F1
Max Verstappen kürt sich im Japan zum zweiten Mal zum Formel-1-Weltmeister
Nach einem chaotischen Rennen mit langer Regenpause gewinnt Max Verstappen für Oracle Red Bull Racing den Großen Preis von Japan 2022 und holt sich den zweiten Weltmeistertitel in Folge.
Doppelt hält besser: Nachdem sich Max Verstappen in der letzten Runde des Großen Preis von Abu Dhabi 2021 den ersten Titel als Fahrerweltmeister sicherte, gelang ihm beim Großen Preis von Japan 2022 der zweite Triumpf.
Mit dem zweiten Weltmeistertitel in Folge steigt der Fahrer von Oracle Red Bull Racing in den elitären Kreis von nur sechs anderen Piloten auf, die Weltmeister wurden und den Titel im darauffolgenden Jahr verteidigen konnten.
Nur Alberto Ascari (1952-53), Jack Brabham (1959-60), Alain Prost (1985-86), Michael Schumacher (1994-95), Mika Hakkinen (1998-99) und Sebastian Vettel (2010-11) gelang dieses Kunststück. Vettel gewann dabei, wie nun auch Max Verstappen, seinen ersten Titel in Abu Dhabi und sicherte sich den zweiten Erfolg in Japan.
Dass der 25-jährige Niederländer seinen Triumpf im Hinterhof von Honda in Suzuka feierte und einen neuen Richtwert für Red Bull setzte, macht diesen Sieg nur noch besser. Am Ende dauerte es, nach langer Regenpause beim Rennen in Suzuka, drei volle Stunden, bis Verstappen seinen triumphalen Ritt in Suzuka ganz oben auf dem Siegerpodest beendete. Und noch einmal eine ganze Weile, bis der Niederländer als Weltmeister feststand.
Verstappens Sieg war der Zwölfte in diesem Jahr und der 14. für Red Bull in der Saison 2022. Das ist Rekord, nachdem das Team in der Saison 2013 insgesamt 13 Rennen gewinnen konnte und die erfolgreichste Saison in der Geschichte des Rennstalls.
Was für ein Jahr. Es war unglaublich und etwas, von dem ich mir nie vorgestellt hätte, dass es passieren konnte, nachdem wir im letzten Jahr bis zum Ende gekämpft und in diesem Jahr wieder so ein gutes Auto hatten
„Ich bin so dankbar für alle, die etwas zu diesem Erfolg beigetragen haben. Das ganze Team, das hier ist, aber auch das Team im der Fabrik die pausenlos arbeiten. Sie sind immer voller Motivation, um zu versuchen, das Auto noch schneller zu machen. Die Arbeit, die wir zusammen mit Honda geleistet haben – uns jedes Jahr kontinuierlich schnell zu verbessern. Jetzt zwei Mal zu gewinnen ist sehr emotional, besonders hier (in Japan), wo alle zuschauen. Ich bin sehr stolz, dass es uns genau hier gelungen ist.“
„Der erste Titel ist ein bisschen emotionaler, aber der zweite Erfolg ist sogar noch schöner nach dieser Saison die wir hatten und den Siegen, den großartigen Rennen, dem Teamwork und den Doppelsiegen. Wir führen zudem die Konstrukteursweltmeisterschaft an, auf die wir uns jetzt weiter konzentrieren. Es war ein sehr besonderes Jahr.“
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Max Makes It A Double!
Congratulations to our two-time World Champ!
01
Regenchaos in Suzuka
Vorangegangen war ein völlig verrücktes Rennen im japanischen Suzuka, bei dem Verstappen am Start zunächst den Spitzenplatz an Ferrari-Piloten Charles Leclerc abgeben, den Monegassen aber schnell wieder überholen konnte. Während der Regen weiter zunahm, waren Sainz und Albon bereits ausgeschieden.
Das Safety-Car musst in einer ereignisreichenden ersten Runde herauskommen und das Rennen mit einer Roten Flagge wegen Starkregens für knapp zwei Stunden unterbrochen werden. Damit war klar: Nicht die volle Renndistanz, sondern die Zeit würde letztlich über die Ergebnisse des Großen Preis von Japan 2022 entscheiden.
02
Verstappen gibt im Regen Vollgas
In den darauffolgenden Runden sollte Verstappen seine Führung nicht mehr abgeben lassen. Vielmehr gab der „fliegende Holländer“ erst richtig Gas und fuhr einen komfortablen Vorsprung von rund 15 Sekunden heraus.
Während Verstappen ganz vorn in einer eigenen Welt fuhr, kämpfte sich der auf P3 liegende Pérez immer weiter an den Ferrari von Leclerc heran und schloss kurz vor Rennende noch zum Zweitplatzierten auf.
Unter Druck im strömenden Regen Japans kürzte Leclerc die Schikane in der letzten Runde ab und sicherte sich damit einen entscheidenden Vorteil, woraufhin die Rennkommissare sofort eine Untersuchung einleiteten.
Das Ergebnis war eine Fünf-Sekunden-Strafe, dank der Sergio Pérez als Zweitplatzierter hinter Teamkollegen Max Verstappen ins Ziel einfuhr. Insgesamt wurden aufgrund der Regenpause lediglich 29 der ursprünglich festgelegten 53 Runden gefahren.
