Blockchain, Miner, Plebs: Wir erklären die Krypto-Fachbegriffe.
© Getty Images
Bitcoin

Die 10 wichtigsten Bitcoin-Begriffe – für euch erklärt

Bei Miner, Plebs und Altcoins versteht ihr nur Bahnhof? Wir erklären euch die wichtigsten Krypto-Fachbegriffe – echt verständlich.
Von: Niko Jilch
5 min readPublished on

Plebs, die

Bitcoin wird von einer anony­men Masse an Menschen ge­tragen, die sich selbst „Plebs“ nennen – angelehnt an die Ple­bejer des alten Rom: Bürger, Handwerker und Bauern, die kein Teil der Oberschicht (Patrizier) waren. Diese Masse an Plebs bildet das ökonomische und soziale Immunsystem, das Bitcoin bedingungslos vor allen Attacken verteidigt.

Miner, der

Man kann Bitcoin entweder kaufen oder selbst schürfen: Letzteres tun die „Miner“. Mit sehr leistungsstarken Com­putern und konstantem Über­prüfen mathematischer Re­chenaufgaben fügen sie neue Blocks zur Blockchain hinzu. Mit jedem neuen Block ent­stehen neue Bitcoins, die jener Miner erhält, der den neuen Block erzeugt hat. Zusätzlich erhält dieser Miner auch die Transaktionsgebühren aller Überweisungen in diesem Block. Zuvor muss er aber eine Menge investieren: Hardware und Strom. Dabei konkurriert er mit Firmen, die in riesigen Hallen Bitcoin­-Mining in gro­ßem Stil betreiben.

Blockchain, die

Die Blockchain (dt. „Block­kette“) ist eine Art Kassabuch, das alle Transaktionen seit dem Bitcoin­-Start am 3. Jän­ner 2009 erfasst. Sie löst das Problem, wie sichere, nicht manipulierbare Transaktionen im Netz ohne eine Trusted Third Party – bei Überweisun­gen etwa eine Bank, die den Vorgang überwacht und ab­wickelt – durchgeführt werden können. Die Blockchain ersetzt diese Vertrauensstelle. Sie besteht aus einzelnen Blöcken, die in einer chronologischen Kette verbunden sind. Jeder Block beinhaltet drei Elemen­te: Daten, Hash (den digitalen Fingerabdruck) und die Prüf­summe vom vorherigen Block

Proof of Work, der

Um der Blockchain einen neuen Block anfügen zu kön­nen, müssen Miner eine sehr komplizierte passende Zahl finden. Das verlangt sehr viel Rechenleistung, also große Mengen an Energie (dieses Maß an aufgewendeter Energie ist einer der Hauptkritikpunkte an Bitcoin). Die Arbeit, die hier hineingesteckt wird, nennt sich „proof of work“ (dt. „Arbeitsnachweis“): Ähnlich wie beim Schürfen von Gold muss zunächst eine Leis­tung erbracht werden, bevor es den Lohn dafür gibt.

Block Reward, der

Um die Miner zu motivieren, gibt es beim Erschließen eines neuen Blocks eine Belohnung, den sogenannten Block Re­ward (dt. „Blockbelohnung“): Wer erfolgreich einen Block an die Blockchain anschließt, er­hält einen Bonus in Form neuer Coins. Derzeit erhalten Miner 6,25 neue BTC für einen Block.

Kryptografie, die

Es ist extrem unwahrschein­lich, dass die Bitcoin-­Block­chain durch Hacker manipu­liert werden kann, und das liegt an der Kryptografie: einer Technologie zur Verschlüsse­lung von Informationen, damit geheim bleibt, was geheim bleiben soll. Bei Bitcoin be­ruht das auf der sogenannten asymmetrischen Verschlüs­selung. Dabei werden zwei unterschiedliche Schlüssel verwendet. Der Schlüssel für die Verschlüsselung ist öf­fentlich, der Schlüssel für die Entschlüsselung ist geheim, und er ist individuell. Der sogenannte Private Key, den Inhaber von Kryptowährungen besitzen, kann bei einem Ver­lust nicht durch einen anderen ersetzt werden, die Coins wären in dem Fall verloren.

Wallet, die

Digitales Geld existiert nur digital. Um den Überblick zu behalten braucht man ein Bitcoin-Wallet. In der Praxis funktioniert das ähnlich wie ein Online-Konto. Die Wallet wickelt das Senden und Empfangen von Bitcoin ab und ist so etwas wie eine digitale Geldbörse. So eine Wallet kann auf dem Handy sein, auf dem PC oder in Form eines Geräts kommen, das einem USB-Stick ähnlich siehn (Hardware Wallet). Wichtig ist: Die Coins liegen eigentlich nicht wirklich in diesen Wallets.
Die Wallets verwahren nur den "private key", den "privaten Schlüssel", den jeder braucht um Zugang zu seinen Coins zu haben. Man kann die Wallet also verlieren oder löschen - solange man den key hat (der meist in Form einer "Seed Phrase" auf Papier an einem Sicheren Ort aufbewahrt wird) kann man sie wieder herstellen. Verliert man aber den key, ist alles weg.

Halving, das

Anders als bei herkömmlichen Währungen ist die Geldpolitik von Bitcoin seit Anbeginn festgeschrieben. Ungefähr alle vier Jahre wird die Menge an neu geschürften Bitcoins halbiert (siehe Block Reward). Anfangs waren es 50 Bitcoin pro Block, dann 25, dann 12,5, dann 6,25. Das nächste Halving findet 2024 statt. So wird die Inflationsrate von Bitcoin langsam zurück gefahren. Zirka im Jahr 2140 wird dann der letzte Bitcoin gemined sein, die 21 Millionen sind dann voll.

Lightning Network, das

Bitcoin-Transaktionen werden in Sachen Geschwindigkeit und Kosten gerne mit Visa-Zahlungen verglichen. Das ist aber völliger Unsinn. Als finales Settlement-Layer ist die Blockchain von Bitcoin am ehesten mit dem Akt zu vergleichen, physische Goldbarren von einem Tresor in den anderen zu transportieren.
Die Skalierung von Bitcoin als Zahlungssystem geschieht in Schichten, so genannten "Layern". Eine Lösung für Bitcoin im Alltag ist das Lightning-Netzwerk. Dieses lässt es zu, Mini-Beträge zu praktisch null Kosten zu schicken - sogar Beträge unter einem Cent. So kann man Bitcoin im Alltag einsetzen, im Netz oder im Kaffeehaus.

Altcoins, die

Im Fahrwasser von Bitcoin wurden tausende andere Kryptowährungen geschaffen. Sie verfügen allesamt weder über die Sicherheit noch über die Dezentralität von Bitcoin. Ihre Erfinder preisen zwar meist an, dass diese "Altcoins" über ganz tolle, neue Funktionen verfügen sollen - etwa so genannte "smart contracts". Überzeugte Bitcoiner schütteln da aber den Kopf.
Denn selbst wenn es um Ethereum geht, die Nummer zwei im Markt: Die langfristige ökonomische und technische Überlebensfähigkeit ist in Frage zu stellen. Der Kollaps von Terra/Luna Anfang Mai 2022 hat eine Schockwelle durch den Markt geschickt und die fragwürdige Stabilität von Altcoins erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.