Remco Evenepoel feiert seinen Sieg auf der 16. Etappe für Red Bull – BORA – hansgrohe bei der Tour de France 2026 auf dem Podium in Thonon-les-Bains, Frankreich
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Radsport

Rainbow Ride durch Montréal: Die 5 Top-Favoriten im Check

Tadej Pogačar ist zum Zuschauen verdammt - die Steilvorlage für Evenepoel und Co.? In Montréal kämpfen die größten Namen des Pelotons auf einem anspruchsvollen Kurs um das begehrte Regenbogentrikot.
Autor: Ollie Smith
8 min readPublished on
Ohne den großen Favoriten ist alles offen: Weil der zweifache Weltmeister und Tour de France-Seriensieger Tadej Pogačar nach seinen bei der Vuelta a España erlittenen Verletzungen fehlt, steht das Straßenrennen der Elite-Männer bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Montréal vor einem der offensten Titelkämpfe der vergangenen Jahre.
273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter warten auf die Fahrer. Nach einem zunächst flachen Abschnitt geht es zwölfmal über den 13,4 Kilometer langen Zielrundkurs – eine Route, die mit ihren zahlreichen Anstiegen vor allem kraftvollen, explosiven Fahrern entgegenkommt. Das Profil erinnert an die großen Klassiker. Sprich: Denjenigen, die sich bei der Flandern-Rundfahrt oder Lüttich–Bastogne–Lüttich wohlfühlen.
Entsprechend groß ist die Zahl der WM-Anwärter, die sich in Kanada berechtigte Hoffnungen auf das begehrte Regenbogentrikot machen dürfen, wobei die Entscheidung erst auf den letzten Runden zu erwarten ist. Aber wer sind die angesprochenen Favoriten?

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Remco Evenepoel: Der Mann, den es zu schlagen gilt?

In Pogačars Abwesenheit sind viele Augen auf Remco Evenepoel gerichtet. Der Belgier zählt in Montréal zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf das Regenbogentrikot und hat seine Saison durchaus gezielt auf dieses Rennen ausgerichtet. Für die Weltmeisterschaften verzichtete der Star von Red Bull - BORA - hansgrohe sogar auf einen Start bei der Vuelta und setzte stattdessen auf ein maßgeschneidertes Höhentrainingslager. Seine akribische Vorbereitung unterstreicht, wie viel er diesem Titelkampf beimisst.
Remco Evenepoel feiert seinen Sieg beim Grand Prix Cycliste de Québec 2026 an der Ziellinie in Québec City.

Remco Evenepoel gewann 2026 bereits beim Grand Prix Cycliste de Québec.

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Sein Skill-Set und Faible bei solchen Rennen sind offensichtlich: Der Belgier stand bereits in diesem Frühjahr bei der Flandern-Rundfahrt auf dem Podium und bewies im Anschluss bei der Tour de France (Platz zwei und zwei Etappensiege), dass er 2026 ein noch kompletterer Fahrer als zuvor ist. Es folgten ein Sieg beim GP Québec sowie Platz 5 beim GP Montréal als Warmp Up auf der Weltmeisterschaftsstrecke. Wenn die Form stimmt, wird Evenepoel nur schwer zu schlagen sein.
Und das gilt nicht nur für das Straßenrennen, denn er wird auch als der Top-Anwärter auf den Sieg im Zeitfahren gehandelt. Im Gespräch mit CyclingNews fragte Evenepoel: "Wie oft hat schon ein Fahrer bei derselben Weltmeisterschaft sowohl das Zeitfahren als auch das Straßenrennen gewonnen? Noch nie. Das war letztes Jahr mein Ziel, und es ist auch dieses Jahr wieder mein Ziel. Das ist etwas, was ich in meiner Karriere erreichen will."
Evenepoel hat bereits drei Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren und einen Titel im Straßenrennen aus dem Jahr 2022 vorzuweisen sowie beide Goldmedaillen im Straßenrennen und im Zeitfahren in Paris im Jahr 2024 gewonnen. Allerdings hat er noch nie in derselben Saison sowohl das Regenbogentrikot im Straßenrennen als auch im Zeitfahren gewonnen.
Das einzige Fragezeichen, das über Evenepoel schwebt, ist, wie die belgische Nationalmannschaft ihr Talent in diesem Line Up managen wird. Schließlich gibt es mindestens einen weiteren heißen Anwärter auf den Sieg...
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Isaac Del Toro: Mexikaner jagt den Evenepoel-Rekord

