherte uns einige herausragende Filme, Serien und Videospiele.

The Surge

PC, PlayStation 4, Xbox One
Cyberpunk trifft auf Dark Souls und das aus deutschen Landen. So könnte man das Action-RPG The Surge von Entwickler Deck 13 zusammenfassen. Die Rohstoffe der Welt sind verbraucht, Krankheiten raffen die Menschheit dahin und die Umweltverschmutzung tut ihr Übriges. Der Megakonzern CREO und sein Gründer Jonah Guttenberg haben es sich als Ziel gesetzt, den Verfall des Planeten aufzuhalten.

The Glacier Edition

Die Red Bull Glacier Edition mit dem Geschmack von Gletschereis-Himbeere.

Ab sofort in ausgewählten Geschäften im nationalen Handel erhältlich - so lange der Vorrat reicht.

Red Bull Glacier Edition - Image
The Glacier Edition Background
Hier kommt ihr in Spiel. Eigentlich an den Rollstuhl gefesselt erwacht ihr nach einer Katastrophe am ersten Arbeitstag für CREO mit einem Exoskelett und könnt plötzlich wieder laufen. Nur um festzustellen, dass durchgeknallte Roboter und modifizierte Versionen eurer ehemaligen Kollegen auf euch warten. Hier mischt sich das klassische Cyberpunk-Setting mit der Postapokalypse, während ihr euch als normaler Arbeiter mit Augmentierungen und modifizierten Werkzeugen gegen die feindliche Übermacht erwehrt. Knackig schwer, unglaublich spannend und angesiedelt in einer interessanten Welt, richtet sich The Surge nicht nur an Genrefans. Der Nachfolger The Surge 2 wird übrigens bereits am 24. September erscheinen.

Remember Me

PC, PlayStation 3, Xbox 360
Eine Prise Batman: Arkham, Klettereinlagen wie in Prince of Persia und jede Menge frische Ideen in einem Cyberpunk-Setting: Das Ist das Actionspiel Remember Me vom französischen Entwickler Dontnod Entertainment – ja genau das Studio, das euch auch Life is Strange und Vampyr gebracht hat.
Das Auftaktspiel der Franzosen ging, eine Woche vor dem großen The Last of Us veröffentlicht, allerdings sang- und klanglos unter. Ein fataler Fehler, denn Remember Me hat tatsächlich einiges auf dem Kasten.
Kämpfen wie bei Batman, Klettern wie in Assasin's Creed und obendrauf gelungene eigene Ideen zeichnen Remember Me aus

Remember Me ist eine unterschätzte Cyberpunk-Perle

© Capcom

Angesiedelt in einer dystopischen Zukunftsversion von Paris schlüpft ihr in die Haut von Protagonistin Nilin. Die fiese Memorize Corporation hat einen Gehirnimplantat namens Sensen entwickelt, mit dem die Menschen ihre Erinnerungen hochladen und unglückliche oder schreckliche Momente einfach ausradieren können. Zu Beginn des Spiels erwacht ihr – ganz ohne Erinnerungen – in der Bastille und seht euch mit den degenerierten Menschen in der Kanalisation von Paris konfrontiert. Über eine Stimme in eurem Kopf nimmt der mysteriöse Edge Kontakt mit euch auf, der euch bei der Flucht hilft und euch verrät dass ihr in der Lage seid, Erinnerungen zu stehlen und zu remixen. So nimmt die spannende Handlung auf der Suche nach euren eigenen Erinnerungen ihren Lauf.
Remember Me entpuppt sich als kluges Action-Adventure, das mit einer packenden und vielschichtigen Handlung punktet. Spielerisch setzt sich das Game aus drei Hauptelementen zusammen. Die kombobasierten Kämpfe erinnern an die Freeflow-Scharmützel von Batman, die Kletterpartien an Prince of Persia oder Assassin’s Creed. DerGedächtnisdiebstahl fühlt sich tatsächlich frisch an. Alle Komponenten warten mit eigenen Ideen auf und fließen letztlich in einem äußerst spannenden und motivierenden Spiel zusammen, das nicht nur Genrefans gespielt haben sollten.

