Max Verstappen von Red Bull Racing Honda führt die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 14 Punkten an, nachdem er sich beim Großen Preis von São Paulo ein hartes Battle mit seinem Konkurrenten Lewis Hamilton lieferte und am Ende Platz zwei herausholte.
Hamilton startete das 19. Rennen der Saison von Startplatz 10, nachdem er nach einem Motorenwechsel vor dem Qualifying um fünf Plätze versetzt worden war. In den ersten fünf Runden stieß der Brite aber bereits auf Platz drei vor, womit alles für ein weiteres Duell mit seinem Langzeitkonkurrenten Max Verstappen angerichtet war.
Nachdem beide Fahrer ihre letzten Boxenstopps absolviert hatten, führte Verstappen das Rennen mit 2,6 Sekunden Vorsprung an, 28 Runden sollten noch zu fahren sein. Hamilton jagte den Niederländer mit etwas frischeren Reifen, aber Verstappen verteidigte in Kurve 4 der 48. Runde gnadenlos, um seine Führung zu behaupten. 12 Runden vor Schluss gelang es Hamilton dann doch, am Bullen vorbeizugehen, womit der sechste Sieg der Saison für den Mercedes-Piloten nur mehr Formsache war.
Mit einem Vorsprung von 19,496 Sekunden auf Verstappen ging Hamilton über die Ziellinie. Valtteri Bottas, der von der Pole-Position ins Rennen ging, rundete das Podium mit P3 ab.
Sergio Pérez nahm Hamilton in der letzten Runde den Punkt für die schnellste Rennrunde ab, nachdem er sich eine Runde vor Schluss die Soft-Reifen abholte. Er beendete das Rennen auf Platz 4. In der Konstrukteurs-Wertung liegt Red Bull nun 11 Punkte hinter Mercedes. Nachdem jedoch noch noch drei Rennen anstehen, kann sich das schnell wieder ändern. Die Saison bleibt also weiterhin spannend!
Max muss weiter um den Titel kämpfen
Das Wochenende in Brasilien war für den Niederländer eines, bei dem er sich - egal, was passierte - immer wieder auf P2 wieder fand.
In São Paulo wurde zum dritten und letzten Mal in dieser Saison das neu eingeführte Sprint-Qualifying ausgetragen, während die reguläre Quali am Freitagnachmittag stattfand. Verstappen sicherte sich dort Platz zwei hinter Hamilton, der vor dem Sprint jedoch nach ganz hinten strafversetzt wurde, nachdem sein DRS nicht den Vorgaben entsprach.
Die Pole konnte Verstappen im Sprint aber nicht lange halten, nachdem ihn Bottas in der ersten Kurve überholte und seine Führung die restlichen 24 Runden verteidigte. Beim Hauptrennen am Sonntag kam dann aber die Wiedergutmachung: Verstappen erwischte einen hervorragenden Start, doch konnte er nichts gegen Hamiltons starker Pace ausrichten.
Nach seinen Siegen in Austin und Mexiko gelang es Verstappen dieses Mal nicht, drei Rennen in Folge zu gewinnen. Dennoch: Es sollte das 15. Podium im 19 Rennen dieses Jahres werden - ein Zeichen für den Speed und die Konstanz, die in dieser Saison unvergleichlich ist.
Verstappen und Hamilton lieferten sich ein weiteres Mal ein hartes Duell.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
Im Anschluss an das Rennen meinte Verstappen: "Wir haben natürlich alles gegeben. Ich glaube, es war ein guter Kampf und es hat Spaß gemacht, aber am Ende mangelte es an Pace. Es sollte nicht funktionieren, aber ich bin nicht allzu enttäuscht, da ich denke, dass das ein realistisches Ergebnis ist."
"Wir haben noch immer einen guten Punktepolster und heute ging es vor allem darum, den Schaden zu minimieren. Das Wochenende war schwierig für uns, aber ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Rennen zurückschlagen werden."
Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner schlägt in eine ähnliche Kerbe: "Verstappen hat alles verteidigt, was er verteidigen konnte. Es ist immer hart, einen Kampf zu verlieren, vor allem wenn du so viele Runden angeführt hast. Aber wir durften uns das auch nicht erwarten. Max hat einen großartigen Job erledigt, indem er Lewis so lange hinter sich halten konnte. Wir haben gestern schon gesehen, dass die Pace dieses Autos unaufhaltbar ist."
Pérez erledigt seinen Job
Wie sein Teamkollege verbrachte auch Pérez das Wochenende weitestgehend auf derselben Position. Der vierte Platz im Qualifying am Freitag führte zum vierten Platz im Sprint. Nach einem starken Start reihte er sich im Rennen zunächst auf Rang zwei hinter Verstappen ein, fiel aber auf P4 zurück, nachdem Bottas Glück hatte und während eines virtuellen Safety Cars einen Boxenstopp einlegte.
In Runde 18 lieferte sich Checo in vier Kurven einen harten Schlagabtausch mit Hamilton, dennoch blieb sein Rennen eher einsam. Am Ende bewies sich der Mexikaner aber ein weiteres Mal, indem er Hamilton die schnellste Rennrunde abluchste. Dasselbe gelang ihm auch schon in Silverstone.
Auch 2016 gelang Pérez mit Force India Platz vier - damit egalisierte er sein bisher bestes Ergebnis in Brasilien. In der Gesamtwertung sicherte er seinen vierten Platz ab, während er momentan 25 Punkte hinter Bottas liegt.
"Das Checo sich am Ende noch die schnellste Runde holte, war starke Schadensbegrenzung, würde ich sagen", ist sich Horner sicher.
Gasly im alleinigen Kampf um Platz fünf
Pierre Gasly hielt sein Team Scuderia AlphaTauri im Kampf um Platz fünf in der Gesamtwertung gegen Alpine im Alleingang im Rennen. Der Franzose sicherte sich mit P7 wertvolle sechs Punkte, um die vier Punkte für Esteban Ocons achten Rang und die zwei Punkte für Fernando Alonsos neunten Rang abzufedern.
Beide Teams liegen mit 112 Punkten gleichauf. Platz fünf am Ende der Saison wäre das beste Ergebnis für das vormals als Scuderia Toro Rosso bekannte Team. 2008 und 2019 stand jeweils ein sechster Platz zubuche.
Teamkollege Yuki Tsunoda beendete seinen ersten Besuch in Interlagos auf Rang 15. Er ging auf Risiko, nachdem er der einzige war, der mit den roten Soft-Reifen startete. In Runde 5 war ihm jedoch Lance Stroll in seinem Aston Martin im Weg. Die Kollision zog eine 10-Sekunden-Strafe für den Japaner nach sich, die er in der Boxengasse absaß. Damit hatte er keine Chance mehr, um die Punkte mitzufahren.
Ferrari verschafft sich Luft, nachdem McLaren nachlässt
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche blies Ferrari zum großen Angriff gegen McLaren. Charles Leclerc beendete das Rennen auf Platz fünf, Sainz auf Platz sechs. Daneben holte sich der Spanier den Extra-Punkt für P3 im Sprint-Rennen. Nachdem Daniel Ricciardo das Rennen nicht beenden konnte und Lando Norris über Platz 10 nicht hinauskam, führt die Scuderia im Kampf um Platz 3 in der Konstrukteurswertung nun mit 31,5 Punkten.
Ein Schritt ins Ungewisse
Wie die letzten 19 Rennen gezeigt haben, haben wir es 2021 mit keiner normalen F1-Saison zu tun. Das wird sich auch in den letzten drei Rennen nicht ändern, werden doch zwei davon auf Strecken ausgetragen, die bisher noch nicht gefahren wurden.
Als nächstes steht der Große Preis von Katar auf dem Programm, mit dem der Triple-Header abgeschlossen wird. Die Teams und die Fahrer werden an ihr Limit kommen, so viel ist klar. Welche Konsequenzen das haben wird, wird das nächste Rennwochenende zeigen.
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