Bei der Tour de France 2026 in Paris feiert Remco Evenepoel von Red Bull – BORA – hansgrohe seinen zweiten Platz im GC neben dem Sieger Tadej Pogačar und dem Drittplatzierten Isaac Del Toro.

Isaac Del Toro (rechts) belegte bei der Tour de France 2026 Platz drei.

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Isaac Del Toro hat mit seinem Sieg beim GP Cycliste de Montréal – nur zwei Wochen vor dem Straßenrennen der Elite-Männer – ein Statement für einen möglichen Sieg bei der Weltmeisterschaft gesetzt. Der Sieg auf genau der Strecke, auf der der Gewinner des Regenbogentrikots ermittelt wird, ist ein deutliches Indiz dafür, dass der mexikanische Superstar bereit ist, den Kampf mit Evenepoel und Co. aufzunehmen.
Del Toro ist ein weiterer aggressiver Fahrer, der über ein umfassendes Repertoire an Skills verfügt: Klettern, Abfahrten, Renn-IQ und einen vernichtenden Zielsprint. Das zeigte sich bei seinem Debüt bei der Tour de France, bei dem das Wunderkind vom Team UAE Emirates-XRG - wenn auch unter Mithilfe eines selbstlosen Pogacar - eine Etappe gewann und später mit seinem Kapitän auf dem Podium stand.
Fast ausschließlich dank Del Toros Leistungen auf der Straße in den letzten Saisons hat sich Mexiko mit sechs Fahrern im Nationalkader qualifiziert. Das bedeutet, dass ihm ein großer Supporting Cast zur Verfügung stehen wird, der den Tour-de-France-Dritten in der Anfangsphase schützt, sodass er umso mehr Watt für den explosiven Zielsprint sparen kann.
Ein Weltmeistertitel wäre für jeden Radprofi ein Milestone der Karriere. Für den gerade einmal 22-jährigen Del Toro hätte ein Sieg in Montréal zudem historische Bedeutung: Er würde zum jüngsten Straßen-Weltmeister seit Remco Evenepoel (damals 23) avancieren.
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Wout van Aert: So Wow wie zu Paris-Roubaix?

Wout van Aert vom Team Visma feiert seinen Sieg auf der 15. Etappe der La Vuelta 2026 in Córdoba, Spanien.

Wird Wout van Aert in Montréal jubeln?

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Wout van Aert zählt zu den wohl vielseitigsten Radprofis der Welt! Er ist schnell bergauf, kann Angriffe aus der Ferne starten und ist ein überragender Sprinter. Dieses Skill Set macht ihn zu einem der gefährlichsten Fahrer im Starterfeld.
Van Aerts Leistung bei der jüngsten Vuelta a España – zwei eigene Etappensiege gewann plus Lead-out-Arbeit für fünf weitere Erfolge durch Youngster Matt Brennan – beantwortete die Frage, die den meisten von euch vor wenigen Wochen noch auf den Lippen lag: Kann der Red Bull-Athlet den Rest seiner Saison retten, nachdem er ausgerechnet die Tour de France absagen musste?
Seine Form in Spanien zeigt, dass er sich vollständig von der Ellbogenverletzung erholt hat, die ihn den ganzen Juli über außer Gefecht gesetzt hatte, und er scheint auf dem besten Weg zurück zu der Wout van Aert-Version zu sein, die im Frühjahr Paris-Roubaix gewonnen hat - wohlgemerkt im Zweikampf mit Dominator Pogacar!
Die belgische Nationalmannschaft ist eine der am besten besetzten im Rennen, und an einem guten Tag könnte wohl jeder ihrer Fahrer ganz oben auf dem Podium landen. Nationaltrainer Serge Pauwels bestätigte gegenüber der Presse, dass Van Aert und Evenepoel das Rennen als Co-Kapitäne bestreiten werden - trotz des Balanceakts, den das auf der Straße bedeutet: "Die Taktik wird immer komplexer, aber ich will, dass sie ganz klar ist. Wir haben keine Teamfunk und das macht einen großen Unterschied. Bei zwei Spitzenfahrern, die beide selbst gewinnen wollen, muss alles ganz klar bleiben."
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Mathieu van der Poel: Auf Revanche auf anderem Terrain