Ruiner

PC, PlayStation 4, Xbox One
Cyberpunk funktioniert auch ohne tiefschürfende Handlung, wie der Top-Down-Shooter Ruiner beweist. In dem Actionspiel von Reikon Games lasst ihr Waffen sprechen. Ausnahmslos Waffen. Angesiedelt in der Cyber-Metropole Rengkok im Jahre 2091 kämpft ihr als verkabelter Soziopath gegen die korrupten Machthaber. Viel mehr müsst ihr zur Handlung des Spiels eigentlich auch nicht wissen.
Ihr greift auf allerlei Hightech-Waffen zurück, um es in den recht knackigen Kämpfen mit zahlreichen fiesen Gegnern aufzunehmen. Ruiner ist ein Spiel für zwischendurch. Wenn ihr einfach mal eine Stunde lang den Kopf ausschalten, die coole Grafik und den treibenden Soundtrack genießen und dabei so richtig die Sau rauslassen wollt, ganz im Stile von Hotline Miami. Noch nicht überzeugt? In Ruiner könnt ihr in einer Nebenmission sogar Katzen hacken. Episch!

Seven: The Days Long Gone

PC, PlayStation 4
Seven: The Days Long Gone ist ein cooler Mix aus RPG und Schleichspiel, das den Cyberpunk ebenfalls mit einer gehörigen Portion Postapokalypse würzt. Zudem stammt das Spiel vom Indie-Studio Fool’s Theory das sich aus ehemaligen Entwicklern von The Witcher 2 und 3 zusammensetzt.
Tatsächlich hat das Team mit Seven: The Days Long Gone ein faszinierendes Spiel geschaffen, das ein wenig wie eine Mischung aus Deus Ex und Thief aus der Top-Down-Perspektive anmutet. In der Rolle des Meisterdiebs Teriel schleicht ihr durch die riesige dystopische Welt, knackt Schösser und hackt Computer. Verpackt in eine äußerst spannende und wendungsreiche Story besticht das Spiel mit gelungenen Schleichmechaniken und hervorragenden Charakteren, die das Game zudem mit Action-Rollenspiel-Elementen garniert. So dürft ihr Teriel im Laufe des Abenteuers aufleveln und mit neuen Fähigkeiten in verschiedene Richtungen entwickeln. Im Kampf greift ihr auf Schwerter, Armbrüste oder Äxte zurück, dennoch ist Stealth Trumpf – im direkten Duell zieht ihr meist den Kürzeren, weshalb ihr eine der zahlreichen alternativen Routen vorziehen solltet.

State of Mind

PC, Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One
Mit State of Mind verfrachten die deutschen Genreprofis von Daedalic das Cyberpunk-Szenario in ein klassisches Adventure. Wobei… ganz so klassisch ist das Spiel nun auch wieder nicht, dafür aber äußerst gelungen. Angesiedelt im Berlin des Jahres 2048 spielt ihr hier den Journalisten Richard Nolan, der eines Tages im Krankenhaus aufwacht und feststellen muss, dass seine Frau und sein Kind verschwunden sind.
Zwar dauert es eine ganze Weile bis die Story so richtig Fahrt aufnimmt, doch dann belohnt euch State of Mind mit einer vielschichtigen und spannenden Handlung. Nolan lebt in einer düsteren, unheilvollen Zukunftsversion Berlins. Mit dem Auftreten des erfolgreichen Autors Adam Newman nimmt die Handlung dann aber ihren Lauf. Spätestens wenn ihr herausfindet, wie Newman und Nolan zueinander stehen, hat euch State of Mind in seinen Bann gezogen. Action oder knifflige Rätsel solltet ihr von dem Adventure allerdings nicht erwarten, vielmehr stehen hier die Story und Detektivarbeit im Mittelpunkt. State of Mind spricht ernste Themen und moderne Ängste an, was zum Nachdenken anregt. Wer auf eine opulente Grafik oder knallharte Action aus ist, wird mit dem ruhigen Adventure allerdings nicht glücklich werden. Doch dürstet es euch nach einer spannenden Story, solltet ihr euch das dystopische Adventure einmal genauer anschauen.