Ein Doppelsieg für Oracle Red Bull Racing, doch Verstappen fehlt noch ein Punkt zum sicheren WM-Titel. Oder etwa doch nicht? Maximale Verwirrung bei Fans, Verantwortlichen und sogar den Fahrern, während die F1-Dachorganisation Max Verstappen bereits als neuen Weltmeister verkündete.
„Ich bin Weltmeister? Wirklich? Bist du sicher,“ war von einem sichtlich verwirrten Max Verstappen hinter den Kulissen zu hören, dessen angespanntes Gesicht sich sofort aufhellt als feststand: Der Formel-1-Weltmeister 2022 hört, wie bereits im vergangenen Jahr, auf den Namen Max Verstappen.
Der Grund: Da 28 Runden absolviert wurden, gab es für das Rennen in Suzuka die vollen WM-Punkte, da mehr als 50 Prozent der Renndistanz gefahren wurden.
In Kombination mit der Strafe von Leclerc beschert Verstappen eine Führung von 113 WM-Punkten, 112 hätten für den vorzeitigen Titelgewinn ausgereicht.
Der Moment als Max Verstappen realisierte, dass er wieder Weltmeister ist
© Getty Images/Red Bull Content Pool
Max Verstappen hat in Japan wieder eine außerirdische Leistung gezeigt und die ganze Saison bewiesen, dass er eine Klasse für sich ist. Er kann souverän seine Leistung abrufen. Hut ab!
03
AlphaTauri fährt nicht in die Punkte
Wobei Gasly schon zu Rennbeginn in einen Vorfall verstrickt war, der die anderen Fahrer verwirrt und wütend zurückließ. Carlos Sainz im Ferrari, der als Dritter ins Rennen gegangen war, hatte in der Startrunde einen Crash und Gasly, der in der Gischt nichts sehen konnte, nahm eine große Werbebande auf, die auf die Strecke geschleudert wurde. Ein Boxenstopp stand an und das nach nur einer Runde.
Als der Franzose dem Feld hinterherfuhr, bevor das Rennen durch eine rote Flagge unterbrochen wurde, sah er einen Kranwagen auf der Strecke, der Sainz' zerstörten Boliden bergen sollte; es war in Suzuka im Jahr 2014 als der Monegasse Jules Bianchi auf ähnliche Weise in ähnlich nassen Bedingungen von der Strecke abkam und in ein Bergungsfahrzeug rutschte. An den Folgen der Kopfverletzung sollte Bianchi im Jahr darauf zu Tode kommen.
"Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte," sagte Gasly. "Wir hätten eine Minute länger warten können, um zurück in die Boxengasse zu kommen und dann den Traktor auf die Strecke lassen. Ich bin zwei Meter an dem Kran vorbeigefahren. Mir sind meine Kollegen wichtig und hoffe, dass wir in Zukunft so eine Situation nicht noch einmal erleben.
AlphaTauri stand schon vor dem Start in Suzuka an diesem Sonntag in den Schlagzeilen als man verriet, dass Nyck de Vries an der Seite von Tsunoda im Jahr 2023 für den Rennstall starten und Gasly ersetzen würde.
De Vries, 27 Jahr alt, wird Fahrer für die Scuderia AlphaTauri, nachdem er als Ersatz im Cockpit von Williams-Piloten Alex Albon beim Großen Preis von Italien in diesem Jahr bereits überzeugen konnte. Vor seiner F1-Karreire gewann der Niederländer die Formel E (2020-21) und die Formel 2 (2019).
Gasly wird im kommenden Jahr Fernando Alonso bei Alpine ersetzen, der Rennstall setzt auf eine rein französische Fahrerpaarung aus Gasly und Esteban Ocon. 104 Mal trat Gasly in der Formel 1 an, für AlphaTauri, Toro Rosso oder Red Bull. 2020 gewann er den bislang einzigen Sieg seiner Formel-1-Karriere.
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Fokus auf die Konstrukteurs-WM
Max Verstappen und Sergio Pérez feiern den Doppelsieg in Japan
© Getty Images / Red Bull Content Pool
Mit 25 Punkten für den Sieg in Japan ist Verstappen sein zweiter Titel als Fahrerweltmeister also nicht mehr zu nehmen. Teamkollege Sergio Pérez holt mit Platz Zwei zusätzlich 18 Zähler und liegt nun mit 253 Punkten direkt hinter Verstappen in der Fahrerwertung, dicht gefolgt von Charles Leclerc mit 252 Punkten.
Checo hat eine tolle Saison, es ist wirklich hervorragendes Teamwork
Insgesamt vier Rennen stehen allerdings noch aus. Am 23. Oktober steigt der Große Preis der USA in Austin, bevor es am 30. Oktober weiter nach Mexiko geht. Red Bull Racing liegt durch den Doppelsieg in Japan in der Konstrukteurswertung weiterhin deutlich vorne. 619 Zähler stehen derzeit zu Buche, auf Platz Zwei folgt Ferrari mit 454 Punkten. Hier ist die Entscheidung also noch nicht gefallen.
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