Mathieu Van Der Poel beim UCI XCO in Albstadt, Deutschland, am 9. Mai 2021

Mathieu Van Der Poel war bereits in zahlreichen Disziplinen erfolgreich.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Der Take, ein Fahrer, der zwei Etappen der Tour de France gewonnen hat, habe eine schwache Saison, mag absurd klingen, doch ein Mathieu van der Poel legt die Messlatte für sich selbst eben so hoch, dass alles andere als ein Sieg als gefühlter Misserfolg gilt.
Nach einer Frühjahrsklassiker-Saison, die Van der Poels Rekordserie von mindestens zwei Siegen bei den Monumenten pro Jahr (2023 bis 2025) enden ließ, machte sich der "fliegende Holländer" auf den Weg zur Tour de France, um sich zu rehabilitieren. Dies gelang ihm dank seines Sieges auf der neunten Etappe sowie seiner Performance auf der ikonischen Schlussetappe entlang der Champs-Élysées.
Nach der Tour jagte Van der Poel dem Regenbogentrikot im Gelände nach – in einer kurzen Mountainbike-Saison mit nur zwei Rennen: MTB Weltcup in Les Gets, gefolgt von den Weltmeisterschaften in Val di Sole. Er legte einen starken Start hin und kämpfte sich trotz einer schlechten Startposition in Frankreich auf den zweiten Platz hinter Adrien Boichis vor. Seine Ambitionen auf das Regenbogen-Trikot scheiterten wiederum, als er das WM-Rennen auf Platz 30 beendete.
Der Straßenweltmeister von 2023 könnte seiner Titel-Collection ein elftes Regenbogentrikot in der Elite-Klasse hinzufügen – nachdem er zuvor bereits den Straßentitel, eine Gravel-Weltmeisterschaft im Jahr 2024 sowie acht Cyclocross-Titel gewonnen hat. Mit seiner unglaublichen Explosivität und seinem "Never-say-Never"-Mindset, das ihn nach großen Triumphen vor Erschöpfung zu Boden sinken lässt, ist eines sicher: Van der Poel wird in Montreal für Furore sorgen!
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Tom Pidcock: Der Offroad-Champion

Tom Pidcock rast durch die bewaldeten Straßen von Berchtesgaden in Deutschland.