Observer

PC, PlayStation 4, Xbox One
Stichwort Detektivarbeit. Darum geht es auch in Observer beziehungsweise „>observer_“ – so der exakte Name des Spiels der Layers of Fear-Macher von Blooper Team. Als Neuraldetektiv Daniel Lazarski verfrachtet euch das Spiel ins Jahr 2084. Als Teil einer privaten Polizeieinheit ist es eure Aufgabe, die Gedanken von Verdächtigen oder Opfern zu hacken, um die Verbrechen aufzuklären. Aus der Ego-Perspektive erkundet ihr einen heruntergekommenen Wohnkomplex, um eine Mordserie aufzuklären.
Mit euren technischen Hilfsmitteln untersucht ihr die Tatorte und findet Hinweise auf die Verbrechen, um diese dann in der mitunter wirren Gedankenwelt der Beteiligten für die Aufklärung zu verwenden. Dass die Gedanken und Erinnerungen nicht immer die Realität widerspiegeln, versteht sich von selbst. Hier erschafft Observer eine stimmungsvolle Gruselatmosphäre, während ihr Hinweise sucht, um in der realen Welt weiterzukommen. Mit fünf bis zehn Stunden Spielzeit fällt der Umfang zwar äußerst überschaubar aus, die Zeit füllt das Spiel allerdings mit einer unglaublich dichten Atmosphäre. Cyberpunk-Fans freuen sich zudem darüber, dass der Protagonist von Schauspieler Rutger Hauer vertont wird, den ihr unter anderem aus dem Genreklassiker Blade Runner kennt.

Dex

PC, PlayStation 4, PlayStation Vita, Xbox One
Das zweidimensionale Sidescrolling-RollenspielDex hat zwar mittlerweile schon vier Jahre auf dem Buckel, gehört aber noch immer zum Besten was das Cyberpunk-Genre zu bieten hat. In der Haut einer jungen Frau müsst ihr in der futuristischen Metropole Harbor Prime einer geheimen Macht namens Complex Paroli bieten, die euren Tod wünscht.
Wie ihr dabei vorgeht, bleibt ganz alleine euch überlassen. Spielerische Freiheiten stehen im Mittelpunkt des Gameplays von Dex, denn ob ihr eine leise Assassinin, Revolverheldin oder Diplomatin spielt, bleibt euch überlassen. Dabei vereint das Spiel Elemente klassischer 2D-Plattformer und Actionspiele in sich, die in Kombination mit Echtzeitkämpfen und Rollenspielelementen eine spannende Mischung ergeben. Obendrauf ist die Welt in Metroidvania-Manier miteinander verbunden, der Zugang zu vielen Bereichen ist daher erst möglich, wenn ihr bestimmte Augmentierungen euer Eigen nennt.

Satellite Reign

PC
Ein Cyberpunk-Game für die Strategiefans unter euch. Stellt euch ein Spiel vor, das Elemente von XCOM, Commandos und dem Genreklassiker Syndicate in sich vereint und das Ganze in ein cooles Setting verfrachtet, dann habt ihr eine grobe Ahnung davon, was euch in Satellite Reign erwartet.
Klingt spannend? Das ist es auch. Das via Kickstarter finanzierte, klassenbasiertes Echtzeitstrategiespiel ist in einer Cyberpunk-Open-World angesiedelt, in dem ihr eine Gruppe aus vier Agenten befehligt. Natürlich versuchen diese in einer regennassen, von Neonlichtern erhellten Welt einem machthungrigen Megakonzern das Handwerk zu legen.
Das Echtzeitstrategiespiel Satellite Reign vereint Elemente zahlreicher Genreklassiker in sich

Satellite Reign ist ein Taktik-Fest der alten Schule

© 5 Lives Studios

Hinter dem zugegebenermaßen äußerst klischeehaften Setting verbirgt sich glücklicherweise ein rundum gelungenes Taktik-Spiel mit umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten. Um die vier Agenten an euren Spielstil anzupassen, stehen euch zahlreiche Optionen zur Wahl. Neben den Genen spielen auch erlernbare Fähigkeiten, Augmentierungen oder Items eine Rolle. Ob ihr die Charaktere zu wuchtigen Killermaschinen oder lautlosen Hackern ausbilden wollt, liegt ganz bei euch.
Was ihr in der offenen Welt um die Megametropole anstellen wollt, überlässt das Spiel ebenfalls alleine euch. Zudem wartet Satellite Reign mit etlichen optionalen Nebenaufgaben auf. Den einen richtigen Lösungsweg gibt es nicht, viele Wege führen zum Ziel. Das sorgt für Abwechslung und einen enormen Wiederspielwert, was aber auch daran liegt, dass Satellite Reign äußerst knackig ist. Nicht selten geht eine erfolgreich geglaubte Mission in letzter Minute noch schief. Doch wer in Ruhe sein Vorgehen plant und auch auf dem Weg zum Ziel alle Variablen im Auge behält, wird Erfolg haben. Und das sogar optional im gelungenen Koop-Modus, in dem maximal vier Spieler die Kontrolle über einen der Agenten übernehmen. Ein Taktik-Fest der alten Schule.