Der Allrounder Tom Pidcock hat im Jahr 2026 jede Menge Erfolge gefeiert.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Tom Pidcock dürfte unter den Titelanwärtern die ungewöhnlichste Vorbereitung auf Montréal hinter sich haben. Aber: seine Formkurve spricht für sich. Auf Rang neun im GC-Battle der Tour de France folgte ein Sieg im Cross-Country bei den UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften, ehe er beim fast 200 Kilometer langen GP Industria & Artigianato seinen ersten Sieg auf der Straße feierte. Auch bei den beiden jüngsten Eintagesrennen in Kanada präsentierte sich Pidcock offensiv: In Québec fuhr er auf Platz vier, in Montréal auf Rang sechs. Mit seiner Vielseitigkeit und seiner offensiven Fahrweise gehört er damit zu den Fahrern, die im Kampf um das Regenbogentrikot jederzeit für einen entscheidenden Angriff sorgen können.
Die UCI-Straßenweltmeisterschaften gehören zu den wenigen großen Titeln, die in Pidcocks Palmarès noch fehlen. Ein Sieg in Montréal würde seine ohnehin außergewöhnliche Bilanz um einen weiteren Milestone erweitern – und sein Standing als einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Radsportler seiner Generation weiter untermauern.
Sollte er sich das Regenbogentrikot der Elite-Männer auf der Straße schnappen und - einen Step weiter gedacht - noch die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2027 gewinnen, würde er nach Pauline Ferrand-Prévot erst der zweite Profi in der Geschichte sein, der nacheinander die Weltmeistertitel im Cyclocross, im Cross-Country-Mountainbike und auf der Straße in der Elite hält. Vereinfacht gesagt: Eine Once in a Generation-Performance!
Sein vielleicht größter Trumpf ist seine Unberechenbarkeit. Der Red Bull-Athlet kann am Anstieg attackieren, wertvolle Sekunden in der Abfahrt gutmachen, auch über lange Distanzen stabile Watt-Zahlen treten sowie einen Sprint aus einer dezimierten Gruppe für sich entscheiden.
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So laufen die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften ab

Wout van Aert und Remco Evenepoel fahren Seite an Seite die extrem steilen Kopfsteinpflaster der Moskesstraat hinauf und kämpfen beim 65. De Brabantse Pijl um den Sieg.

Fast unschlagbares Duo: Van Aert und Evenepoel.

© Kristof Ramon/Red Bull Content Pool

Die UCI-Straßenweltmeisterschaften 2026 finden über eine Woche hinweg in und um Montreal als Host City statt. Während der gesamten Woche bestreiten die Männer und Frauen in den Kategorien Junioren, U23 und Elite Straßenrennen mit Massenstart sowie Einzelzeitfahren und die gemischte Staffel. Sie kämpfen um das begehrte Regenbogentrikot, das sie im folgenden Jahr tragen dürfen.
Welche Rolle hat Florian Lipowitz bei der UCI WM in Montreal?
Die frühzeitige Nominierung, die der Verband schon nach dem ersten von drei Comeback-Rennen zu Monatsbeginn ausgesprochen hatte, zeigt den vom Tour-Sturz kaum beeinträchtigten Stellenwert von Florian Lipowitz im deutschen WM-Kader. Bundestrainer Jens Zemke (früher Red Bull - BORA - hansgrohe) setzt in Montreal auf ein Line Up mit "Lipo" als Kapitän. Eine Top 10-Platzierung wäre nach der erst kurz zuvor wieder aufgebauten Rennhärte als Erfolg zu werten.
Zeitplan & Besonderheiten
Die diesjährigen UCI-Straßenweltmeisterschaften beginnen am 20. September mit dem Zeitfahren der Elite-Frauen und enden am 27. September mit dem Straßenrennen der Elite-Männer.
Die Fahrer:innen treten für ihre Nationalmannschaften anstelle der Profiteams an, was zu einigen einzigartigen und kuriosen Teamkonstellationen führt.

Teil dieser Story

Wout Van Aert

One of the leading multidisciplinary cyclists of his generation, Wout van Aert is a serial cyclo-cross world champion, a regular stage winner at the Tour de France and now a Paris-Roubaix winner.

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Remco Evenepoel

Remco Evenepoel zählt zu den schillerndsten Figuren im Radsport. Dem Tour de France-Zweiten wurden als Fußballer Tempo-Defizite unterstellt, heute jagt er im Zeitfahren allen davon.

BelgienBelgien

Tom Pidcock

A talented multi-threat of a cyclist, British rider Tom Pidcock is equally at home on a mountain bike as he is on the road or a cyclo-cross circuit.

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