Deus Ex: Mankind Divided

PC, PlayStation 4, Xbox One
Das erste Deus Ex von Warren Spector gilt als Urvater der Cyberpunk-Rollenspiele und als Meilenstein des Genres. Doch auch die beiden neuesten Ableger haben es mächtig in sich. Wir haben uns mit Deus Ex: Mankind Divided für den bislang letzten Serienteil der RPG-Reihe entschieden, wenngleich alle vier großen Hauptteile sich für die Vorbereitung auf Cyberpunk 2077 eignen und ohnehin als Pflichtlektüre für Rollenspiel- und Cyberpunk-affine Spieler gelten.
Eigentlich gehören Deus Ex: Human Revolution und Mankind Divided ja zusammen. Mit HR wagte Eidos Montréal im Jahr 2011 den Reboot für die ikonische Action-RPG-Reihe. Mankind Divided bildete fünf Jahre später den Nachfolger. Im Jahr 2029 ist die Menschheit in zwei Klassen unterteilt: Normale Menschen und Augmentierte. Ihr schlüpft in die Haut von Adam Jensen, seines Zeichens ehemaliger SWAT-Agent und selbst augmentiert.
Die Geschichte um Adam Jensen besticht mit einer unglaublich stimmigen Spielwelt und dichten Atmosphäre

Deus Ex: Mankind Divided ist das vielleicht rundeste moderne Cyberpunk-Game

© Square Enix

Im bislang letzten Ableger verschlägt es euch nach Prag, von wo aus ihr einer weltweiten Verschwörung auf die Spur kommt. Wie ihr dabei vorgeht, überlässt Deus Ex: Mankind Divided ganz alleine euch. Dafür stehen euch zahlreiche Augmentierungen und Fähigkeiten zur Wahl, dank denen ihr Jensen eurem gewünschten Spielstil anpasst. So wird aus dem Cyberpunk-Rollenspiel wahlweise ein echtes Stealth-Game oder ein knallharter Shooter – letzteres funktionierte im direkten Vorgänger nur bedingt. Sinnvolle Upgrades und die übermenschlichen Verbesserungen sorgen für ein abwechslungsreiches Gameplay, wobei ihr aufpassen solltet, wie stark ihr den Protagonisten anpasst und wie viel ihr davon preisgebt. Immerhin steht der Großteil der Bevölkerung de „Augs“ nicht gerade wohlwollend gegenüber.
In einem herrlich komplexen Skill-Tree stattet ihr den Protagonisten in insgesamt sieben Bereichen mit Mods aus, die euch zum perfekten Hacker, lautlosen Meuchelmörder oder nahezu unkaputtbaren Kämpfer machen. Oder ihr wählt eine Mischung daraus. Egal wofür ihr euch entscheidet: Die Auswirkungen auf das Gameplay sind enorm. Dass dabei die Story – gerade im Vergleich zu den Vorgängern - ein wenig auf der Strecke bleibt, ist allerdings halb so wild. Das macht Mankind Divided durch sein gelungenes Gameplay, folgenschwere Entscheidungen, die dichte Atmosphäre und die stimmige Cyberpunk-Welt wieder wett. Spielerisch gehören die beiden aktuellsten Ableger Human Revolution und Mankind Divided zum Besten, was das Cyberpunk-Genre im Bereich der Games zu bieten hat. Großes Lob gebührt zudem den Soundtracks aus der Feder von Michael McCann, die mit ihren dystopischen und unglaublich atmosphärischen Klängen so manchen Hollywood-Blockbuster alt aussehen lassen.